Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in und um Freiburg schnellt in die Höhe. Oft wird die Gefahr von stehenden und fließenden Gewässern unterschätz. In vielen Fällen sind mangelnde Schwimmfähigkeiten die Ursache.
Die Statistik alarmiert und stimmt traurig: Alleine im Freiburger Stadtgebiet sind in den vergangenen Wochen sechs Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. „Ich kann mich an so eine traurige Häufung nicht erinnern“, sagt Pressesprecherin Ute Nostadt von der Freiburger DLRG.
Was auffalle dabei und den Bundestrend abbilde: Häufig seien junge Flüchtlinge betroffen, in Freiburg zuletzt in drei von vier Fällen. „Junge Migranten sind häufig Nichtschwimmer. Und sie können die Gefahr nicht abschätzen, die zum Beispiel in einem Baggersee lauert“, erklärt Nostadt. Solche Seen seien häufig sehr flach im Uferbereich, dann komme eine plötzliche Bruchkante, und dort lauere die tödliche Gefahr für Nichtschwimmer, im Wasser unterzugehen. „Der junge Mann, der zuletzt im Flückigersee ertrunken ist, wurde in einer Tiefe von 13 Metern geborgen“, berichtet Nostadt.
Gefahr lauert auch in Flüssen wie dem Rhein
Aber auch in Schwimmbädern und vor allem im Rhein habe es zuletzt tödliche Unfälle gegeben. Der Rhein sei eine gefährliche, industriell ausgebaute Wasserstraße. „Das ist, als würde man auf der Autobahn spazierengehen wollen, wenn man dort an manchen Stellen schwimmen geht“, sagt Nostadt. Derzeit führe der Fluss viel Wasser, was die Gefahr noch größer mache, vor allem für unerfahrene Schwimmer. „Im vergangenen Sommer hatten wir zudem viele Notfälle mit Kanufahrern und mit Menschen, die mit den Stand-Up-Paddel unterwegs waren. Da würde das Tragen einer Schwimmweste oft helfen“, so die DLRG-Sprecherin. Wenn bei manchen Notfällen dann noch Party-Laune und Alkohol im Spiel seien, sei die Gefahr noch größer: „Man denkt, man springt mal eben kurz in den Rhein zur Abkühlung“, sagt die DLRG-Sprecherin. Aber ein erhizter Körper könne dann leicht zumachen und mit Herz-Kreislauf-Problemen mit lebensgefährlichen Folgen reagieren.
Vorsicht und ein Bewusstsein für die Gefahren stehender und fließender Gewässer sei bei steigenden Temperaturen draußen unerlässlich, sagt Ute Nostadt. Und das Wissen um die Gefahren: „Wir haben schon Info-Veranstaltungen in der Landeserstaufnahme in Freiburg für Geflüchtete, die nicht schwimmen können, gemacht“, berichtet die DLRG-Sprecherin. „Aber natürlich sollte wirklich jeder schon früh schwimmen lernen. Egal, ob im Verein oder bei der DLRG, Kinder sollten unbedingt Schwimmkurse besuchen.“
Schwimmflügel oder eine Luftmatratze böten keine echte Sicherheit. Dazu hoffe sie, dass in Freiburg wieder Bewegung in die Gespräche komme, die örtlichen Badeseen mit einer einfach verständlichen Beschilderung zu versehen, die vor den Gefahren des Wassers warnt, um weitere Unfälle in der Zukunft zu verhindern.
Das Engagement, beispielsweise beim Bürgerverein Mooswald, in dessen Stadtviertel sich der Flückigersee befindet, sei da. Nun hoffe man auf eine schnelle Umsetzung der Warnhinweise.