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Bad Wildbad "Wir fangen nichts komplett Neues an"

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Trotz angespannter finanzieller Lage blickt Bürgermeister Klaus Mack optimistisch auf das Jahr 2020 Foto: Mutschler Foto: Schwarzwälder Bote

Am Jahresbeginn nutzt man oft die Gelegenheit und blickt auf das vergangene Jahr zurück. Warum ein Rückblick in Bad Wildbad aus kommunaler Sicht kaum ohne einen Ausblick auf 2020 auskommt, erklärt Bürgermeister Klaus Mack im Gespräch.

Bad Wildbad. "Wir fangen nichts komplett Neues an, wir sind im Lauf drin", sagt Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack, wenn er auf die anstehenden Projekte der Stadtverwaltung für 2020 blickt. So wird der Rückblick auf das vergangene Jahr auch gleich zum Ausblick, denn es gelte vor allem, bereits laufende Projekte abzuarbeiten.

Straßenbau, Breitbandausbau, Schulsanierung und -erweiterung – die Liste der Projekte ist dabei lang.

Mensa in Calmbach

Eines der beherrschenden Themen im vergangenen, aber auch in diesem Jahr ist der Neubau der Mensa an der Fünf-Täler-Schule, "mit allen Diskussionen zu den Kosten", so Mack". Immer wieder entzündete sich daran die Kritik der Stadträte. Hauptgrund für den Ärger sind die Kosten von etwa 3,5 Millionen Euro.

Bereits damals widersprach Mack und auch im Gespräch mit unserer Zeitung bekräftigte der Bürgermeister jetzt noch einmal: "Das ist ja nicht nur eine Mensa, sondern im Prinzip ein Neubau für die Ganztagsschule mit weiteren Räumen", etwa für die Hausaufgabenbetreuung oder Bewegungsräume. Seit drei Jahren gebe es die Ganztagsschule und die werde gut angenommen. Und eigentlich, so der Bürgermeister weiter, sei dem Gemeinderat bewusst gewesen, was er tue.

Zu den gestiegenen Kosten sagte Mack, dass nach der ersten Kalkulation die Zuschüsse beantragt werden müssten. Hierbei könnten aber keine außerplanmäßigen Aufwendungen mit aufgenommen werden. Dazu komme, dass die Zahlen bis zum Baubeginn dann bereits mehrere Jahre alt sein könnten und so die aktuellen Kosten gerade bei der derzeitigen Hochkonjunktur im Baugewerbe eben deutlich höher sein könnten. Dies plane man zwar in den laufenden Haushalten immer mit ein, die Leute hätten aber dennoch immer noch die Zahl von der ersten Kalkulation im Kopf. Immerhin: Mittlerweile seien fast alle Arbeiten vergeben und damit das "Kostenrisiko nicht mehr so hoch".

Einen positiven Nebeneffekt durch die neue Mensa, die im Übrigen zum kommenden Schuljahr in Betrieb genommen werden soll, sieht der Bürgermeister außerdem. Mit ihr sei es wieder möglich, Gemeinderatssitzungen in Calmbach abzuhalten, etwa, wenn wichtige Themen für den Ortsteil auf der Agenda stehen. Bislang habe es an barrierefreien Angeboten gefehlt, so Mack weiter.

Realschulsanierung

Ein weiteres wichtiges Projekt ist die geplante Sanierung des Realschulgebäudes in der Höfener Straße, ebenfalls in Calmbach. Die Kostenschätzung aus dem Jahr 2018 beläuft sich dabei auf etwa zwölf Millionen Euro. "Bei einer Gesamtverschuldung von 15 Millionen ist das ein immenses Projekt für die Stadt, das wir aus dem laufenden Betrieb nicht finanzieren können", so Mack. Das ursprüngliche Konzept sah vor, die Sanierung in drei Schritten umzusetzen: Zuerst sollte ein Verbindungsbau zwischen den bestehenden Gebäuden geschaffen werden. Danach sollte der "Neubau" aus den 1960er-Jahren und danach der mehr als 100 Jahre alte Altbau saniert werden.

Nach Verhandlungen sei es gelungen, Mittel aus der Fachförderung (530 000 Euro) sowie aus dem Ausgleichsstock (800 000 Euro) zu bekommen. Somit könne der mit Kosten vorn etwa drei Millionen Euro kalkulierte Neubau finanziert werden.

Bei den restlichen Maßnahmen müsse man die Umsetzung aber "weitaus mehr in die Länge ziehen", weil die Zuschüsse in längeren Abständen bewilligt würden. Aber, so Mack: "Wir müssen jetzt anfangen, auch wenn es zehn Jahre dauert."

Freibad

Nach der Schließung des Hallenbades habe es vom Gemeinderat laut Mack "eine Aufgabe an uns" gegeben, das Waldfreibad in jedem Fall zu erhalten. Nachdem man beim Bundesprogramm nicht mit einer Förderung zum Zug gekommen ist, soll auch hier ein Stufenkonzept erarbeitet werden. Als erstes werde wahrscheinlich das Technikgebäude gebaut, Genaueres werde aber erst die Planung ergeben, die in diesem Jahr ausgeschrieben werden soll. Auf jeden Fall sei der laufende Betrieb bis zur Sanierung sichergestellt, so Mack.

