Das Badkap hat auch 2021 wieder investiert, um für Badegäste attraktiv zu bleiben. Dass es – abgesehen von den aktuellen Energiepreisen – günstigere Fixkosten hat als früher die Albstadtwerke, liegt unter anderem an den günstigeren Material-Einkaufspreisen dank der Bädergruppe. Foto: Gern

Warum schafft "g1" das, was die Albstadtwerke nicht geschafft haben: das Badkap zu betreiben, ohne draufzulegen? Und wie viele Badegäste braucht es dafür? Wir haben nachgefragt.

Albstadt-Lautlingen - Der neue Eintrittspreis im Freizeitbad "Badkap" treibt die Leser des Schwarzwälder Boten um – online. An der Kasse zeigten die Besucher nach wie vor Verständnis für den Zehn-Euro-Aufschlag auf den Eintritt für Erwachsene und Ermäßigte, versichert Marcus Eichstädt, Geschäftsführer des Betreibers "g1". Dass nicht alle den erhöhten Eintritt, der den aktuellen Gaspreisen geschuldet ist, mittragen werden, ist ihm bewusst. Dennoch sei die momentane Besucherflaute jahreszeitentypisch: "Nach den Sommerferien ist die Besucherzahl schon immer nicht gut – erst wenn es draußen wieder kalt wird und regnet."

 

Die Bädergruppe kauft günstiger ein

Wie viele Badegäste braucht das "Badkap", um die "schwarze Null", das Jahresziel, zu erreichen? "300 000", sagt Eichstädt – pro Tag also im Durchschnitt 821 Personen. Und wie schafft es "g1", das Freizeitbad überhaupt kostendeckend zu betreiben, was die Albstadtwerke zuvor nicht geschafft hatten und es deshalb zu Ende 2019 mit der Morgengabe von 6,675 Millionen Euro an "g1" übertragen haben? Ein wesentlicher Faktor sei der Einkauf, den nun die Bädergruppe gebündelt erledige und damit viel bessere Preise erziele, als es die Albstadtwerke als lokaler Betreiber gekonnt hätten. Auch der Tarif für das Personal sei bei dem städtischen Eigenbetrieb ein anderer gewesen als in der "g1 Albstadt Betriebsführungs GmbH", sagt Eichstädt.

Die Regelung bei der Übertragung sah vor, dass "g1" 575 000 Euro sofort erhielt, 3,05 Millionen Euro über 6,5 Jahre verteilt und weitere 3,05 Millionen Euro, die an einen mehrjährigen Investitionsplan geknüpft sind.

Die weitere Sauna hat noch Zeit

In diesem ist laut Eichstädt als nächstes der Bau einer weiteren Sauna vorgesehen, doch bei den aktuellen Gas- und Strompreisen sei fraglich, ob er 2023 verwirklicht werde. Was die Investitionen angehe, so habe "bisher auch noch niemand Zeitdruck gemacht", betont Eichstädt. Zumal "g1" bereits kräftig investiert hat – zuletzt in die Runderneuerung des Saunabereichs und einen Kaltwasserraum, eine Wasserbar im Außenbecken, in Duschen und Toiletten sowie in den Restaurantbereich.

Die Verbindlichkeiten sind gesunken

Die Bilanzen des Badebetriebs, die im Bundeszeiger veröffentlicht sind, weisen für Ende 2020 ein Anlagevermögen von 516 221 und ein Umlaufvermögen von 782 753 Euro aus – Letzteres liegt um eine halbe Million Euro über dem Vorjahreswert. Die Verbindlichkeiten hat "g1" im selben Zeitraum von 1,5 auf 1,2 Millionen Euro gesenkt. Durchgängig bei Null liegt seit Jahren das Eigenkapital. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag ist hingegen von 1,37 Millionen auf 950 791 Euro gesunken. Die Bilanz von 2021 ist noch nicht veröffentlicht.