Florian Armbruster alias Mad Dog Rhymes aus Dunningen im Kreis Rottweil Foto: Cools

Show kann es mit dem amerikanischen Vorbild aufnehmen. Auch Mad Dog Rhymes aus Dunningen ist mit dabei.

Bad Wildbad - Gut gegen Böse, große, braungebrannte Muskelberge gegen kleine, bleiche Außenseiter, die mit taktischer Finesse überraschen, David gegen Goliath und das Spiel mit der Provokation, der Wut und den knallharten Kampftechniken – mehr als 250 Zuschauer sind gekommen, um das große Wrestling-Event der baden-württembergischen "Outlaws" zu verfolgen.

Einige identifizieren sich schon durch Tattoos, Kleidung oder Fanartikel als Anhänger des amerikanischen Vorbilds, der schillernden Welt von "Raw" und "Smackdown". Bei den Amateurwrestlern in Bad Wildbad heißt es nun: "Summer is calling" – und damit auch der Schmerz.

Bei der Show mit zahlreichen Gastkämpfern aus München, Berlin, der Schweiz und England treffen nicht nur Athletik und Entertainment aufeinander, sondern auch Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: etwa Randy The Lumberjack, Roster des OWG, mit seiner Axt und seinem Powerhouse-Style, mit dem er seine kraftmäßige Überlegenheit ausspielt. Aber auch Diablo mit der Maske und teuflischen Tricks oder Furious Avery, die ihrer am Boden liegenden Konkurrentin Stephi Stern eine Rose auf die Brust legt, als wolle sie diese begraben.

Kampf geht außerhalb des Rings weiter

Der erste Höhepunkt des Abends ist der Kampf der Giganten – ein Match der Superlative. Muskelberg Bram, professioneller britischer Wrestler, tritt gegen Drake Destroyer – auch the Beast genannt – an. In dem Kampf geht es um den OWG World Heavyweight Champion Titel. Für die einander ebenbürtigen Über-100-Kilo-Männer ist die Arena zu klein.

Zwischen den Zuschauern werfen sie einander über Tische, stülpen sich Mülleimer über den Kopf oder spucken dem anderen Wasser aus den Bechern der Zuschauer ins Gesicht. Auch der Referee (Schiedsrichter) hat ihnen nichts entgegenzusetzen. Letztlich unterliegt Bram nach mehrmaligem Auszählen unter dem Johlen und Schreien des Publikums dem Beast.

Erstmals findet daraufhin bei der OWG ein Turnier statt, in dem sogenannte Tag Teams im K.O.-System gegeneinander kämpfen. Als scheinbar unschlagbares Team treten dabei Diablo, bekannt für seinen "Spear", und Publikumsliebling Mad Dog Rhymes von der OWG auf. Beide haben noch etwas gutzumachen: Bei der vergangenen Veranstaltung, dem ­X-Mas Bash, haben sie ihre Champion-Titel verloren.

Mad Dog Rhymes mischt den Ring auf

Florian Armbruster aus Dunningen-Seedorf (Kreis Rottweil), alias Mad Dog Rhymes, macht schon beim Eintreten in die Arena klar, dass mit ihm nicht zu spaßen ist: mit einem wütenden Schrei und Würfen wie dem Fireman’s Carry, bei dem der Gegner erst auf die Schulter genommen und dann auf den Rücken geworfen wird. So erledigt das Team einen Kämpfer nach dem anderen, diejenigen von der befreundeten Wrestling-Vereinigung EWS aus Erding besonders gern.

Im Kampf gegen den OWG-Kollegen Tony Nitro geschieht dann das Unglaubliche. Mit einem martialischen Schrei rennt der Spalter, bekannt unter anderem aus der TV-Sendung Berlin Tag und Nacht, in die Arena und zerstört alles, was ihm in die Quere kommt. So müssen auch Diablo und Mad Dog Rhymes trotz brutaler Schläge letztlich die Waffen strecken.

Fans stürmen den Merchandise-Stand

Doch der Berliner und Tony Nitro haben die Rechnung ohne die Bad Boys der OWG, Ripper und John Reilly, gemacht. Trotz der Anfeuerungsrufe der Zuschauer unterliegt der Spalter, und die Bad Boys reißen sich den Tag-Team-Titel unter den Nagel. Nach der Show gibt es für die durchgeschwitzten und erschöpften Fans mit vor Anfeuerrufen rauen Kehlen nur noch ein Ziel: den Merchandise-Stand, um mit dem Idol ein Foto zu machen, eine Actionfigur zu kaufen oder mit dem Shirt eines der amerikanischen Vorbilder zu zeigen, dass man sich in der Wrestling-Szene auskennt.

Die OWG indes ist zufrieden mit ihrem Summer-Event, auf das im Dezember die "Night of Pain" folgen wird. Und tatsächlich können sowohl Storyline als auch Kampftechniken, Charaktere und die Kämpfer selbst es mit dem amerikanischen Vorreiter aufnehmen.