Als lebendes Fossil ist die als ausgestorben geltende Wollemie anzusehen, die 1994 in Australien wiederentdeckt die Erde schon vor 90 Millionen Jahren besiedelte. Foto: Schabert

Baum Wollemie bis zum Jahre 1994 nur aus Fossilienfunden bekannt. Geschenk der Gärtnerei Schober.

Bad Wildbad - Seit einigen Wochen sprießt im Kurpark von Bad Wildbad gegenüber der Ladenzeile eine Wollemie.

Bei diesem Baum handelt es sich um eine botanische Rarität, die bis 1994 seit 65 Millionen Jahren als ausgestorben galt. Dann wurde das bislang nur aus fossilen Funden bekannte Gewächs in Australien entdeckt. Im Wollemi-Nationalpark, 250 Kilometer westlich von Sydney, stieß 1994 ein Angehöriger der Parkverwaltung auf 23 Bäume und einige Jungpflanzen.

Die ältesten Fossilien davon, die gefunden wurden, sind 90 Millionen Jahre alt. Inzwischen wird die Pflanze international vermarktet. Aber sie ist nach wie vor eher selten anzutreffen.

Das Exemplar im Kurpark ist ein Geschenk von Gärtnermeister Jörg Schober. Die Kurgärtnerei hat das informative Schild dazu gefertigt. Bis zu 40 Meter hoch kann der Baum werden. Dies schafft er aber wohl an seinem Platz nicht. Denn er verträgt nur Temperaturen bis zu etwa minus 8 Grad Celsius, kann also in unseren Breiten nicht im Freien überwintern. Dass er nicht erfriert, dafür wird die Kurgärtnerei sorgen, die ihn rechtzeitig in die Trinkhalle verfrachten wird.

Der Vertreter aus der Vergangenheit hat schon einige, bei einer gewissen Größe kaum angenehme Eigenschaften: Er bildet Zapfen, und diese werden nach der Samenreife nicht einfach abgeworfen wie von heimischen botanischen Vertretern gewohnt. Da geht gleich der ganze Ast mit zu Boden. Am Baum erscheinen männliche wie weibliche Blüten, was der Botaniker »einhäusig getrenntgeschlechtlich« nennt.

Wie kam Jörg Schober auf die Idee, den fossilen Artgenossen für den Kurpark zu stiften? – »Mich interessieren außergewöhnliche Pflanzen«, sagt er. Da er andere teilhaben lassen möchte und der Kurpark öffentlich und mehr frequentiert ist, als seine Gärtnerei nahe dem Friedhof, hat er einen von sechs zunächst nur 40 Zentimeter großen Ablegern, die er beziehen konnte, der Allgemeinheit geschenkt. Der gedeiht und hat die zwei Meter inzwischen überschritten.

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