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Bad Wildbad Wann wird Wolf zum Problemwolf?

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Bad Wildbad. Die Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände Baden-Württembergs hatte Landwirtschaftsminister Peter Hauk, den Bürgermeister von Bad Wildbad, Klaus Mack, und Wolf-Experte Micha Herdtfelder zu einer Informationsveranstaltung nach Bad Wildbad eingeladen. Thema war die Vermittlung von Wissen über den Wolf und die Suche nach einem konstruktiven Umgang mit den Herausforderungen, denen sich Bevölkerung, Jäger, Forstwirte und Nutztierhalter in Baden-Württemberg stellen müssen.

Juliane Vees, Präsidentin des Landfrauenverbands Württemberg-Hohenzollern und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, ging auf das zentrale Dilemma ein: "Gemischte Gefühle begleiten die Rückkehr des Wolfes in den deutschen Südwesten. Einerseits ist er strengstens geschützt. Nun wird jedoch der Konflikt und die sinkende Akzeptanz – vor allem bei den Tierhaltern und zunehmend auch beim Tourismus und der ländlichen Bevölkerung – zum Zankapfel". Eine zentrale Frage sei: Wann wird der Wolf zum Problemwolf?

Mack erläuterte die Folgen des Wolfrisses, der im Frühjahr stattgefunden hatte und bei dem mehr als 40 Schafe umkamen: "Eltern machen sich Sorgen wegen des Waldkindergartens, Touristen sagen ab. Auch die Bevölkerung nimmt den Wolf als erhöhte Gefahrenlage wahr." Neben den individuellen Sorgen der Menschen wies er jedoch auf zwei zentrale Themen hin: Weidetierhaltung und Naturschutz. Mack: "Wie kann man kleinteilige Grundstücke durch Weidetiere zukünftig noch offen halten? Wenn die Landwirte wegen des Wolfes mit der Weidetierhaltung aufhören, hat der Schwarzwald ein echtes Problem."

Herdtfelder von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) ist Wildtierökologe und Fachmann, wenn es um die Themen Wolfsmonitoring und Forschung geht. Er lieferte Fakten: Obwohl Wölfe keine Fluchttiere sind, habe der ausgewachsene wilde Wolf in der Regel kein Interesse am Menschen. Kritisch sieht er jedoch den Umgang mit Jungwölfen: "Sie sind neugierig und lassen sich leicht anfüttern. Oder sie fressen an Grillstellen und Plätzen, an denen Menschen Essbares zurücklassen. Das könnte tatsächlich gefährlich werden." Denn Unfälle zwischen Mensch und Wolf lassen sich entweder auf Futterkonditionierung zurückführen – oder aber auf Tollwut. Entwarnung gab er hinsichtlich von Waldkindergärten. Hier, erklärte Herdtfelder, sehe er derzeit in Baden-Württemberg keine Gefahr für den Menschen.

Von Willkommenskultur verabschieden

Das war das Thema des Ministers: "Wir werden uns von der Willkommenskultur für den Wolf verabschieden und dem Thema realistisch begegnen müssen." Er stellte fest, dass der Wolf zwar Teil der Artenvielfalt in Baden-Württemberg sei und der Artenschutz hier greife. Doch wies auch er auf die Bedeutung von Nutztieren hin. Grasfresser seien wichtig für den Naturschutz und die Offenhaltung der Flächen. Die Kosten der Haftpflichtversicherung für Weidetierhalter würden jedoch durch den Wolf steigen. Hauk: "Was passiert, wenn eine Herde vom Wolf auf eine Straße gehetzt wird und es kommt zu Unfällen mit Toten?" Auch wünschte er sich eine differenzierte Sichtweise bezüglich des Artenschutzes: Im Wald sei der Schutz des Wolfes erforderlich – doch auf der Weide und in der Stadt müsse man den Wolf auch abschießen dürfen.

Nach einer Fragerunde zu diesem emotionalen Thema, moderiert durch Sabine Schmidt, Landesgeschäftsführerin der Landfrauen Württemberg-Hohenzollern, ergab sich das Meinungsbild, dass eine unkomplizierte Entschädigung der betroffenen Tierhalter bei Wolfsrissen erfolgen müsse. Zudem sollten die Vollkosten für die Errichtung des Wolfsschutzes übernommen werden, da für die Tierhalter der Aufwand nicht leistbar ist und zu Lasten der Flächenoffenhaltung geht. Die Ängste und Sorgen der Menschen in den betroffenen Gebieten müssten ernst genommen werden und es bedürfe dringend weiterer Aufklärung.

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