Der Baumwipfelpfad auf dem Sommerberg zieht zahlreiche Ausflügler an.Foto: Alexander M. Groß Foto: Schwarzwälder Bote

Modellprojekt: In Bad Wildbad soll ab Montag der coronakonforme Betrieb von Outdoor-Freizeitanlagen erprobt werden

Wie ein coronakonformer Betrieb von Outdoor-Freizeiteinrichtungen geplant und umgesetzt werden kann, soll ab Montag, 7. Juni, auf dem Sommerberg in Bad Wildbad getestet werden.

Bad Wildbad. Bereits am 19. Mai hatte die Stadt Bad Wildbad dazu – gemeinsam mit der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald und dem Landratsamt Calw – beim Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration einen Antrag auf dieses Modellvorhaben gestellt und sich mit den Betreibern des Baumwipfelpfads Schwarzwald, der Hängebrücke "Wildline" und dem Gesundheitsamt im Landratsamt Calw über Hygienekonzepte, Besucherlenkungsmaßnahmen, Mitarbeiter- und Gästetests ausgetauscht. Aus insgesamt 83 Anträgen aus den Bereichen Kultur, Tourismus, Kinder- und Jugendarbeit sowie Sport wurden 19 Modellvorhaben ausgewählt, eines davon ist die vorzeitige Öffnung der touristische Freizeiteinrichtungen auf dem Sommerberg.

Seit dem 23. Mai dürfen Übernachtungs- und Gastronomiebetriebe im Landkreis Calw im Rahmen der ersten Öffnungsstufe nach der aktuellen Corona-Verordnung wieder öffnen und haben den Neustart des Tourismus eingeläutet. Touristische Freizeiteinrichtungen, wie eben der Baumwipfelpfad und die Hängebrücke, sind allerdings erst in der dritten Öffnungsstufe vorgesehen.

"Der Landkreis Calw ist mit seinen landschaftlichen Gegebenheiten und freizeittouristischen Infrastruktureinrichtungen ein bekanntes und beliebtes Urlaubs- und Tagesausflugsziel in Baden-Württemberg", sagt Landrat Helmut Riegger. Insbesondere die Nähe zum Großraum Stuttgart und zu den Regionen Karlsruhe und Pforzheim führe zu einer hohen Frequenz an Tagesgästen auf die Tourismusangebote im Landkreis Calw. Deshalb unterstütze er den Antrag für das Modellvorhaben.

Riegger ist sich sicher, dass der Schwarzwald auch in diesem Sommer für viele Gäste ein lohnenswertes Reiseziel sei und neben Gastronomie und Übernachtungen gehörten da eben auch touristische Attraktionen und Ausflugsziele dazu. "Wenn es uns als Tourismusregion gelingt, unseren Gästen zu zeigen, dass wir hier ein tolles und abwechslungsreiches Angebot mit engagierten Gastgebern haben und auch gezielte und konsequente Schutz- und Hygienekonzepte umsetzen, wird uns das langfristig helfen, Gäste für den Schwarzwald und unsere Region zu begeistern", ist der Kreischef überzeugt.

Direkt nach Bekanntwerden der Möglichkeit, ein solches Modellprojekt beim Sozialministerium zu beantragen, hatten die Stadt Bad Wildbad, das Landratsamt Calw und die Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald sich gemeinsam auf den Weg gemacht, die Szenarien für eine Öffnung der Freizeiteinrichtungen unter wissenschaftlicher Begleitung zu planen. "Wir freuen uns sehr über die Zusage aus dem Sozialministerium", so Klaus Mack, Bürgermeister der Stadt Bad Wildbad. "Wir sehen uns als Tourismusregion auch aufgrund unserer Erfahrungen im Umgang mit Gästefragen, Besucherlenkung und dem bestehenden intensiven Austausch mit den Freizeiteinrichtungen als sehr gut geeignetes Modellvorhaben, um Herausforderungen und Lösungen für Outdoor-Freizeiteinrichtungen gleichermaßen zu bearbeiten und relevante Daten für Handlungsempfehlungen zu sammeln und aufzubereiten", so Mack weiter. "In Anbetracht unserer Tätigkeiten und den bereits im vergangenen Jahr erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei den bestehenden touristischen Freizeiteinrichtungen wurden bereits Vorarbeiten für eine frühzeitige Öffnung geleistet", fährt der Schultes fort.

Am Montag, 7. Juni, wird die zweiwöchige Phase des Modellprojekts starten. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Mannheim Institute of Public Health. Diese besteht unter anderem darin, dass die Mitarbeiter der Freizeiteinrichtungen regelmäßig anhand eines sogenannten Lollitests getestet werden. Weitere Elemente der wissenschaftlichen Begleitung sind eine Gästebefragung und eine Beobachtungsstudie, die vor Ort vorgesehen ist.

Die Betreiber der Einrichtungen haben Sicherheits- und Hygienekonzepte entwickelt, um auch bei hohem Besucheraufkommen eine sichere Lenkung der Besucherströme bewältigen zu können. Dabei geht es unter anderem um die Begrenzung der maximalen Besucherzahl in den Einrichtungen, um die Steuerung der Besucherströme vor und auf den Anlagen selbst, die digitale Kontaktnachverfolgung der Besucher und Bestimmungen zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Durch konkrete Zutrittsabläufe unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln werden die jeweiligen Konzepte abgerundet.

Ein Zutritt auf den Baumwipfelpfad Schwarzwald und die Hängebrücke "Wildline" ist trotz Modellprojekt auch nur mit einem tagesaktuellen negativen Testergebnis, einer vollständigen Impfung oder eines Genesenen-Attests möglich. "Auch wenn die Testinfrastruktur in Bad Wildbad mittlerweile sehr gut ausgebaut ist, bitten wir unsere Gäste bereits getestet und mit Nachweis zu uns zu kommen. Nur so können lange Wartezeiten vermieden werden", empfiehlt Klaus Mack.

Das Modellprojekt soll zunächst bis zum 20. Juni laufen. Im Rahmen eines Evaluierungsberichtes sollen die Ergebnisse und Erkenntnisse an das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration übergeben werden.

"Auch wenn die Freizeiteinrichtungen mit ihren Besucherinnen und Besuchern Teil eines Modellprojekts sind und wir auf die Mithilfe aller Beteiligten angewiesen sind, um aus den Erfahrungen und Maßnahmen wichtige Erkenntnisse für weitere und zukünftige Öffnungsszenarien erzielen möchten, freuen wir uns, dass noch ein Stückchen mehr Tourismus im Landkreis Calw möglich ist", so Landrat Helmut Riegger.

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