Die Besucherzahlen lagen im Badepark Nagold vor der Corona-Zeit höher. Foto: Thomas Fritsch

Mit dem Badepark hat Nagold ein attraktives Angebot im Freizeit-Portfolio. Doch die Besucherzahlen liegen weiter deutlich unter denen der Vor-Corona-Jahre. Was sind die Gründe?

Nagold ist ein stolzes Mittelzentrum. Und als solches steht der Stadt eine Freizeitattraktion wie der Badepark natürlich gut zu Gesicht. Und das lässt sich die Stadt ja auch Jahr für Jahr einiges kosten.

 

Denn ein Bad zu betreiben, das ist fast immer ein Zuschussgeschäft, selbst bei einem Jahrhundertsommer zahlt die Stadt Nagold drauf. Im Jahr 2024 lag der Abmangel nach Angaben der Stadt bei rund 1,24 Millionen Euro. Die Zahl von 2025 liegt noch nicht vor.

89 569 Besucher kamen 2025 in den Badepark Nagold

Anders die Besucherzahlen, die stehen für 2025 bereits fest. Und die liegen auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den zwei Jahren davor. 89 569 Besucher kamen 2025, im Jahr 2024 waren es 854 mehr, und 2023 kamen 90 528 Gäste in den Nagolder Badepark.

Damit bleibt der Besuch weiter unter dem Niveau der Vor-Corona-Jahre, zum Teil deutlich: 2015 bis 2019 lagen alleine die Sommerbesuchszahlen im Bereich zwischen 80 000 und 100 000.

Nach einem Einbruch während der Corona-Jahre 2020 und 2021 gab es zunächst 2022 wieder ein besucherstarkes Jahr mit 92 000 Badegästen in der Sommersaison. Jedoch: „Seit 2023 verzeichnen wir wieder eine leichte Abnahme der Sommerbesucher“, teilt die Stadt Nagold auf Nachfrage der Redaktion mit. Zum Vergleich: 2025 lag die Zahl der Sommerbesucher bei 68 909.

Eine Sommersaison ist freilich immer auch abhängig vom Wetter. Besorgniserregender sind deswegen eher die Winterzahlen. „Der Winter stellt sich etwas anders dar“, teilt Nagolds Pressesprecherin Julia Glanzmann mit. Während in den Wintermonaten der Jahre 2015 bis 2019 zwischen 30 000 und 33 000 Besucher in den Badepark strömten, waren es nach Corona ab 2022 lediglich nur noch rund 15 000 Besucher.

Offen für Neues: 2025 gab es im Badepark eine Sommerparty. Foto: Aylin Kaya

Zudem informiert die Stadt: „Im Winter 2022/2023 war das Warmaußenbecken aufgrund der weltweiten Energiekrise geschlossen, was zu einem weiteren Besucherrückgang führte.“ Immerhin: „Seither steigen die Besucherzahlen im Winter wieder an.“

„Viele Familien sparen bei Freizeitaktivitäten“

Bei der Ursachensuche tut man sich schwer. „Die Gründe für die Zahlen sind sicherlich vielschichtig.“ Zeitmangel und veränderte Freizeitgewohnheiten spielten womöglich eine Rolle. Doch auch der finanzielle Druck für Familien könnte ein Thema sein. Julia Glanzmann weiß: „Viele Familien sparen bei Freizeitaktivitäten, da das verfügbare Einkommen unter Druck steht.“

Auch „zunehmende Unsicherheiten, was das Wetter angeht“, macht man im Badepark-Team als möglichen Grund aus.

Das Marketingkonzept soll verbessert werden

Doch generell bleibt man positiv. In den Wintermonaten 2025 gab es zum Beispiel mit 20 660 Besuchern auch schon wieder ein recht ordentliches Ergebnis.

Bei der Stadt baut man auf eine „noch stärkere Kundenorientierung durch unser freundliches und hilfsbereites Personal“. Doch auch das Marketingkonzept soll verbessert werden, zudem kündigt die Stadt „eine Attraktivierung in verschiedenen Bereichen“ an. Alles mit dem Ziel, der negativen Entwicklung entgegenzusteuern.