Immer häufiger kommt es an heißen Tagen zu Badeunglücken, im Zollernalbkreis kam es jüngst zu geich zwei solcher Vorkommnisse. Das tut das DLRG.
Die Absicht der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Menschen vor dem Ertrinken retten. Mit diesem Ziel wurde die Organisation 1913 in Leipzig gegründet. Mittlerweile ist sie mit fast 580 000 Mitgliedern in rund 2000 örtlichen Vereinen die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt.
Auch im Zollernalbkreis sorgen 14 Ortsgruppen für mehr Sicherheit im und am Wasser.
Bilanz zum vergangenen Jahr zieht Frank Weber, Vorsitzender der DLRG Bezirk Zollernalb, und gibt einen Einblick in die Arbeit der Organisation vor Ort.
Badeseen werden überwacht
Die DLRG arbeitet im Sommer an jedem Wochenende mit freiwilligen Rettungsschwimmern, die ehrenamtliche Wachdienste an den Badeseen leisten. „Bisher schaffen wir es noch, nahezu jedes Wochenende mit Sonnenschein abzudecken, können aber natürlich nicht sagen, wie lange diese Bereitschaft bei den Freiwilligen noch anhalten wird“, so Weber.
„Wir versuchen intern alle Anreize dafür zu schaffen und haben für Einsätze über die 112 derzeit ein 25-Köpfiges Team an ausgebildeten Wasser- und Strömungsrettern die bei Badeunfällen alarmiert werden.“
Bei Hochwasser im Einsatz
Das bedeutet: Für alles, was außerhalb der Wachzeiten am Wochenende passiert und sobald Verunfallte gesucht werden müssen, sind sie zur Stelle. „Dieses Team deckt aber auch Hochwasser-Einsätze wie zum Beispiel im Mai in Bisingen ab und ist dafür speziell ausgebildet“, fügt der Vorsitzende ergänzend hinzu. Insgesamt sehe man sich derzeit sehr gut aufgestellt.
Einsatz bei Badeunglück in Schömberg
„Im Jahr 2023 hatten wir einen Einsatz beim Badeunfall in Schömberg“, berichtet er. Dabei konnte ein 61 Jahre alter Schwimmer nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. Beim Hochwasser in Balingen Anfang Mai des vergangenen Jahres wurde die Wasserrettungsgruppe Zollernalb zu mehreren Einsätzen alarmiert, im Zuge derer mehrere Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden mussten.
„2024 sind wir durch das Hochwasser in Bisingen bereits jetzt bei acht Einsätzen“, berichtet Weber. „Dazu zählen zwei Einsätze an der Eyach, zudem die beiden Einsätze am vergangenen Wochenende an den Stauseen in Schömberg und Oberdigisheim.
Idealerweise soll es gar nicht erst zum Einsatz kommen
„Die DLRG ergreift viele Präventiv Maßnahmen und ist als Aufsicht an den Wochenenden an allen Badeseen im Zollernalbkreis aktiv“, sagt der DLRG-Vorsitzende. „Dadurch werden sehr viele Unfälle verhindert, die wir natürlich nicht aufführen.“ Dazu zähle unter anderem auch die Beschilderung an Badeseen zu den Gefahren am See.
Badegäste werden direkt angesprochen
„Außerdem sprechen wir Badegäste aktiv an, sobald wir die Vermutung haben, dass sie in eine Gefahrensituation kommen könnten, beispielsweise beim Schwimmen außerhalb des Schwimmerbereichs, bei Sprüngen von abgesperrten Felsen in den See oder bei allgemeinem schwachem Eindruck des Badegastes.“
Schwimmkurse wichtiger Bestandteil
Doch nicht nur an den Badeseen sind die DLRG’ler tätig. „In unseren Schwimmkursen werden die Baderegeln mit als erstes gelernt“, sagt Weber. „Außerdem sind wir in Schulen aktiv und klären Schülerinnen und Schüler über das Verhalten im und am Wasser auf.“ Auch bilde die Organisation Jung und Alt zu sicheren Schwimmern und Rettungsschwimmern aus.
Gefahren des Wassers bekannt
Die Gefahren des Wassers scheinen der Mehrheit der Badegäste bewusst zu sein, Ausnahmen ziehen jedoch mehr Aufmerksamkeit auf sich, so der Vorsitzende. „Wir beobachten an den Seen sehr viele Menschen, die gut mit dem Element Wasser umgehen und sich auch sehr umsichtig verhalten. Diejenigen auf die das nicht zutrifft stechen natürlich hervor, sind aber nicht das Gesamtbild.“
Oftmals seien es medizinische Hintergründe bei älteren Menschen oder die mangelnde Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen, die Anlass zu einer Rettung geben. „Daher können wir nur immer wieder an die genannten Hinweise appellieren und arbeiten täglich an der Verbesserung der Schwimmfähigkeiten im Zollernalbkreis.“
Tipps für sicheren Badespaß im und am Wasser – das rät die DLRG
Für die restliche Badesaison hat Frank Weber noch einige Tipps, wie der Wasserspaß möglichst ohne Vorfälle abläuft.
„Niemals alleine baden gehen. In beiden Fällen am vergangenen Wochenende war dies der entscheidende Erfolgsfaktor für die Auffindung der Personen“, so der DLRG-Vorsitzende. Denn: „Eine Rettungsaktion ohne Vermutung zu einem Standort macht es enorm zeitaufwendig und bei dieser Art von Unfällen zählen Sekunden“, erklärt er. „Es sollte auf sich und andere Mitmenschen geachtet werden. Es sollte nur baden gehen, wer sich wirklich fit fühlt.“
Ebenfalls zu beachten: „Man sollte sich nicht auf Schwimmhilfen verlassen, sowohl für sich selbst, als auch für Kinder“, warnt Weber. „Von den Schwimmflügeln bis zur Luftmatratze kann im Wasser alles kaputt oder verloren gehen. Kinder und ältere Menschen seien außerdem besonders gefährdet. „Wenn man den Eindruck hat, dass jemand im Wasser überfordert ist, sollte man denjenigen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig darauf ansprechen.“
„Auch sollte nicht die Auswirkung von kaltem Wasser auf den aufgeheizten Körper unterschätzt werden“, so der DLRG-Vorsitzende. „Man sollte sich langsam abkühlen und erst dann ins Wasser gehen. „Gerade auf dem Stand-up Paddel oder Ähnlichem entstehen viele Unfälle“, weiß er. „Durch die schnelle Abkühlung erschrickt sich der Körper und kann in einen Schock-Zustand verfallen.“ Bei Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen könne das schwere gesundheitliche Folgen haben, die in der Kombination mit dem Element Wasser zum Tod führen können.