Das Team der Bäckerei Mink mit Handwerkskammerpräsident Werner Rottler (von links), Helga, Eugen und Julia Mink, Dagmar Englerth-Lacher, Thimo Schweizer, Martina Volk, Claudia Delkof, Mahamed Abaadir, Johann Filp und Angelika Zahn. Nicht mit dabei war Manfred Schneider. Foto: Siegmeier

Gerade kleinere Bäckereien haben es mitunter nicht leicht – in Rottweil aber hat die Bäckerei Mink nun ganz besonderen Grund zum Feiern.

Seit 140 Jahren werden in der Waldtorstraße 21 bei der Bäckerei Mink Backwaren produziert. 1884 eröffnete Josef Mink seine Backstube mit Verkaufsgeschäft, seither wurde der Betrieb in guter Familientradition immer an den männlichen Nachkommen weitergegeben. Auf Josef folgte Eugen und dann Erich Mink.

 

Fünfte Generation in der Backstube

Seit 1980 führen Eugen und Helga Mink die Bäckerei oberhalb des Schwarzen Tores. Und die fünfte Generation ist mit Tochter Julia Mink bereits mit von der Partie. „Sie wird den Betrieb auch übernehmen. Als erste Frau“, informiert Papa Eugen Mink mit ein wenig Stolz.

Ein seltenes Jubiläum

Und da 140 Jahre schließlich gefeiert sein wollen, gab es eine kleine Feierstunde mit Mitarbeitern und Handwerkskammerpräsident Werner Rottler, der der Familie Mink anlässlich des „außergewöhnlichen“ Jubiläums eine Urkunde überreichte und Glückwünsche überbrachte. „140 Jahre – was für eine Zahl“, sagte Rottler mit ein wenig Bewunderung, denn derlei Jubiläen in Familienbetrieben seien äußerst selten. „Ein stolzes Jubiläum, das uns alle staunen lässt. 140 Jahre Bäckerei Mink – das sind 140 Jahre Tradition, Handwerkskunst und der unvergleichliche Duft von frisch gebackenem Brot, der Generationen von Menschen durch den Tag begleitet hat“, sagte Rottler in seiner Laudatio.

Gerade im Lebensmittelgewerk sei es in den vergangenen Jahren für die Betriebe immer schwieriger geworden, bedauerte der Präsident. Deswegen sei es wichtig, dass man Betriebe mit handwerklicher Kunst auch gesamtpolitisch wieder anders sehe.

Minks leben und lieben das Handwerk

Die Familie Mink liebe und lebe das Handwerk. Der Sinn für Qualität und die Verantwortung gegenüber den Menschen in der Region sei ihnen ein Herzensanliegen.

„Sie haben der Bäckerei Ihre persönliche Note verliehen und den Betrieb durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen gelenkt“, würdigte Rottler das Schaffen, sprach aber auch die Herausforderungen an, mit denen der Betrieb in den vergangenen Jahren zu kämpfen gehabt habe. Das sei zum einen die Pandemie gewesen, „dann immer wieder neue bürokratische Auflagen wie die Bonpflicht, der Krieg in der Ukraine und damit deutliche Teuerungen“. All das seien Hürden, die gemeistert werden mussten.

Verkehrsversuch eine Herausforderung

Und dann noch der Verkehrsversuch im vergangenen Jahr, der es der Bäckerei nicht leicht gemacht habe. „Bei allen Herausforderungen haben Sie eines stets im Blick gehabt: Die Zufriedenheit Ihrer Kunden. Und ich bin mir sicher, dass so mancher nicht nur wegen der Brötchen kommt, sondern auch wegen der Atmosphäre, die Sie und Ihr Team geschaffen haben“.

Mit Julia Mink ist die fünfte Generation an Bord

Äußerst positiv ist, dass Julia Mink mittlerweile nicht nur in den Familienbetrieb mit eingestiegen ist, sondern auch bereits die Meisterprüfung mit Bravour absolviert hat. Und: Auch Mitarbeiter Timo Schweizer steht kurz vor dem Meisterabschluss.

Start kurz nach Mitternacht

Überhaupt leiste das gesamte Team des Handwerksbetriebs großartige Arbeit, lobte Eugen Mink, „denn nur im Team kann man Großartiges leisten“. Da macht dann sogar das nächtliche Aufstehen nichts aus, wie Julia Mink erzählt. Eine halbe Stunde nach Mitternacht fängt bei ihr der Arbeitstag an. Im Halbstundentakt kommen dann erst die anderen Mitarbeiter der Backstube und später die Mitarbeiter des Ladengeschäfts mit hinzu. „Und Feierabend ist, wenn wir fertig sind“, sagt sie lächelnd. Denn den Kunden morgens beim Anblick der Brezeln und des leckeren Dauergebäcks – einer Tradition des Betriebs – ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das ist ihr wichtig.