Schnelle Ballwechsel, großer Teamgeist – doch hinter der Badminton-Abteilung des SV Felldorf stehen auch Nachwuchssorgen und steigende Kosten.
Seit 34 Jahren gibt es beim Sportverein Felldorf die Abteilung Badminton. Gespielt und trainiert wird in der Wachendorfer Mehrzweckhalle.
In der Mehrzweckhalle ist Betrieb: Die Badminton-Abteilung des SV Felldorf spielt gegen die SG Ehningen-Gärtringen. Zuschauer – das sind die eigenen Spieler der jeweiligen Mannschaft. Sie feuern sich an, jubeln, wenn ein Punkt gemacht wird. Dabei geht es aber mehr familiär zu. Draußen im Foyer stehen Kaffee und Kuchen parat. Es ist ein langer Spielnachmittag, der bis in den Abend dauert. Um 18 Uhr kommt noch eine weitere Mannschaft.
Die Badminton-Abteilung des Felldorfer Sportvereins gibt es seit Anfang 1992. Hans-Josef Wolfert, der aus Nordrhein-Westfalen nach Starzach gezogen war, hatte sie gegründet. In seiner Heimat wird viel Badminton gespielt, den Sport wollte er nun auch hier ausüben. Die Möglichkeit gab es, weil in Wachendorf die Mehrzweckhalle fürs Training und die Rundenspiele genutzt werden konnte und der Sportverein zustimmte, noch eine Abteilung aufzunehmen.
Badminton-Boom in den 90ern In den 1990er-Jahren erlebte Badminton auch einen kleinen Boom in der Region Rottenburg, Mössingen, Gomaringen und Reutlingen. Jedenfalls nahm die Felldorfer „Sparte“ nach der Gründung bereits 1993/94 an der Spielrunde teil.
Abteilungsleiter Martin Probst ist von Anfang an mit dabei. Der 54-Jährige ist an diesem Spieltag nicht der Älteste: Beim heutigen Gegner ist ein 64-Jähriger im Einsatz. Die Älteren sind vielleicht nicht mehr so reaktionsschnell und beweglich, setzen aber umso mehr ihre Erfahrung ein. Das ist wie bei anderen Sportarten auch: Wenn es um Taktik geht, können die Routiniers immer noch glänzen, erklärt Probst. Im Doppel-Mix mit seiner Partnerin zeigt er allerdings, dass er nach wie vor am Netz hochspringen und schmettern kann. Natürlich ist es ärgerlich, wenn der Ball nicht erwischt wird oder gleich die Angabe im Netz landet. Dann hört man enttäuschte Rufe. „Das Blatt kann sich aber schnell wieder wenden“, sagt Probst. Das gefällt ihm, und auch dass in der Sportart Männer und Frauen zusammen in einem Team spielen.
Bis zu 400 Km/h beim Abschlag Badminton, in Deutschland eine Randsportart, gehört mit zu den schnellsten Ballspielen der Welt. Bis zu 400 Kilometer pro Stunde kann ein Federball beim Abschlag schnell sein. Auch bei dem Kreisliga-Spiel in der Wachendorfer Mehrzweckhalle gibt es rasante Ballwechsel und sehenswerte Aktionen. Neben einer schnellen Reaktion brauchen die Spieler eine gute Kondition, wenn sie sich ans Netz und dann sofort wieder zurück an die Grundlinie bewegen.
Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren Anfangs hat Spartengründer Hans-Josef Wolfert vor mehr als 30 Jahren ein junges Team aufgebaut und trainiert. Das Durchschnittsalter liegt jetzt bei 35 Jahren. Mit Mathias Schlichter und Torsten Zug hat die Abteilung zwei ausgebildete Trainer, Martin Probst übernimmt das Jugendtraining. 27 Mitglieder hat die Badminton-Gruppe des Sportvereins Felldorf insgesamt. Sie kommen nicht nur aus Starzach, sondern auch aus benachbarten Gemeinden.
„Wir können Nachwuchs gebrauchen“, meint Mathias Schlichter. Immer wieder gibt es, wie in anderen Vereinen, eben auch Abgänge durch Berufswechsel und Studium. Hinzu kommt: „Kaum einer weiß, dass es in Starzach Badminton gibt.“
Aufstieg ist nicht geplant Die Wachendorfer Halle reicht von der Höhe her für die Kreisligarunde, in der die Felldorfer Badminton-Mannschaft spielt, aus. Bezirksliga wäre auch noch möglich. Diese Ambitionen haben die Felldorfer im Moment aber nicht. In der Tabelle belegt das Team einen mittleren Platz. Probst: „Aufstieg ist kein Thema. Wir haben zu wenig Spieler, um in der Bezirksliga bestehen zu können.“
Ein Problem betrifft die meisten Vereine. Die Inflation hat sich bei den Ballkosten finanziell belastend bemerkbar gemacht. Pro Spiel werden bis zu 36 Federbälle benötigt. Rund 100 Euro kostet das jedes Mal. Seit Corona seien die Preise in die Höhe geschnellt, erklärt Martin Probst. „Bei uns liegen die Ball-Kosten bei jährlich 5000 Euro“, erzählt ein Spieler der SG Ehningen/Gärtringen. Die Felldorfer sind von daher froh, mit einem Unternehmen einen Trikotsponsor gefunden zu haben.
Badminton spielen
Training
Das Training der Badminton-Abteilung Felldorf ist dienstags von 19 bis 22 Uhr. Die Jugend trainiert mittwochs von 18.30 bis 20 Uhr. Die aktive Mannschaft spielt in der Verbandsrunde, Kreisliga Reutlingen/Zollernalb.