Die Wasserschutzpolizei untersucht den Badeunfall bei Grißheim (Symbolfoto). Foto: Maximilian Müller

Mehrere Personen sind beim Baden im Rhein an der Nato-Rampe bei Grißheim in Not geraten. Ersthelfer handelt geistesgegenwärtig.

Zwei Väter sind am Sonntag gegen 16 Uhr mit ihren Kindern an der ehemaligen Nato-Rampe bei Grißheim im Rhein baden gegangen. Hierbei gerieten die insgesamt sechs Personen in einen Strudel, aus dem sie sich mit eigener Kraft nicht mehr befreien konnten, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen, zu dem die Wasserschutzpolizei gehört.

 

Einem der Väter gelang es, unter enormen Anstrengungen sich und seinen achtjährigen Sohn aus dem Sog zu befreien. In Folge dessen wurde er mit Ermüdungserscheinungen zur medizinischen Versorgung in eine Klinik gebracht, aus der er bereits am Abend wieder entlassen werden konnte.

Den übrigen Personen kam ein Mann zu Hilfe, der geistesgegenwärtig Rettungswesten bei einem nahe gelegenen Kanuverleih besorgt hatte und sich ebenfalls ins Wasser begab. Mit vereinten Kräften konnten alle Personen wohlauf an Land gebracht werden.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr waren alle Verunfallten in Sicherheit. Zwischenzeitlich waren sowohl die Freiwillige Feuerwehr als auch die Wasserretter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sowie ein Rettungshubschrauber alarmiert worden und konnten den Einsatz noch während der Anfahrt abbrechen. „Wir mussten glücklicherweise nicht mehr tätig werden“, erklärte Neuenburgs Gesamtkommandant Andreas Grozinger auf Nachfrage unserer Zeitung.

Strömungsretter sind speziell für den Einsatz im Wildwasser, in fließenden Gewässern sowie bei Hochwasser geschult. Zur Ausstattung gehören unter anderem Neoprenanzug, Helm und Wildwasserweste. Foto: Alexander Anlicker

Seitens der DLRG waren unter anderem zwei Bootsgruppenfahrzeuge aus Breisach und Freiburg sowie das Tauchgruppenfahrzeug der Ortsgruppe Müllheim-Neuenburg mit speziell ausgebildeten Strömungsrettern unterwegs.

Die Wasserschutzpolizei rät dringend geeignete Schwimmhilfen zu tragen, die den Schwimmfähigkeiten der Person entsprechen (Schwimmgurt, Schwimmflügel oder Schwimmboje). Insbesondere der Rhein birgt durch seine gefährlichen Strömungen und Strudel viele Risiken, die auf den ersten Blick oftmals nicht erkennbar sind.

Wie soll man sich verhalten, wenn man in einen Strudel gerät? Alexander Schropp, der Vorsitzende der Ortsgruppe Müllheim-Neuenburg, ist als Ausbilder und Referent Strömungsrettung des DLRG-Bezirks Breisgau Experte für die Rettung aus fließenden Gewässern.

Alexander Schropp bildet bei der DLRG Strömungsretter aus. Foto: Alexander Anlicker

Generell sollte am Rhein eine Schwimmweste getragen werden, aus der man nicht herausrutschen kann, erklärt er. Das gelte auch für Stand-Up-Paddler. „Wenn man in einen Strudel gerät, gilt zunächst einmal Ruhe bewahren und nicht versuchen gegen die Strömung anzuschwimmen. Auch kann man die Luft anhalten und mit dem Strudel unter- und seitlich wegtauchen, wie man es in einem Rettungsschwimmkurs lernt. Irgendwo muss das Wasser ja hin“, sagt Schropp.