Bürgermeister Micha Bächle diskutierte auf seiner Bewerbungstour mit den Bürgern in Waldhausen. Diese sehen den Bauernhofkindergarten durch den Verkehr gefährdet.
Micha Bächle setzte seine Bewerbungstour um seine Wiederwahl zum Bürgermeister in Waldhausen fort. Zu dem Informationsabend kam eine große Zahl von Bürgern, die sich für die Entwicklung der Stadt in den vergangenen acht Jahren und zukünftige Vorhaben interessierten.
Zum Auftakt verwies Bächle darauf, dass er stets auf ein gutes Team der städtischen Angestellten, ein gutes Miteinander in den kommunalpolitischen Gremien und eine motivierte Bürgerschaft zählen konnte. Ohne deren Engagement wäre es nicht möglich gewesen, die Entwicklung in der gleichen Weise zu gestalten, betonte er.
Ein gutes Miteinander hob Bächle auch im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit im Städtedreieck und auf der Südbaar hervor, die sich beispielsweise in den Bereichen des Gemeindeverwaltungsverbands, dem Integrationsmanagement für Flüchtlinge oder aktuell der interkommunalen Forstarbeit festigte.
Bächle skizzierte das Bild einer wieder wachsenden Zähringerstadt mit aktuell 6200 Einwohnern. Das erfreuliche Wachstum hänge mit dem großen Interesse zusammen, das Bauherren an einem Eigenheim in den Neubaugebieten in Bräunlingen, Döggingen und Waldhausen hätten. Hier erwähnte er vor allem das Neubaugebiet „Hinter dem Kirchle III“, in welchem die vorhandenen 17 Bauplätze in Windeseile neue Eigentümer fanden.
Anschluss am schnellen Internet
Er erinnerte an den Beginn seiner Amtszeit, als Waldhausen flächendeckend Anschlüsse für schnelles Internet erhielt, und verwies auf den sukzessiven innerstädtischen Ausbau und Erhalt der gemeinschaftlichen Einrichtungen in baulicher wie in struktureller Hinsicht. Hierzu zählte er etwa die ärztliche Versorgung, die dank der Bereitschaft des Arztes Mike Lübke aktuell jeden zweiten Samstag gesichert ist.
Bächle zeichnete das Bild einer Stadt für alle Generationen. Er zog den Bogen von der Steigerung um 150 neue Kindergartenplätze bis zum Seniorenzentrum. In diesem Kontext hob er den 2022 ins Leben gerufenen Bauernhofkindergarten in Waldhausen als ein besonderes Beispiel für eine engagierte Bevölkerung hervor. Die Fortschritte auf dem Gebiet der Energiewende oder die erfreuliche Entwicklung der Gewerbebetriebe waren weitere Themen.
Fortschritt beim Schulhaus gefordert
Was der Waldhausener Bevölkerung unter den Nägeln brennt, erfuhr er im Anschluss an seinen Rück- und Ausblick. Horst Kritzer verbarg nicht, dass er zu seiner letzten Amtszeit als Ortsvorsteher mit der Prämisse angetreten sei, einen sichtbaren Fortschritt bei dem seit 1999 diskutierten Umbau des alten Schulhauses/Rathauses zu erzielen. Bächle verwies auf mögliche Varianten wie Abriss, Sanierung und Neubau. Sogar ein Verkauf und Neubau an anderer Stelle komme infrage. „Doch Vereinsräume wird es dort nicht geben und die Raummiete wird deutlich steigen“, berichtete er von Erfahrungen mit der Halle in Unterbränd.
Als wenig erfreulich bezeichneten Anwohner des Neubaugebiets den Verkehr rund um den Bauernhofkindergarten. Bächle sicherte zu, die Smiley-Verkehrsüberwachung an einem besseren Ort zu platzieren und die Beschilderung zu überprüfen. Eine bauliche Veränderung bezeichnete er als schwierig.
Ein weiteres Thema waren Straßensanierungen. Keine Chance sah Bächle für eine Gehweg-Verbindung zwischen Mittel- und Unterdorf. Die Grundstücksverhandlungen mit den Besitzern verliefen bislang negativ.
Wer zahlt für Schulen?
Umlandfinanzierung
Als drohendes Unheil schwebt die geplante Umlandfinanzierung der Schulgemeinden über Bräunlingen und gefährdet so die Zahlungsfähigkeit. Die Stadt müsste anteilsmäßig für die Baukosten an der Lucian-Reich-Schule in Hüfingen und der Realschule in Donaueschingen 7,5 Millionen Euro zahlen. „Wir wären wie viele andere Gemeinden im Kreis auf einen Schlag zahlungsunfähig“, berichtete Bürgermeister Micha Bächle von intensiven Verhandlungen mit den beiden Städten. Das Problem muss aber auch landesweit gelöst werden.