Hochbetrieb herrschte beim verkaufsoffenen Sonntag auch beim Trödelmarkt in der König-Karl-Straße und der gesamten Innenstadt. Foto: Fotos: Bechtle

Besser konnte der "Wildbader Herbst" nicht starten, denn Trödelmarkt und verkaufsoffener Sonntag hatten eine große Zugkraft. Der Besucherstrom riss nicht ab, bis durch einen leichten Regenschauer gegen 17 Uhr das Interesse nachließ.

Bad Wildbad - Dass die Parksituation in der Stadt spätestens gegen Mittag mehr als angespannt war, bewiesen das "ausverkaufte" Parkhaus Kurzentrum beim Tunnelausgang Süd und die vielen Falschparker, die jede Gelegenheit nutzten, um ihre Fahrzeuge irgendwo abzustellen. Schließlich fehlte der Parkbereich beim Edekamarkt, der mit den Trödelständen völlig belegt war.

Beim verkaufsoffenen Sonntag von 12 bis 17 Uhr herrschte in der Wilhelm- und der König-Karl-Straße Hochbetrieb, die Besucher schoben sich geradezu durch die Straßen, wobei die Außengastronomie der Cafés und Restaurants sowie die Stände einiger Wildbader Vereine Blick- und Haltepunkte für die Besucher waren. In der Wilhelmstraße, die ja als Radweg offen ist, kamen noch die Radfahrer dazu, die es fast nicht verstanden, dass sie situationsbedingt mal ihre Drahtesel schieben mussten, um durchzukommen.

Zumeist waren die Betreiber der Geschäfte und Läden zufrieden mit dem Umsatz, auch wenn einige durchaus attraktive Geschäfte geschlossen blieben. Je nach Lage, beispielsweise an der Uhlandstraße, war es relativ ruhig, auch die Bergbahn hatte nach Aussage von Uwe Kappel von den Stadtwerken keine Warteschlangen zu verzeichnen. Holger Frey, Inhaber der beiden Geschäfte für Damen- und Herrenmode, meinte schmunzelnd: "Überall gibt es Engpässe! Aber wir haben genügend Ware auf Lager und bedienen unsere Kunden gerne."

Hochbetrieb herrschte an allen Plätzen, wo es etwas zu essen oder zu trinken gab. So bot der Förderverein Wilhelmschule an seinem Stand Waffeln gegen eine Spende an, um in der Schule einen Trinkbrunnen einzurichten. Auch der Fußballverein verstand es, mit Bratwürsten die Besucher zu locken, die Warteschlange war, wie auch beim "Grillhäusle" beim Edekamarkt, stets lang, wobei die Coronaverordnung im Allgemeinen eingehalten wurde.

Stände bieten viel

Erstaunlich, was in der unteren König-Karl-Straße und auf dem großen Parkplatz zwischen dem Edeka- und dem Lidlmarkt beim Bahnhof alles an Trödel, Gebrauchtem, Echtem, Unechtem, Antikem und Modernem angeboten wurde. Eigentlich gab es nichts, was man hier nicht finden konnte.

Das Angebot reichte von Büchern über Schmuck und Münzen, Ferngläsern, Motorradhelmen und Glaswaren, Geschirr und Textilien, Werkzeug und Handtaschen, Abwasserleitungsteilen und ­Nippes, Spielzeug und gebrauchten Elektroartikeln sowie Schallplatten, CDs und alten Radios, bis zu Weihnachtsschmuck und Hygieneartikeln.

Da wurde gehandelt und gefeilscht, und mancher alte "Gruuschd" fand neue Besitzer. Zufrieden waren auch die Organisatoren des Trödelmarktes, Horst Binder, Pforzheim, und Marina Lahmann vom Stadtmarketing Bad Wildbad, denn mehr als 100 Händler aus der Region waren gekommen, um ihre "Waren" anzubieten und natürlich zu verkaufen. Schließlich riss auch der Besucherstrom nicht ab, und der am Spätnachmittag einsetzende leichte Regen dämpfte nur langsam die Einkaufsfreude.

Wer wirklich Neues und Frisches wollte, schätzte die Wildbader Gastronomie und den Apfelstand des Brackenheimer Obsthofs Heininger, wo Unterländer Äpfel und Birnen angeboten wurden.

Aber dieser durchaus gelungene "Wildbader Herbst" zeigte wieder einmal das Parkplatzproblem in der Wildbader Innenstadt, auch wenn die Stadtbahn von Pforzheim am Bahnhof endete und nicht durch die König-Karl-Straße bis zum Kurpark fuhr.