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Bad Wildbad Stadtkirche: Dachwerk unter der Lupe

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Aufstellen zum Gruppenbild: Die diesjährige erste Gruppe von FSJlern in der Denkmalpflege bei der Erstuntersuchung des Dachwerks über der evangelischen Stadtkirche, links Leiter David Nonnenmann. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Welche Holzarten wurden verwendet und welches Baualter hat die Hängewerkskonstruktion im Dach der evangelischen Stadtkirche?

Bad Wildbad. Diese und andere Fragen beschäftigten zwölf Jugendliche im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege während eines Seminars in Bad Wildbad. Einen Tag lang beschäftigten sie sich auf vielfältige Weise mit dem Dachgebälk.

Gemeinsam mit David Nonnenmann, Jugendbauhütten-Leiter und Koordinator, untersuchten die jungen Menschen einen Tag lang in Bad Wildbad die Hängewerkskonstruktion am Dach der 1750 erbauten evangelischen Kirche. Bauforscher David Grüner vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart leitete die Gruppe bei dieser Erstuntersuchung am Dachwerk an. Geübt wurde die Bestimmung der Holzarten und der Zimmermannsarbeiten. Mit sogenannten dendrochronologischen Proben wurden das Alter der verwendeten Holzarten herausgefunden, die Querschnitte betrachtet und die Ausdehnungen der Konstruktion zeichnerisch dokumentiert.

Historische Gebäude

Beim Besuch unserer Zeitung waren die FSJler nach spannenden Untersuchungen am Vormittag total ausgefroren vom Dachboden zurückgekehrt ins Kircheninnere, um sich anschließend in einer Pause außerhalb der Kirche wieder aufzuwärmen für den Einsatz am Nachmittag.

Eine Woche verbringen die Freiwilligen im Lautenhof und sammeln während ihres ersten Seminares zahlreiche Eindrücke und Erfahrungen im Bereich des Denkmalschutzes. David Nonnenmann hatte hierzu verschiedene schöne historische Gebäude zu Untersuchungszwecken herausgesucht und die Kontakte geknüpft. Am Tag davor stand ein Besuch in Baiersbronn bei Forstingenieur Thomas Faißt auf dem Programm. Die Gruppe war mit ihm im Wald unterwegs und beschäftigte sich mit dem spannenden Thema der "Köhlerei". Dabei erfuhren sie auch viel über die Historie der Flößerei und den Weg, den die Bäume aus dem Schwarzwald Richtung Holland nahmen.

Theoretisch und praktisch

Die Jugendbauhütte Baden-Württemberg wurde neu gegründet. In anderen Bundesländern gibt es sie schon seit längerer Zeit. Sie sind ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste. Die baden-württembergische Jugendbauhütte hat ihren Sitz in Esslingen und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg als oberste Denkmalschutzbehörde sowie durch die Wüstenrot Stiftung, die Stadt Esslingen am Neckar und durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gefördert.

In Baden-Württemberg haben künftig jedes Jahr 22 junge Leute die Chance, ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Denkmalpflege zu absolvieren. Sie arbeiten dabei ein Jahr lang in Betrieben und Einrichtungen der Kultur- und Denkmalpflege im ganzen Land. Ergänzend zu der Arbeit in den Einsatzstellen finden sechs Seminarwochen mit insgesamt 30 Seminartagen statt. Die Freiwilligen werden in dieser Zeit sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich der Denkmalpflege unterrichtet.

Für das Jahr 2020 – Beginn September – werden bereits jetzt Bewerbungen entgegengenommen. Informationen sind unter www.freiwilligesjahr-bw.ijgd.de erhältlich.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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