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Bad Wildbad Wenn ein Bauwagen auf Reisen geht

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Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn (Dritter von links) übergibt die Schlüssel für den Bauwagen an seinen Bad Wildbader Amtskollegen Klaus Mack (Zweiter von links).Foto: Biermeyer Foto: Schwarzwälder Bote

Manchmal liegen die Lösungen direkt vor der eigenen Haustür. Die Stadt Bad Wildbad war auf der Suche nach einem Bauwagen für den geplanten Naturkindergarten. Schömberg hatte ein solches Gefährt abzugeben. Am Donnerstag wurde dieses dann von A nach B transportiert.

Bad Wildbad/Schömberg. "Das ist ein tolles Beispiel für nachbarschaftliche Hilfe", meinte Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn, welcher zum Bauwagen gekommen war, über den Deal. Sein Wildbader Amtskollege Klaus Mack sah darin ebenfalls ein Exempel für "interkommunale Zusammenarbeit".

Aber von vorne: In Schömberg gibt es seit mehr als fünf Jahren den Waldkindergarten bei Bieselsberg. Dieser hatte als bisherigen Aufenthaltsraum einen 20 Quadratmeter großen Bauwagen. Der sei nun aber zu klein geworden, wie Catherina Haessler vom Trägerverein des "Räubernests" berichtete. Deshalb habe man am gleichen Standort eine größere Hütte ­errichtet.

Fakten geschaffen

Der Bauwagen hatte in Schömberg also ausgedient. Es stellte sich nun die Frage: Wohin damit? Bürgermeister Leyn suchte nach einem Abnehmer und fand diesen in der Stadt Bad Wildbad. Diese plant gerade die Eröffnung eines Naturkindergartens. Und braucht dafür einen eben solchen Bauwagen. "Es ist toll, wenn einem die Lösungen so zufliegen", meinte Mack. Leyn freute sich, dass gleich Fakten geschaffen wurden. Frei nach der Devise: "Einpacken, mitnehmen."

Seinen vorläufigen Standort bekommt der Bauwagen am Goßweiler-Kindergarten in Calmbach. Hier wird er zwischengeparkt, bis das Konzept des Naturkindergartens umgesetzt ist. Die Kindergartenleiterin aus Calmbach, Angelika Seyfried, freute sich darüber. Man könne dort den Extra-Raum gut gebrauchen, gerade in der ­Corona-Zeit.

Die Idee mit dem Naturkindergarten kam der Stadt, weil man die Angebotspalette erweitern wolle, erklärte Mack. Und da passe nichts besser als ein Bezug zu Wald und Natur. Immerhin belegten die Bäume rund 93 Prozent der Fläche der Kommune. Ein Naturkindergarten und kein Waldkindergarten werde es deshalb, weil er "am Wald und nicht im Wald" entstehen soll.

Trotzdem seien Ausflüge in den Wald Teil des Betreuungskonzepts, wie Mack versicherte. Auch die Nähe zu Tieren solle dort möglich sein. Man bekomme auf jeden Fall einen Bienenstock, sei an zwei Alpakas dran und habe Kontakte zu den Kleintierzüchtern geknüpft, führte Seyfried weiter aus. Und auch die Pflanzen kämen nicht zu kurz. Das Thema laute: "sähen, pflanzen, ernten".

Rein organisatorisch werde dieser Naturkindergarten beim Goßweiler-Kindergarten in Calmbach angesiedelt, erläuterte Mack. Er sei froh, dass man dieses Angebot schaffen könne. Denn dadurch erhöhe sich die Zahl der Betreuungsplätze in der Stadt. Bis zu 40 Kinder in zwei Gruppen sollen dort Platz finden, so Seyfried. Deshalb soll dort auch noch eine Blockhütte als Aufenthaltsraum ­entstehen.

Die Stadt Bad Wildbad kauft den Bauwagen für 15 000 Euro von der Gemeinde Schömberg. Werde er in Calmbach mal nicht mehr gebraucht, könne man ihn auch bei anderen Kindergärten in der Stadt aufstellen, erklärte Seyfried.

Der Bauwagen wurde dann am Donnerstag auch gleich abtransportiert. Dafür waren eigens Mitarbeiter des Wildbader Bauhofs mit nach Schömberg gekommen. Nachdem die Reifen noch mal aufgepumpt und das Gefährt angekuppelt wurde, ging es für den Bauwagen auf in seine neue Heimat.

Die Wehmut hielt sich bei Catherina Haessler vom "Räubernest" in Grenzen. Der Bauwagen habe zwar gute Dienste geleistet. Aber sie freue sich, genau wie die Kinder des Schömberger Waldkindergartens, auf die neue Holzhütte. Diese sei auch fast fertig. Es fehlten nur noch ein Ofen sowie die Fenster und Türen. In zwei Wochen solle der 40 Quadratmeter große Neubau eingeweiht werden. Dann steht den rund 20 Kindern doppelt soviel Fläche wie bisher zu Verfügung. Haessler freut sich zudem auf die neuen Möglichkeiten in der Hütte. Man habe jetzt mehr Stauraum und könne die Spielsachen richtig aufräumen.

Bürgermeister Leyn sah die ganze Aktion ebenfalls positiv. Man habe den Bauwagen vor fünf Jahren für 25 000 Euro gekauft. Es sei schön, dass er jetzt jemand anderem noch Nutzen bringe. Nur in Schömberg habe man das Konzept des Waldkindergartens weiterentwickelt und brauche ihn deshalb jetzt nicht mehr. Der Waldkindergarten habe sich in der Gemeinde etabliert. Das anfängliche Experiment sei gelungen. Deshalb sei es nun an der Zeit, den Betrieb weiterhin für die nächsten Jahr zu sichern. Die neue Hütte sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg dahin.

Die Gemeinde Schömberg komme für die Infrastrukturkosten des Waldkindergartens in Bieselsberg auf. Den Betrieb organisiere der Trägerverein. Hier gebe es eine gute Kooperation. Der Verein helfe sehr viel und man merke, dass die Leute mit Herzblut dabei seien. Der Waldkindergarten sei eine Erfolgsgeschichte, resümierte Leyn.

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