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Bad Wildbad Wie die Rössleswirtin einst Calmbach rettete

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Mit einem Schurz voll gesammelten Geldes ist die Calmbacher Rössleswirtin Jakobina Friederike Lutz, die vor knapp 225 Jahren Calmbach vor der Brandschatzung rettete, am Denkmal über dem Brunnen im "äußeren Dorf" dargestellt. Foto: Schwarzwälder Bote

Was es mit dem Brunnen für die Rössleswirtin in Calmbach auf sich hat, ist den meisten Einheimischen bekannt. Von der Rettung der Nonnen Lichtenthals im Jahr 1796 wissen oft nur noch Geschichtsinteressierte.

Bad Wildbad-Calmbach/Calw. Dies gilt auch für eine weitere Beziehung zwischen dem Baden-Badener Kloster und dem Landkreis: Denn dort steht als Steinfigur an der Wand über dem Eingang der Fürstenkapelle Uta von Calw.

Ein Schild zum historischen Rundgang durch Calmbach hält dort am Brunnen mit der steinernen Frauenfigur im sogenannten "äußeren Dorf" fest: "Das Denkmal erinnert an die Rößleswirtin Jakobina Friederike Lutz, die Calmbach 1796 durch Sammlung einer Brandschatzsumme vor Zerstörung durch französische Truppen bewahrte." Dies hat 1850 der Pfarrer und Heimatforscher Carl Maximilian Eifert (1808-1888) in seiner "Geschichte von Calmbach und Höfen" dokumentiert und nach ihm der Höfener Schmied und Heimatdichter Ludwig Schwarz (1849-1931) in Verse geformt festgehalten. Aufgegriffen hat den Sachverhalt in mehreren seiner Bücher auch Calmbachs Heimatforscher Fritz Barth.

Berichte von Barths Vorgängern in Sachen Heimathistorie halten auch die Flucht der Lichthenthaler Nonnen vor den Franzosen fest. Zusätzliche Forschungen des Calmbacher Spezialisten für Heimatgeschichte im Klosterarchiv in dem Baden-Badener Stadtteil haben vor 25 Jahren ergeben, dass unter den geflüchteten Frauen in Calmbach wohl Äbtissin M. Thekla Trück gewesen ist. Die Gottesdienerinnen in Lichtenthal freuten sich damals, dass durch Barths Forschung eine Lücke in den Wegen der Flucht vor den Franzosen geschlossen wurde. Calmbach konnte als Aufenthaltsort Forbach, Gernsbach, Schillingsfürst und Ansbach hinzugefügt werden. Versteckt wurden die Frauen im Enztal bis zum Abzug der Franzosen laut Eifert im Hinterhaus vom Rössle, "wie eine Herde sich vor dem Wolf zusammendrängt".

Im Juli 2021 sind seit dem Ereignis 225 Jahre vergangen. Wer weiß, was aus Calmbach und den Lichthentaler Nonnen geworden wäre, hätte die Rössleswirtin nicht beherzt gehandelt und die Franzosen mit dem geforderten Geld zufriedengestellt. Ob Sie dabei so forsch aufgetreten ist, wie es Schwarz in einem seiner Verse darstellt? Er dichtete: "›Was kargt ihr reichen Filze denn?‹, ruft sie mit Donnerstimme, ›rückt mit den harten Talern raus, zu retten Weib und Haus, wohl vor des Feindes Grimme.‹"

Sohn rettet späteren König Wilhelm

Ähnlich mutig mag wohl der Sohn Christian Friedrich von Luz (1792-1865) die Dinge angegangen haben. Denn von ihm ist bekannt, dass er im Krieg gegen Napoleon 1814 in Frankreich bei der Schlacht von Montereau den vom Gegner umzingelten Kronprinzen und späteren württembergischen König Wilhelm rettete. Darauf weist auch ein Schild an seinem Wohnhaus in Calmbach gegenüber von Kirche und ehemaligem Rössle hin.

Aber zu Uta von Calw (1115/20 bis 1197): Sie war die Tochter des einflussreichen, aber ohne männliche Nachkommen 1131 verstorbenen Grafen Gottfried von Calw und Pfalzgrafen bei Rhein. Schon als Sechsjährige wurde Uta an Welf VI. (1115-1191) versprochen. Noch vor dem oder um ihr frühes Teenageralter herum wurden beide vermählt. Sie war eine begehrte Partie, denn sie hatte reichen, strategisch wertvollen Besitz. Durch die Ehe war sie aus den Dynastien heraus betrachtet Tante von Kaiser Barbarossa und Heinrich dem Löwen, entscheidenden Köpfen der bedeutendsten Herrscherhäuser ihrer Zeit. Die Statue der vor der Fertigstellung des Klosters Allerheiligen verstorbenen Gründerin fand nach dessen Aufgabe ihren Platz in Lichtenthal.

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