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Bad Wildbad Waldexkursionen von Bank zu Bank

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Elena Höhn (links) an ihrer Lieblingsbank im Gütersbachtal im Gespräch mit Wandergästen aus der Region.Foto: Bechtle Foto: Schwarzwälder Bote

Große Aufmerksamkeit und Freude erregten in den vergangenen Wochen bei Wanderern im Gütersbachtal und beim Aufstieg zum Sommerberg über den steilen Walter-Speer-Weg wunderschön bemalte Ruhebänke. Wer hat sich die Mühe gemacht, die Bänke, die an besonders schönen Stellen stehen und den Wanderer zur Rast einladen, so schön zu bemalen?

Bad Wildbad. Neben den Kunstwerken auf den Bänken im Gütersbachtal ist auch eine Signatur zu sehen. Durch mehrfaches Nachfragen konnte das Signum E.H. enträtselt werden: Elena Höhn steckt dahinter.

Wer ist Elena Höhn? 23 Jahre alt ist sie, sprüht förmlich vor Begeisterung für die Natur, kennt sich in den heimischen Wäldern in und um Bad Wildbad aus wie kaum jemand anderes. Jeder Pfad, Steg oder Bach ist ihr vertraut. Was lag da näher nach dem Abitur am Enztalgymnasium in Bad Wildbad als das Studium der Forstwirtschaft?

Den Bachelor of Science Forstwirtschaft absolvierte sie an der Hochschule in Rottenburg. Seit Herbst 2019 studiert sie an der Universität in Freiburg. Dort strebt sie den Abschluss als Master der Forstwirtschaft an. In Freiburg wohnen, das wollte sie eigentlich nicht. Ihr Studentendomizil hat sie deshalb im Glottertal aufgeschlagen. Von da zur Uni sind es zwanzig Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wandern oder Joggen in der Natur, das kann sie dort hervorragend und es sei dort viel ruhiger. Mit Kneipen oder Clubs hat sie sowieso "nichts am Hut".

In Bad Wildbad auf der Hochwiese wuchs sie auf. Mit ihren Großeltern verbrachte sie viel Zeit im Gütersbachtal. Dort lernte sie laufen, und dieser Platz ist bis heute einer ihrer Lieblingsplätze geblieben. Dort beobachtet sie jedes Jahr das Erblühen von Knabenkraut und Orchideen, und dort steht auch ihre Lieblingsbank, direkt am Gütersbach. Das Motiv der Bemalung ist der Blick in das Gütersbachtal. Der Betrachter findet auf dem Bankbild den Gütersbach wieder, einen blauen Himmel mit kleinen Wölkchen und die vielen Pflanzen und Bäume, die dort wachsen, unter anderem das Knabenkraut, die Sumpfdotterblumen, Binsen und Birken.

Vier Bänke insgesamt hat die überaus kontaktfreudige Studentin mit ihren Bemalungen verziert und gestaltet, die der Wanderer im Gütersbachtal und am steilen Aufstieg zum Sommerberg über den Walter-Speer-Weg sehen kann. Die Motive der einzelnen Bänke sind jeweils dem Standort der Bank gewidmet. Es gibt neben der Gütersbachtalbank die Farnbank, die Baumbank und die Waldfrüchtebank mit einem wunderschönen Fingerhut. Leider wurde im vergangenen Jahr kurz nach der Aufstellung gleich eine Bank beschädigt und mit Graffiti verunziert, was einen erneuten Einsatz Höhns zur Wiederherstellung erforderlich machte.

Nach der Motivation ihrer Malaktion befragt, erzählte sie, dass sie traurig zugesehen habe, wie an besonders schönen Stellen Bänke morsch wurden und zerfielen. Sie machte Rainer Grünwedel vom städtischen Bauhof darauf aufmerksam und erhielt die Genehmigung, neue Bankbretter für die Instandsetzung der maroden Bänke zu bemalen. Im heimischen Garten entstanden dann in den Jahren 2018 und 2019 die Bankgemälde. Mit Hilfe der Nachbarn wurden diese montiert und erfreuen seitdem die Naturfreunde.

Mit den dargestellten Motiven verfolgt die zertifizierte Waldpädagogin gleichzeitig einen Lerneffekt, schließlich sind die Pflanzen und Bäume jeweils mit deutschen und botanischen Beschriftungen versehen.

Viele Hobbys

Nach ihren Hobbys befragt, erfährt man eine Flut von Vorlieben: Neben Wanderungen und Exkursionen im In- und Ausland, Reiten und die Ausbildung eigener Pferde, Einrad fahren, Skilanglauf, Tennis sowie die Teilnahme an Läufen des Alb-Nagold-Enz-Cups und dem Wildbader Stäffeleslauf, außerdem Fotografieren von Tieren und Natur, Sprachen, Gestalten – und schließlich ist sie aktives Mitglied im Schützenverein Wildbad. Dies sind nur einige ihrer Tätigkeiten.

Als überaus begabte Malerin und Gestalterin erwies sie sich schon vor längerer Zeit. Sie bemalte den Bauzaun der Baustelle der Kurklinik Olgabad mit Motiven der Gärten der Villa Hanselmann, die zum Komplex der Rehaklinik gehört.

Gerne kommt die aktive Studentin an den Wochenenden von ihrem Studienort nach Hause. Hier durchstreift sie oft mit dem wuscheligen Nachbarshund die heimischen Wälder oder geht auf Jagd, denn einen Jagdschein besitzt sie auch. Mit Begeisterung verwöhnt sie dann ihre Schildkröten im Garten und kümmert sich um ihre Pferde. Ein Waldspaziergang mit ihr artet unweigerlich in eine interessante Exkursion aus. Jedes Moos, jede Flechte, jeder Ameisenhaufen und jeder Abdruck eines Tieres können erklärt werden. Ein Vergnügen, mit Elena Höhn unterwegs zu sein.

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