Die Verletzten wurden schnell versorgt. Foto: Schwarzwälder-Bote

Großübung der Feuerwehr mit dem Roten Kreuz in den Sana Kliniken

Bad Wildbad. Es ist ein Szenario, das auch hartgesottene Krankenhausmitarbeiter beeindruckt: In der König-Karl-Straße fährt ein Feuerwehrfahrzeug nach dem anderen vor. Feuerwehrleute mit schweren Atemschutzgeräten strömen ins Innere der Sana Kliniken.

Eine Drehleiter wird bis zum obersten Geschoss der Klinik ausgefahren. Auf der Station B 5 werden rund 25 schreiende, stöhnende und hustende Patienten professionell notärztlich erstversorgt und in Sicherheit gebracht. Nur der Rauch, der zu einem Brand gehört, fehlte. Wirklich gelöscht werden musste auch nicht. Die "Verletzten" auf der Station waren größtenteils Notfalldarsteller des DRK-Kreisverbands Calw. Der angebliche Einsatz war eine gemeinsame Übung der Gesamtfeuerwehr Bad Wildbad und der DRK-Ortsvereine Oberes Enztal, Schömberg und Neubulach, wie es sie in dieser Größenordnung im Bad Wildbader Klinikbereich noch nie gegeben hat.

Rund zehn Mitarbeiter hatten am vergangenen Samstag in der Klinik Dienst, als der Brandalarm gegen 14 Uhr ausgelöst wurde. Die Geschäftsführerin der Sana Kliniken Bad Wildbad, Margarete Janson, war gespannt, was nun passieren wird. Schließlich gibt es in der Klinik einen exakten Notfallplan, in dem steht, wie im Ernstfall zu reagieren ist. "Wir wollen mit dieser Übung kontrollieren, ob unsere Alarmkette funktioniert", betont die Geschäftsführerin, die diese Großübung mit Stadtbrandmeister Tido Lüdtke angestoßen hatte. Ihr ist auch wichtig, dass trotz einiger Fehlalarme, "die Sensibilität der Mitarbeiter gewährleistet ist". Darum war nur ein harter Kern der Sana-Kollegen im Vorfeld über die Übung informiert.

Auch die Feuerwehrleute gingen zunächst von einem Ernstfall aus. Lüdtke hatte nur die Abteilungskommandanten und deren Stellvertreter von dem Vorhaben informiert.

Die Übungsannahme war ein Brand in einem Patientenzimmer im obersten Stockwerk. Als die Feuerwehr mit 50 Mann und sieben Fahrzeugen in die König-Karl-Straße einfuhr, waren bereits Pylonen aufgestellt, um die Rettungswege freizuhalten und den Zugverkehr nicht zu behindern. Eine echte Patientin der Sana Kliniken, die sich für die Übung zur Verfügung gestellt hatte, wurde über die Drehleiter der Feuerwehr "gerettet".

Im Flur der Station B 5 spielten sich Szenen ab, die täuschend echt wirkten: Schreiende, schwerst verletzte, teilweise auch orientierungslose Notfalldarsteller hätten mit ihrem Auftritt jeden Schauspielpreis gewinnen können. Im Quellenhof befand sich der Sammelplatz für die Verletzten. Gut, dass die Partnerklinik sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet, bilanzierten die Verantwortlichen später. So können die Menschen immer so schnell wie möglich versorgt werden. DRK-Ortsvereinsvorsitzender Ulrich Lunkenheimer übernahm als leitender Notarzt das Kommando bei der Versorgung der Verletzten.

Nach einer starken Stunde war die Übung beendet und sowohl die Klinikmitarbeiter, als auch die Patienten und Einsatzkräfte atmeten auf. Margarete Janson und Tido Lüdtke waren zufrieden. Die Feuerwehr hat von der Alarmierung bis zum Einsatzort gerade mal sechs Minuten benötigt. "Die Versorgung der Verletzten hat super funktioniert", so die Klinik-Geschäftsführerin, die sich bei den Hilfskräften, den Klinikmitarbeitern und den Patienten mit einem Grillfest für deren Einsatz bedankte.

"Ziel erreicht", lautete das Fazit von Lüdtke, der aber auch "kleinere Stolperer" sah, die aufgrund der Übung nun beseitigt werden können. Feuerwehrkollegen aus Enzklösterle unterstützten ihre Kameraden als Beobachter. Auch Lunkenheimer zog eine positive Bilanz: "Ich habe einige Dinge gesehen, die man besser machen kann. Danke an die Leitung Sana Kliniken, dass sie uns die Möglichkeit für diese Übung gegeben haben. Das war ein toller Nachmittag." Im Rahmen einer Nachbesprechung in dieser Woche, wollen Klinik-Verantwortliche und Rettungskräfte das Geschehen aufarbeiten.

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