Wildbader Straße

Auch beim Sanierungsgebiet Wildbader Straße geht es 2020 darum, die Grundlagen zu erarbeiten. Vorbereitende Maßnahmen seien etwa der Fußgängercheck oder das Radwegekonzept gewesen. Nun soll die Planung zusammen mit dem Regierungspräsidium erarbeitet werden. "Das ist ein Großprojekt für Calmbach", sagt Mack, der darin aber eine große Chance für den Stadtteil sieht.

Bereits durch den Ausbau der Höfener Straße habe Calmbach ein neues Gesicht bekommen, "das soll auch bei der Wildbader Straße passieren". Wichtig sei es auch, die Umleitungen gut zu planen, denn die Straße sei eine wichtige Verbindung nach Wildbad.

Kleinenztalstraße

Die Kanalarbeiten in der Kleinenztalstraße (B 294) werden sich noch über das gesamte Jahr und wohl auch bis 2021 ziehen. Das sei zwar nicht schön, "aber es ist einfach nötig", auch als Vorbereitung für eine mögliche Zusammenlegung der kleinen Kläranlagen in eine große, so Mack.

Straße Aichelberg

Bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt Aichelberg steht 2020 der zweite von drei Bauabschnitt an, nachdem man zehn Jahre für die Zuschüsse gekämpft habe. Nach leichten Verzögerungen ist Abschnitt eins fertig, das nächste Paket soll zeitnah vergeben werden. Hier soll versucht werden, den Schülerbusverkehr weiter zu optimieren.

Breitbandausbau

Nachdem "pünktlich vor Weihnachten" Sprollenhaus an das Glasfasernetz angeschlossen worden war und in den kommenden Tagen und Wochen die restlichen Anwohner in Christophshof und Bais folgen sollen, geht der Ausbau in diesem Jahr in den Höhenorten Aichelberg, Hünerberg und Meistern weiter. Mack ist hier froh über die gute Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb des Landkreises, ohne den der Ausbau wohl nicht möglich gewesen wäre.

Staatsbad 4.0

"Das Land steht zum Staatsbad", sagt Mack. Da müsse man auch dankbar sein. Durch ein aktuelles Gutachten habe sich gezeigt, dass eine Sanierung der Vital Therme am bestehenden Standort keinen Sinn hätte. "Die Idee von mir, die Therme an die Stelle des Neuen Eberhardsbads zu nehmen, ist belegt", so der Bürgermeister weiter. Nun müsse geklärt werden, welche Gesundheitseinrichtungen und Wasserfläche die Stadt benötige und dann sei es letztendlich eine politische Entscheidung, ob das Land die "gigantische Investition" tätigen wolle oder nicht. "Ich sehe uns als Stadt in der Rolle, es voranzutreiben und sanften Druck auszuüben. Ich bin auch der Meinung, dass das der richtige Weg ist", so Mack, der das Land zudem in der Verantwortung sieht, "uns mit dem Komplex nicht noch 20 Jahre allein zu lassen".

"Aufstiegshilfe"

Das Thema "Aufstiegshilfe" bei der Marienruhe in Kombination etwa mit einer Rodelbahn wird die Stadtverwaltung noch länger beschäftigen. Mittlerweile wisse man viel, was die Technik anbelange und könne nun festlegen, wo Berg- und Talstation gebaut werden könnten. Diese Pläne müsse man dann aber nach außen geben und es müssten sich Investoren melden, die eine Chance sehen, die Kosten zu refinanzieren. Dazu kämen hohe planerische Hürden, etwa bei Lärm- und Naturschutz, zudem müsste ein Planfeststellungsverfahren umgesetzt werden. "Das Projekt ist auf Jahre angelegt", macht Mack deutlich. Es sei "ein wichtiges und sinnvolles Projekt, aber nichts, was wir einfach mal geschwind umsetzen können".

Baugebiete

"Die Einwohnerzahlen steigen", freut sich der Bürgermeister. Das bedeutet aber auch, dass der verfügbare Wohnraum knapp wird. Hier gebe es den Auftrag aus dem Gemeinderat, dass man sich mit der Schaffung von Wohnraum beschäftige, und "das macht auch Sinn". Deshalb wolle man 2020 den Flächennutzungsplan angehen und schauen, ob und wo es Möglichkeiten gebe, Bau- und/oder Gewerbegebiete zu entwickeln. Hier gebe es aber durch die Topografie große Herausforderungen.

Entwicklung

"Im Moment sieht es noch gut aus", sagt Mack zur finanziellen Entwicklung. Aber die Konjunktur sei am Abflauen. Man müsse entweder die Ausgaben durch Steuern finanzieren oder Kosten senken und versuchen, möglichst viele Zuschüsse zu bekommen. "Die Finanzlage ist angespannt. Wir können nicht alles machen. Deshalb sind auch Schulgebäude und Straßen kaputt", so Mack.

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