Splash-König Paul Strai beim Sprung ins kühlende Nass Foto: Alexandra Günzschel

Zur Saisoneröffnung im Parkschwimmbad konnten Kinder und Jugendliche zahlreiche neue Sportarten entdecken.

Es herrschte nicht gerade Badewetter, als am Samstag die Freibadsaison eröffnet wurde. Der Sporttag „Badenova bewegt“ lockte bei freiem Eintritt dennoch zahlreiche Familien an. Denn für die Kinder war auf den Wiesen rund um die Becken wieder einiges geboten, so dass der Freibadbesuch auch ohne „Anbaden“ keineswegs langweilig wurde.

 

Bei „Badenova bewegt“ erhalten regionale Vereine eine Bühne, um junge Menschen für ihren Sport zu begeistern. Diese wiederum können sich ausprobieren und neue Talente an sich entdecken. Dabei gehört der niederschwellige Zugang bewusst zum Konzept, wie Jens Hoffmann von Badenova vor Ort betont. Am Nachmittag ist er froh, dass sich das regnerische Wetter doch noch verabschiedet hat, und nach und nach mehr Besucher ins Freibad strömen. Zum 17. Mal hat er die Veranstaltung organisiert. Diesmal stehen ihm Marek Gellert und weitere fünf Helfer zur Seite. Den Rest stemmen die Vereine sowie das SAK Lörrach, das als Veranstaltungspartner auf dem benachbarten Areal zu einem Tag der offenen Tür mit ergänzenden Angeboten einlädt. Mit dabei ist diesmal auch die DLRG-Ortsgruppe Lörrach mit dem Angebot an die jungen Gäste, diverse Schwimmabzeichen zu absolvieren.

Potenzielle Talente entdeckt

Beim Tischtennisclub, dem TTC Lörrach, findet gerade der Schichtwechsel statt. „Es hat Spaß gemacht“, sagen Ralf Homberger und seine beiden Mitstreiter trotz des Auftakts im Regen. Die Tischtennisplatte wurde durch ein Zelt geschützt. Dennoch sei der Andrang so groß gewesen, dass einige der Kinder im Regen stehen mussten. Das habe ihnen aber offenbar nichts ausgemacht und auch diesmal seien wieder einige potenzielle Talente dabei gewesen, erklären die drei TTC-Mitglieder.

Auch Nischenangebote haben hier eine Plattform

Auch vor dem Flag-Football-Stand hat sich eine veritable Schlange Neugieriger gebildet. Die noch neue Abteilung des TuS Lörrach-Stetten verfügt derzeit gerade einmal über ein gemischtes Team. Flag-Football sei ideal für den Einstieg in den Sport, erklärt Marco Urso am Stand der Abteilung. „Hier kommt es mehr auf Schnelligkeit an als auf Kraft“, und auch das Verletzungsrisiko sei geringer. Der Name Flag-Football bezieht sich auf die am Gürtel angebrachten Flaggen. Werden diese vom Gegner abgerissen, wird das Spiel gestoppt. Das Flaggenziehen ersetzt somit den mitunter heftigen Körperkontakt.

„Schachspielen schadet der Dummheit“

Ein paar Schritte weiter ist mit Verletzungen eher nicht zu rechnen. Dort hat sich der Schachclub Brombach an zwei Tischen ausgebreitet. An den Schachbrettern herrscht am Nachmittag Konzentration. „Ich denke, wir können den Tag nach einem schwachen Auftakt doch noch als Erfolg verbuchen“, sagt der stellvertretende Jugendleiter Stephan Sutter. Er rechnet damit, dass sich der eine oder andere Interessent demnächst mal im Club blicken lässt. „Schachspielen schadet der Dummheit und fördert die Frustrationstoleranz“, wirbt er für seinen Sport. Im Brombacher Club gibt es derzeit etwa 120 Spieler, 30 bis 40 von ihnen sind Kinder und Jugendliche.

Am Beckenrand freut sich Bademeister Julian Müller darüber, dass sich an diesem vergleichsweise kühlen Mai-Tag doch noch recht viele Besucher ins Wasser gewagt haben. 60 waren es bestimmt, schätzt er am sonnigen Nachmittag.

Wettbewerb zum Splash-König

Zur selben Zeit droht am Sprungbecken erstmals der Wettbewerb zum Splash-König respektive der Splash-Königin auszufallen. Hoffmann will fast schon aufgeben, als der Vorjahressieger Paul Strai um die Ecke biegt und seinen Titel verteidigen will. Der Wettbewerbsleiter gibt alles und kann schließlich doch noch zwei Brüder zum Mitmachen bewegen. Semian und Nias Michal schlagen sich hervorragend, haben am Ende aber keine Chance gegen den älteren und erfahrenen Paul.

Zum ersten Mal mit dabei sind in diesem Jahr die „Streetkickers39“. Die soziale Organisation will Chancengerechtigkeit durch Sport fördern, wie Sven Scheurer vor Ort erklärt. Angeboten würden etwa kostenlose Camps, auch speziell für Mädchen. Es gehe um ein respektvolles Miteinander, die Förderung des Kampfgeistes, vor allem aber um den Spaß.

Beim Blick auf das kleine Kickerfeld scheint die Rechnung aufzugehen. Ein paar Mädchen liefern sich dort gerade einen spannenden Kampf um den Ball.