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Bad Wildbad Schillereiche ehrt Dichter seit 160 Jahren

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Gegenüber der geschwungenen Wand der Gedenkstätte öffnet sich bei der Schillereiche am einst wohl einen einfachen Wanderweg bildenden Ölsträßle ein Blick über die Stadt und auf die Bergbahntrasse. Fotos: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Bald ist es wieder so weit: Am 10. November jährt sich der Geburtstag von Friedrich von Schiller. Für den in Marbach geborenen großen deutschen Dichter und Denker ist dies zum 260sten Mal. Zum 100. Geburtsjubiläum erhielt er in Bad Wildbad 1859 eine Gedenkstätte.

Bad Wildbad. Wer das als Spazierweg bei Einheimischen beliebte sogenannte Ölsträßle am Meisternhang begeht, kommt an dem Platz vorbei. "Zur Erinnerung an die hundertste Geburtstag-Feier Fr. von Schiller’s am 10 Novbr. 1859.", kann er dann auf der in einer geschwungenen ­Mauer in Sandstein eingelassenen Metalltafel lesen. Das zum Geländevorsprung hochgemauerte Halbrund gegenüber mit der Schillereiche bildet einen Aussichtspunkt auf die Stadt und Sommerbergbahn.

Die Werke und das Schaffen des großen Dichters sind bis heute unvergessen. Aber sie waren wohl 1859, in der Zeit, als sich sein 100. Geburtstag jährte und die Menschen nach Unabhängigkeit drängten, ganz besonders aktuell. Verfocht er doch in seinen Bühnenstücken die Idee der Freiheit. Der Sohn des Militärwundarztes Johann Caspar Schiller besuchte von 1773 bis 1780 auf Befehl von Herzog Karl Eugen die Karlsschule. Damals Regiments-Medikus, veröffentlichte er 1781 das Bühnenstück "Die Räuber", das in Stuttgart und mit großem Erfolg im kurpfälzischen Mannheim aufgeführt wurde. Dorthin floh er 1782, als ihm der Herzog ein Schreibverbot für "Komödien" auferlegte.

"Warum steht das Denkmal auf dieser Seite der Stadt und nicht auf dem Sommerberg?", mag sich heute mancher fragen. Damals war eben die Westseite des Tals noch nicht bevorzugt frequentiertes Ziel der Gäste. Die Bergbahn, die Bad Wildbads Hausberg den Besuchern erschloss und bis heute erschließt, wurde ja erst 1908 eingeweiht. Badearzt Wilhelm Theodor von Renz ließ 1883 sein 246 Seiten ­dickes Büchlein, "Das Wildbad im Schwarzwald", mit dem Zusatz auf der inneren Titelseite, "und sein neu-eröffnetes laues Thermalbad König-Karls-Bad für Kurgäste und Ärzte", drucken. Darin beschrieb der Abschnitt "Führer durch die Umgebungen von Wildbad" gleichermaßen die heute eher ruhige Ostseite mit Riesenstein und den Bergorten als gerne angenommenen Wanderziele.

Ausgeschilderte Strecken finden die Wanderer, die ruhigere Wege und Pfade suchen, auch heute um und über den Meistern und stoßen dabei da und dort auf die in Stein gemeißelten Wegweiser. Manche der Strecken, auf die so verwiesen wird, sind heute zugewachsen. Wie einst ist aber auf den modernen Tafeln an den Kreuzungspunkten mit der gelben Raute der Platz am Ölsträßle mit "Schillereiche" bezeichnet.

Mancher fragt sich bestimmt, wie der Name "Öl­sträßle" entstand? Von Bohrungen nach Öl kann es doch wohl nicht herrühren. An flüssigen Bodenschätzen ist bisher "nur" das seit mindestens dem 13. Jahrhundert genutzte Thermalwasser entdeckt. Der von Calmbach her am Meisternhang entlang ziehende Weg durch den Wald wurde im Zusammenhang mit dem 1961 fertiggestellten Fernheizwerk ausgebaut. Bis in die 1980er-Jahre wurde dieses mit Schweröl betrieben, das auf dem Sträßchen herbeigefahren wurde. So entstand der Name. Seit rund 35 Jahren wird die Heizenergie aber fast ausschließlich mit Hilfe von Ferngas gewonnen.

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