In Zeiten klammer Kassen muss die Stadt Balingen aufs Geld achten. Die Schwimmbäder sind ein Zuschussgeschäft. Mit Erhöhung der Eintrittspreise soll das Minus abgefedert werden.
Null auf Null rauskommen werde die Verwaltung im Eyach- und im Lochenbad sowie mit der Sauna trotz Mehreinnahmen und mehr als 100 000 Besuchern bei Weitem nicht, wie Konrad Bonislawski und Rainer Schneider den Mitgliedern des Stadtwerke-Ausschusses in der jüngsten Sitzung erläuterten.
Für das Eyachbad mussten die Stadtwerke als Betreiber im vergangenen Jahr 730 000 Euro zuschießen. An Eintrittsgeldern kamen rund 24 000 Euro zusammen – demgegenüber stehen neben den Betriebs- die Personalkosten in Höhe von etwa einer Million Euro. „Allein, dass wir die Bäder haben, kostet Geld“, so Bonislawski.
So viel kosten die Tickets ab September
Bei der Stadt hat man sich kundig gemacht, was Besucher in anderen Bädern der Region auf den Tisch legen müssen. Mit der „moderaten Preiserhöhung“, so Oberbürgermeister Dirk Abel, liege man da auf einer Stufe mit Albstadt (6 Euro), Hechingen (4,50 Euro) oder Mössingen (5 Euro). Zudem: Seit fast zehn Jahren, seit 2016, wurde nicht an den Preisen geschraubt.
Ab September gelten also höhere Eintrittspreise. Im Eyachbad zahlen Erwachsene künftig 5 statt bislang 4 Euro für ein Einzelticket, Kinder können dann für 2,50 statt bislang 2 Euro ins Wasser hüpfen. Anderthalb Millionen an Betriebskosten fallen jährlich an, der städtische Zuschuss pro Besucher beträgt 7,22 Euro.
Freie Bahn für Schulen und Vereine
Im Lochenbad ist dieser Zuschuss mit 27,29 Euro deutlich höher. Stephan Reuß (FDP) wollte wissen, woran das liegt. Die Antwort: Die Schwimmhalle in Weilstetten ist nur am Dienstagabend und Samstagnachmittag für die Öffentlichkeit zugänglich, ansonsten haben Schulen und Vereine freie Bahn.
Die durchschnittlich 112 Badegäste im Lochenbad lösen künftig eine Eintrittskarte für 4 Euro (bislang 3,20 Euro), ermäßigt kostet ein Ticket in Zukunft 2 Euro (bisher 1,60 Euro). Der Preis für eine Zehnerkarte für Erwachsene steigt von 29 auf 36 Euro.
Muckelig eng in der Sauna
Muckelig eng geht es in der Sauna in Balingen zu. Zu Spitzenzeiten, berichtet Bonislawski, kämen bis zu 60 Besucher zeitgleich ins Schwitzen. Der Ruheraum auf dem Dach soll im kommenden Jahr erweitert werden – der Eintrittspreis steigt schon ab diesem September, und zwar von 14 auf 18 Euro.
Im Herbst will die Verwaltung mit einem Bäderkonzept genau hinschauen – wo muss zum Beispiel saniert werden? Einig war sich das Gremium, dass die Bäder wichtig sind. Die Preiserhöhung wurde einstimmig verabschiedet.