Badens Winzer rechnen für 2024 mit weniger Wein als in den vergangenen zwei Jahren. Der Badische Weinverband in Freiburg sieht zudem Probleme bei der Vermarktung und der Schädlingsbekämpfung.
Badens Winzer rechnen für den Jahrgang 2024 mit einer durchschnittlichen Erntemenge von rund 72 bis 73 Hektolitern Wein je Hektar Anbaufläche. Man werde rund 100 bis 110 Millionen Liter Badischen Wein keltern, so der Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands Holger Klein bei einer Pressekonferenz in Vogstburg.
Die Weine seien „sehr vielversprechend, fruchtbetont und aromatisch“, so Klein. Allerdings habe das Jahr die Winzer viele Nerven gekostet. Schuld daran seien vor allem die späten Frostnächte um den 21. und 22. April gewesen sowie der viele Regen, der im Schnitt um 50 Prozent über dem langjährigen Mittelwert lag, habe die Pilzbekämpfung zur Herausforderung gemacht.
Exporte ins Ausland als Ziel
Der Weinbau bringe viele Herausforderungen mit sich, so Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Den Betrieben drohe eine Welle an Problemen für den Weinbau: Der Absatz sei insgesamt um rund zehn Prozent seit 2021rückläufig, es werde aber nach wie vor über dem Konsum produziert, in der Folge drücke der Einzelhandel erfolgreich die Preise.
Die freiwillig finanzierte Badische Weinwerbung gibt es nach jahrelangen Querelen mit der wenig zahlungswilligen Winzerschaft nicht mehr. Bundesweit ist das ein einmaliger Missstand. Allen sei klar: „Wir müssen da was tun“, so Holger Klein. Das Land unterstütze die Idee einer neuen Form der gemeinsamen Weinwerbung, so Hauk. „Freiwillig wird die dann aber eher nicht sein“, so Klein.
Die Idee, mit Badischem Wein im Auslands zu punkten ist angesichts dieser Voraussetzungen und einer Exportquote von einem Prozent derzeit ein Wunschtraum. Anlass für Pessimismus sei das aber keiner, so Minister Hauk. Schließlich sei die Qualität der Produkte gut.
Schädlinge als Problem
Parallel dazu lasse man aber auch gegenüber dem Bund nicht locker bei dem Versuch, mehr Fördermittel für Winzer loszueisen, die Rebflächen im Wechsel auch mal einige Jahre brachliegen lassen, um die Artenvielfalt zu stärken und Überproduktionen zu reduzieren.
Neue Bedrohungen für wie Weinreben durch invasive Schädlinge wie den Japankäfer und die Amerikanische Zikade müssten diskutiert und bekämpft werden. „Auch wenn das ,Wie’ nicht jedem gefallen werde“, sagt Weinbau-Präsident Rainer Zeller mit Blick auf den konventionellen Pflanzenschutz im Weinbau.