Geschäftsführerin Kristin Krawenka (links) und Bianca Duvenstäster (rechts) ernannten Klaus Schmieder zum Ehren-Präsidenten des Landesverbandes der Imker. Foto: Störr

Beim Badischen Imkertag standen in der Haslacher Stadthalle zwei Tage lang die Bienen im Mittelpunkt. Klaus Schmieder wurde zum Ehrenpräsidenten des Landesverbandes ernannt und nun trägt der neue Lehrsaal der Imkerschule Heidelberg seinen Namen.

Hochrangige politische Gäste hatten sich am Samstag eingefunden, um an der Vertreterversammlung der Badischen Imker teilzunehmen. Entsprechend ausführlich fiel die Begrüßung durch Präsident Klaus Schmieder (Fischerbach) aus. Dass auch alle Bienenwissenschaftler der Landesanstalt für Bienenkunde an der Uni Hohenheim sowie die zuständigen Fachberater anwesend waren, freute ihn besonders.

Bienenwirtschaftlichen Ausstellung im Foyer

Als neue hauptamtliche Geschäftsführerin stellte sich dann Kristin Krawenka der Versammlung vor. Die studierte Agrarökologin promovierte zum Einfluss der Landschaftsstruktur auf Wildbienen und solitären Wespen sowie deren Gegenspieler in der Agrarlandschaft. Seit 15 Jahren ist sie selbst Imkerin und weiß somit fundiert, von was sie spricht.

Haslachs Bezirksvorsitzender Hermann Matt informierte über Organisatorisches und lud zum Besuch der zweitägigen Bienenwirtschaftlichen Ausstellung im Foyer der Stadthalle und dem Kapuzinerkloster sowie dem Besuch des Trachtenmuseums ein. Haslachs Bürgermeister Philipp Saar eröffnete die Reihe der Grußworte und freute sich auf das spannende, informative und kurzweilige Programm des Landesverbandes.

Landes-Justizministerin Marion Gentges (CDU) verwies auf die Bedeutung der Bienen in Sachen Biodiversität und Artenschutz. Beim Imkern gehe es aber auch um die Beziehung zu Menschen, für sie selbst wäre das Erleben eng mit dem Großvater verbunden. Sie wünschte den vielen Vertretern des Landesverbandes gute Informationen – und im eigenen Interesse augenzwinkernd auch gute Erträge.

Staatssekretärin Sandra Boser (Grüne) bedankte sich für die Arbeit mit den Bienen, die dem Gemeinwohl dienen würde. „Es ist nicht nur der Honig, sondern auch die Bestäubungsleistung, mit der ein wertvoller Beitrag für die Biodiversität geleistet wird“, betonte sie. Landesweit würden Imker einen wertvollen Bildungsbeitrag in Sachen Nachhaltigkeit leisten und wären an vielen Stellen wichtige Partner.

Imkerei steht vor enormen Herausforderungen

Als Präsident des Deutschen Imkerbundes betonte Torsten Ellmann: „Emotionen sind wichtig – aber wir haben in der Imkerei nicht Bullerbü.“ Es gelte enorme Herausforderungen zu meistern, um die Produkte zu sichern. Und dazu zähle nicht nur der Honig. Denn allein die Bestäubungsleistung der Bienen habe für Erzeuger einen Wert von zwei Milliarden Euro. „Eine Honorierung dieser Leistung muss möglich werden“, forderte der DiB-Präsident. Hinsichtlich enorm gestiegener Kosten wäre die Marge gering, es gebe nur sehr wenige gewerbsmäßige Imker. Man müsse als Imkerbund moderner und schlagkräftiger werden, die Ärmel hochkrempeln und Lösungen mit der Landwirtschaft gemeinsam denken. Für die sogenannten grünen Verbände sprach Rosa Karcher, die Präsidentin der südbadischen Landfrauen. Sie verwies auf die Biene als kleinstes Haustier, die boomende Imkerei und die wachsenden Herausforderungen.

Auch Landwirtschaftsminister Peter Hauck hatte sich eigens auf den Weg nach Haslach gemacht. Die Imkerei leiste einen wichtigen Beitrag in der Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel. Die Biodiversität liege in einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, nicht nur die Landwirte, sondern auch Kommunen und zuletzt jeder einzelne Gartenbesitzer wären gefragt. Klaus Schmieder habe er für seine Verdienste im vergangenen Oktober mit der Staatsmedaille in Gold ausgezeichnet, neben steigenden Mitgliederzahlen habe er sich besonders um die Erneuerung der beiden Imkerschulen in Heidelberg und Oberentersbach verdient gemacht. „Sie können stolz darauf sein, was Sie in den vergangenen acht Jahren geleistet haben“, lobte der Minister.

Im Rahmen der Regularien bilanzierte Klaus Schmieder seine achtjährige Präsidentschaft: „Es war nicht immer einfach – und ich war nicht immer pflegeleicht. Aber die Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden war fruchtbar.“

Ehrungen

 Bianca Duventäster oblag es als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes, Klaus Schmieder zum Ehrenpräsidenten zu ernennen. „Hoffentlich werden es die schönen und richtungsweisenden Momente sein, die in Erinnerung bleiben“, wünschte sie. Das sichtbarste Ergebnis seiner Präsidentschaft wäre in den renovierten Imkerschulen zu sehen, deshalb gibt es Heidelberg jetzt auch einen Klaus-Schmieder-Lehrsaal. Aus den 134 Mitgliedsvereinen des Landesverbandes wurden verdiente Mitglieder ausgezeichnet. Aus dem Ortenaukreis erhielt Klaus Dieterle (Imkerverein Kinzigtal) die Ehrennadel des Landesverbandes in Gold.