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Bad Wildbad Überlebender des Holocaust im Gespräch mit Schülern

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Zeitzeuge Pavel Hoffmann referiert vor Schülern der Kursstufe 1 des Enztal-Gymnasiums über sein Schicksal als Vierjähriger Jude, der den Holocaust überlebt hat Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Wildbad. Seit mittlerweile 16 Jahren ist einer der letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Theresienstadt, Pavel Hoffmann, mit Vorträgen zu seinen Erfahrungen unterwegs und spricht mit Schülern über seine Lebensgeschichte.

Eine Kooperationsveranstaltung der Projektgruppe "Spuren jüdischen Lebens in Bad Wildbad", an der neben der evangelischen Kirchengemeinde die Stadt Bad Wildbad, die Volkshochschule Calw sowie Menschen Miteinander/Interkultureller Garten Oberes Enztal beteiligt waren, ermöglichte einem der letzten Zeitzeugen sowie Überlebenden des Gettos und Konzentrationslagers Theresienstadt über sein Schicksal vor Schülern zu referieren.

Der 1939 in Prag als Tscheche geborene Pavel Hoffmann beschäftigt sich seit dem Eintritt ins Rentenalter vorwiegend mit der Zeit des Nationalsozialismus in den 1940er-Jahren. In dieser Zeit wurden in seiner Familie vier Generationen durch den Holocaust ausgelöscht. Der damals Vierjährige wurde mit dem letzten Transport ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht und hat – mit sehr viel Glück – überlebt. Er selbst hat nicht sehr viele Erinnerungen an die Zeit in diesem Getto, in dem 33 000 Menschen starben, darunter auch seine Mutter.

Schulleiter Michael Lang begrüßte Hoffmann in der Aula des Enztal-Gymnasiums zu dem schwierigen Thema und einem Vortrag, der die Spuren jüdischen Lebens aus einer anderen Perspektive beleuchtete.

Er wurde von Gemeindediakonin Beate Kunz zu seinen drei Vorträgen in Bad Wildbad begleitet. "Am liebsten sind mir meine Vorträge und Zeitzeugen-Gespräche mit Erwachsenen", so der inzwischen 79-Jährige, der seit 1971 in Reutlingen lebt und in diesem Jahr bereits zu 25 Vorträgen in ganz Deutschland unterwegs war.

Das Referat von Zeitzeuge Hoffmann wurde eingerahmt von mehreren Liedern in hebräischer Sprach.

Er belegte die Erzählungen zu seinem Schicksal mit zahlreichem Fotomaterial, Todeslisten und Originaldokumenten aus der "Zeit des Grauens". Miterlebt hat Hoffmann zwei Diktaturen sowie den Zweiten Weltkrieg und den universalen Krieg gegen die Juden.

Er ist einer der letzten und gleichzeitig jüngsten noch lebenden Zeitzeugen, die persönlich über das Erlebte berichten können. Er selbst hat die Geschehnisse als Kleinkind nur unbewusst erlebt und kaum Erinnerungen, vermutlich durch die Traumatisierung.

Keine Ideologie daraus machen

Im Anschluss an den Vortrag, der in den Zuschauerreihen bei den Schülern Betroffenheit spürbar werden ließ, hatten die Schüler Gelegenheit, Hoffmann Fragen zu seinem schicksalhaften Leben zu stellen.

Ein Schüler wollte wissen, ob es nicht Tage gibt, an denen er einfach in Ruhe gelassen werden möchte. Hoffmann ließ wissen, dass seine Frau, eine Nicht-Jüdin, gegen sein Engagement ist, bei dem ihn ein gewisser Zwang zur Information und zur Aufklärung antreibt.

Die Frage, woher er die Idee für seine Vorträge habe, beantwortete Hoffmann folgendermaßen: Er konnte erst nach der Wende mit seinen Recherchen beginnen und will, solange es geht, mit den Menschen über das grausame Schicksal jüdischer Familien sprechen, vor allem darüber, dass in seiner Familie vier Generationen vernichtet wurden.

Allerdings hat er erst jetzt im Alter und im Ruhestand die Zeit dafür gefunden. Als tschechischer Jude war er nicht sehr religiös und zuletzt als 14-Jähriger in einer Synagoge. Er hält die jüdische Religion für zwar gut und vernünftig, "aber man darf keine Ideologie daraus machen".

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