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Bad Wildbad Verschiebung wäre "fast undenkbar"

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Auch das Rossini-Festival könnte von der Corona-Pandemie betroffen sein.Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Durch die dynamischen Entwicklungen, die das Coronavirus zurzeit mit sich bringt, sind bundesweit künftig geplante Veranstaltungen in der Schwebe. So auch das Rossini-Festival in Bad Wildbad. Intendant Jochen Schönleber äußert sich vorsichtig.

Bad Wildbad. Unsicherheit und Ungewissheit weit und breit. Niemand kann sich in der momentanen Situation sicher sein, wie es weitergehen könnte. Das Coronavirus hat den Alltag weiterhin fest unter Kontrolle.

Etliche Veranstaltungen die in der Zukunft liegen, wurden laut Klaus Mack, Bürgermeister der Stadt Bad Wildbad, bereits abgesagt. Doch wie es um das Rossini-Festival, das 32. Belcanto Opera Festival, das vom 9. bis 26. Juli stattfinden sollte, stünde wisse man noch nicht. "Nächste Woche finden Gespräche statt", sagt Mack. Auch Intendant Jochen Schönleber bittet um etwas Geduld bezüglich einer Entscheidung über das Stattfinden des Festivals. "Es ist sicher eine schwierige Frage – und es muss dabei viel berücksichtigt werden. Wir machen uns diese Entscheidung nicht leicht", schreibt Pressereferentin Bettina Kerth in einer Mail. Das 1989 – zur Erinnerung an einen Kuraufenthalt von Gioachino Rossini 1856 – gegründete Opern- und Musikfestival Rossini in Wildbad droht dieses Jahr auszufallen.

"Wir beobachten das Geschehen in engem Kontakt mit der Stadt und dem Kunstministerium sehr genau und stellen alle möglichen Überlegungen an", erklärt Schönleber. Der Blick, den er auf andere Veranstaltungen wirft, scheint aber eher ernüchternd. Die Bayreuther Festspiele seien aufgrund des Probenbeginns Anfang April abgesagt worden. Festspiele in Bregenz solle das gleiche Schicksal getroffen haben. Auch in Salzburg seien bereits Oster- und Pfingstfestspiele gestrichen worden.

Probenbeginn im Juni zuerst in Polen

"In Baden-Württemberg sind Proben mit mehr als fünf Personen bis zum 12. Juni verboten. Unser Probenbeginn ist Anfang Juni – allerdings in Polen", sagt der Intendant. Der Probenbeginn sei zunächst in Krakau geplant. "Im supermodernen Penderecki-Zentrum", fügt Schönleber an.

Wie es mit den Teilnehmern aus den schwer betroffenen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Spanien, Italien, Norwegen und Deutschland funktionieren solle, "bleibt dahingestellt". Die Proben in Bad Wildbad – die mit den Proben in Polen verzahnt sein sollen – seien erst ab dem 26. Juni geplant.

Zum Kartenverkauf, der aktuell noch weiterläuft, sagt Schönleber: "Natürlich hält sich das Publikum im Augenblick zurück. Wir haben aber knapp 70 Prozent unseres gesamten Kartenverkaufsvolumens bereits um Weihnachten realisiert. Opernfreunde planen früh." Obwohl die weitere Entwicklung schwer vorherzusehen ist, muss die Entscheidung laut Bürgermeister Mack nichtsdestotrotz nun möglichst schnell fallen. "Der Ticketverkauf läuft schon seit Weihnachten", unterstreicht er. Man müsse den Interessenten früh Bescheid geben. Sollte das Festival nicht stattfinden, sei es für die Stadt und den Tourismus ein herber Schlag. "Das ist ein wichtiges renommiertes Festival", erklärt Mack.

Einer potenziellen Absage blickt auch Schönleber schweren Herzens entgegen: "Alle meine Künstler, mein Team und ich, wirklich alle wollen wir natürlich ein schönes Festival abliefern." Sich treffen und gemeinsam etwas Schönes erleben ist laut Schönleber, wonach sich viele Menschen aktuell sehnen. Es könne auch sein, dass die Pandemie und die einhergehenden Beschränkungen und Kontaktverbote auch als eine Art Katalysator wirken könnten. "Kann sein, dass nach diesem einschneidenden Ereignis das Bedürfnis nach dem Schönen größer ist als je zuvor. Vielleicht wird das Beglückende eines gemeinsamen Konzerterlebnisses oder einer Bühnenaufführung einen Hype erleben", hofft Schönleber.

Daher wünsche er sich, dass man die Festivaleröffnung am 9. Juli mit "La Creazione – Die Schöpfung ganz oben" von Joseph Haydn, auf dem Turm des Baumwipfelpfads, feiern kann. "Weil ich mir kaum etwas Schöneres und Erhabeneres vorstellen kann. Aber vielleicht muss man doch die Jahreszahl ändern? Wir werden es nach Ostern wissen", fügt er an.

Eine Verschiebung und Terminfindung im weiteren Verlauf des Jahres sei hingegen "fast undenkbar". Sollte sich die Situation im Spätsommer wieder beruhigt haben, dann würde das nicht nur für Deutschland gelten. Das wiederum bedeutet laut Schönleber, dass die vielen Künstler wieder sehr beschäftigt sein werden. "In Dresden, München, Florenz, Madrid oder wo auch immer. Dort verdienen sie ungleich mehr", erklärt er. Trotz allem prüfe man weiterhin alle denkbaren Varianten.

Opernaufführungen finden derzeit auf der ganzen Welt nur noch im Internet statt. Auch das Festival "Rossini in Wildbad" möchte dazu beitragen, dass die Vorfreude auf künftige Opernerlebnisse wach bleibt. Nach dem erfolgreichen Livestreaming von "L’Equivoco Stravagante" in der vergangenen Woche wird nun am Sonntag, 5. April unter https://youtu.be/NGkR13DMQm4 ein weiteres Werk zu hören sein: "Adelaide di Borgogna", ein nicht ganz so Bekanntes, aber nicht minder reizvolles Werk aus der Feder Rossinis aus dem jahr 1817, mit imposanten Chorszenen, Duetten und Arien. Die Handlung spielt in Canossa, wo Kaiser Otto die verzweifelte Adelheid von Burgund im Jahr 951 vor den Übergrifflichkeiten von Berengario retten und heiraten kann.

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