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Badminton Fabian Roth hofft auf Comeback

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Fabian Roth blickt optimistisch voraus: Im kommenden Jahr will er wieder auf dem Badmintonfeld mitmischen. Foto: Heise

In Deutschland ist Fabian Roth weitgehend unbekannt, in Asien jedoch ein gefeierter Sportstar, der auf der Straße Autogramme geben muss. Doch auch in Fernost ist es zuletzt still um den deutschen Meister von 2017 geworden, der seit einem Jahr verletzt ist. Das soll sich schnellstmöglich ändern.

Zwischen Licht und Schatten lagen bei Fabian Roth keine zwölf Monate. Im Februar 2017 bestieg der Herrenalber den deutschen Badminton-Thron, als er im Finale in Bielefeld den neunfachen Meister Marc Zwiebler schlug. Der Kronprinz löste den Altmeister ab. Nur ein Jahr später musste Titelverteidiger Roth in Bielefeld vorzeitig aufgeben. Gesammelte Wettkampfpunkte in diesem Jahr: null. Das Jahrhunderttalent der Badminton-Sportfreunde Neusatz fiel in der Weltrangliste von Platz 38 ins Nirwana.

Gleich zwei Verletzungen machten dem 22-Jährigen einen Strich durch die Rechnung. Ende 2017 plagte Roth ein Bandscheibenvorfall, der ihn schließlich auch bei der deutschen Meisterschaft in Bielefeld zur Aufgabe zwang und die Titelverteidigung kostete. Bis Juni kurierte er den Bandscheibenvorfall aus, ehe er in den USA wieder an einem Turnier teilnahm. Dann die Horror-Verletzung: Gleich im ersten Spiel riss im rechten Knie der Meniskus. Vier Wochen auf Krücken,­ erst nach elf Wochen war überhaupt an Krafttraining zu denken. Nach der Reha auf dem Olympia-Stützpunkt in Saarbrücken steht der Herrenalber jetzt zumindest wieder auf dem Badmintonfeld. Sein Ziel: Anfang 2019 wieder in die nationalen Wettkämpfe einsteigen. Trotzdem will Roth kein Risiko eingehen: "Ich lasse mir lieber eine Woche mehr Zeit."

Talent wird früh entdeckt

Roth stammt aus einer echten Badminton-Familie. Vater Matthias und die beiden älteren Brüder Sebastian und Patrick sind noch heute bei den BSF Neusatz aktiv. Der jüngste Sprössling machte breits mit sechs Jahren seine ersten Schläge. Bei den BSF Neusatz von den Saha-Brüdern – beide malaysische Nationalspieler – trainiert, wurde recht schnell klar, welch Potenzial in Roth steckt.­ "Mein Glück war, dass ich früh entdeckt wurde", unterstreicht der Herrenalber, der bereits in der Altersklasse U11 auf Bundesebene vertreten war. Mit 14 Jahren­ folgte der Wechsel auf das Badminton-Internat in Mühlheim an der Ruhr, 2013 wurde er Jugend-Europameister, anschließend kam er an den Bundesstützpunkt in Saarbrücken. Sein Erfolgsrezept? "Ich bin relativ groß und dadurch ein Angriffsspieler. Außerdem habe ich einen guten Rhythmus, Ballgefühl und bin mental fit. Ich mag Wettkämpfe."

Die Nachwuchshoffnung des deutschen Badmintons blieb zunächst noch im Schatten von Altmeister Zwiebler, ehe im Februar 2017 die Wachablösung folgte. Beide kennen sich gut, trainierten lange Zeit zusammen. "Ich habe zu ihm aufgeschaut. In den gemeinsamen Trainingseinheiten habe ich mich an ihm hochgezogen", schwärmt Roth noch heute von Zwiebler, der im vergangenen Jahr seine Karriere beendete.

Gefragter Mann

Doch nicht nur im Einzel wurde Roth im vergangenen Jahr deutscher Meister. Auch in der Bundesliga holte er mit dem TV Refrath den Titel. 2017 – ein Traumjahr für den Herrenalber, das ihn zu einem gefragten Mann machte. "Man ist natürlich immer auf dem Zettel der Bundesligisten", sagt Roth, der nach der Saison zum Serienmeister 1.  BC Saarbrücken-Bischmisheim wechselte. Doch auch außerhalb der Bundesliga stieg das Interesse an dem damals 21-Jährigen. "Sogar die Sportschau hatte einen Beitrag gebracht", sagt Roth.

Seltene Ehre für eine Sportart, die in Deutschland nur am Rand stattfindet. Das ist allerdings eine Einschätzung, die Roth global betrachtet so nicht teilt. "Wir sind eigentlich keine kleine Sportart, weil wir in Asien extrem populär sind. Da sind die Hallen voll mit 10 000 bis 15 000 Zuschauern", weiß der Herrenalber, der in Fernost ein Star ist: "Das ist wirklich kurios. Wenn ich in Asien bin, werde ich auf der Straße erkannt." Autogramme geben und Selfies mit Fans machen steht dann an der Tagesordnung. Roth genießt das. "Das ist doch etwas Schönes, einmal so eine Aufmerksamkeit zu bekommen", gibt die deutsche Badminton-Hoffnung zu.

Harter Weg zurück

Durch die beiden Verletzungen ist es jetzt allerdings auch schon ein paar Monate her, dass Roth Autogramme in Asien verteilen konnte. Und es wird wohl auch noch ein paar Monate dauern, denn eine Einladung zu einem Turnier ist abhängig von der Platzierung in der Weltrangliste. Dort steht der Herrenalber aktuell auf Platz 513. "Ich muss mich jetzt wieder von Null nach oben kämpfen", verdeutlicht der 22-Jährige.

Hinzu kommt der finanzielle Aspekt, denn wer nicht an Turnieren teilnimmt, kann keine Preisgelder gewinnen. Ohnehin sei eine Profikarriere im Badminton schwierig. "Man macht das nicht, damit man dann sein Leben lang ausgesorgt hat, sondern aus Liebe zum Sport. Man kommt über die Runden und kann seine Miete zahlen", meint Roth, der seit vergangenem Jahr – bedingt durch den Umzug des Bundesstützpunktes – wieder in Mühlheim an der Ruhr lebt. Finanzielle Unterstützung komme von der Deutschen Sporthilfe und vom 1.  BC Saarbrücken-Bischmisheim, für den er durch seine Verletzung aber erst ein Spiel bestreiten konnte.

Parallel absolviert Roth ein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre. "Das ist ein Vorteil der Verletzung, dass ich da jetzt ganz gut vorankomme", schmunzelt der Herrenalber. Außerdem bleibe jetzt mehr Zeit für die Familienbesuche im Nordschwarzwald. Natürlich kreuzt das Jahrhunderttalent dann auch regelmäßig in der Halle der BSF Neusatz auf und schaut vor allem den beiden älteren Brüdern über die Schulter. Gibt er ihnen Tipps? Roth muss grinsen: "Ich sehe da schon ein paar Sachen, die man besser machen könnte."

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