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Bad Wildbad Rossini-Festival geht in nächste Runde

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Das Rossini-Festival findet in diesem Jahr vom 11. bis 28. Juli statt. Foto: Archiv

Bad Wildbad - Das Belcanto-Festival "Rossini in Wildbad" geht vom 11. bis 28. Juli in die nächste Runde. Bei einem Pressegespräch stellte Intendant Jochen Schönleber gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Mack und dem Calwer Landrat Helmut Riegger das Programm des 31. Festivals vor.

"Es freut mich, diese große Kulturveranstaltung wieder im Kreis Calw zu haben", sagte Landrat Helmut Riegger. Er bezeichnete das Festival "Rossini in Wildbad" als das "herausragende Kulturereignis im Landkreis", das eine Spitzenposition in Europa und einen hervorragenden Ruf, besonders bei der Entdeckung junger Talente, habe. Riegger versicherte, an Intendant Jochen Schönleber gewandt, dass der Landkreis "auch weiterhin an ihrer Seite stehen und das Festival unterstützen wird, um es weiter voranzutreiben". "Rossini in Wildbad" sei eine "ganz ausgezeichnete Werbung für den Landkreis", meinte der Landrat weiter. Im Rahmen der Kulturförderung unterstützt der Landkreis das Festival mit "bis zu 30 000 Euro", so Riegger. Der Kreiszuschuss sei abhängig von der Höhe der städtischen Zuwendung und werde am Ende wohl bei etwa 27 000 bis 28 000 Euro liegen.

"Rossini strahlt über die Stadt hinaus", sagte Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack. Es sei nicht selbstverständlich, dass so eine kleine Stadt solch ein Festival habe und "wir wissen, was wir daran haben, auch mit allen Herausforderungen". Bad Wildbad befinde sich im Aufschwung, so der Rathauschef weiter. Das sehe man unter anderem auch an der gestiegenen Zahl an Buchungen von Veranstaltungsräumen, die eben auch das Musikfestival vor größere Herausforderungen stelle. Um das Festival weiter zu unterstützen, habe die Stadt auch den Zuschuss zum Gesamtetat (700 000 Euro) von 130 000 auf 135 000 Euro erhöht.

Bereits jetzt habe man 65 Prozent der Karten im Vorverkauf abgesetzt, das sei weitaus mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, so Mack weiter. Ein Grund dafür sei sicher auch, dass der Vorverkauf bereits im Dezember gestartet und so manche Karte als Weihnachtsgeschenk gekauft worden sei. Der Umsatz liege bereits jetzt bei 218 000 Euro. "Das zeigt, dass das Programm sehr gut ist", ist der Bürgermeister überzeugt und deshalb freut er sich "auf ein tolles Festival 2019".

Bevor Festivalintendant Schönleber auf das aktuelle Programm einging, warf er noch einen Blick zurück auf eine "extrem arbeitsreiche Jubiläumsspielzeit". Da es das 30. Festival war, habe sich das Land "extrem spendabel" gezeigt und sei erstmals –­gemeinsam mit der Baden-Württemberg-Stiftung –­größter Förderer gewesen. Dies sei leider 2019 nicht mehr der Fall. Zwar sei die Jubiläumsspielzeit sehr aufwendig gewesen, dennoch habe man durch eine 15-prozentige Steigerung bei den Karteneinnahmen einen einigermaßen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen, so Schönleber weiter. In diesem Jahr müsse man nun ohne Sonderzuschüsse und mit Kostensteigerungen, vor allem bei den Unterkünften zurecht kommen. Das Festival zu stemmen, werde jedes Jahr schwieriger, deshalb habe man 2019 "die Flucht nach vorne angetreten und versucht, zahlenmäßig bei den Vorstellungen das Niveau der Vorjahre zu halten", sagte Schönleber. Dies sei nur durch viele Gastspiele möglich.

Kooperation mit Festival im polnischen Krakau

Außerdem gebe es in diesem Jahr eine Kooperation mit Krakau. In der polnischen Stadt soll ebenfalls ein Rossini-Festival aufgebaut werden und so können dort einige Aufführungen vorproduziert und dann ebenfalls in Bad Wildbad aufgeführt werden. Das neue Festival sieht Schönleber dabei nicht als Konkurrenz, sondern als "erst mal gute Partner", aber er hofft, "dass wir nicht irgendwann Anhängsel von Krakau werden."

Als Herzstück des Wildbader Festivals bezeichnet Schönleber das Königliche Kurtheater, das er liebevoll als "mikroskopische Schuhschachtel oder Geschenkbox" bezeichnet. Das Publikum liebe dieses "sehr kleine Theater", es sei immer voll. Allein vier Aufführungen der Rossini-Oper "Tancredi" finden im Kurtheater statt – und die Nachfrage sei riesig. Bereits jetzt müsse er sogar Kritiker für die Sonntagsvorstellung abweisen und auf Donnerstag, 25. Juli, verweisen.

Ein weiterer absoluter Höhepunkt sei das Konzert auf dem Baumwipfelpfad, in diesem Jahr als Eröffnungskonzert am Donnerstag, 11. Juli, ab 20 Uhr. "Das wird mittlerweile blind gebucht. Die Karten gehen weg wie warme Semmeln", so Schönleber. Geplant sei, neben dem Orchester auch den Chor auftreten zu lassen. Auch Landrat Riegger ist von der Konzertatmos-phäre auf dem Sommerberg begeistert: "Das ist einzigartig. Wenn man einmal da oben war, möchte man nicht mehr runter".

Weitere Opern bei dem Festival sind "Die Musik-Akademie –­ L’accademia di musica", "Die drei Buckligen – I tre gobbi", "Corradino, Eisenherz und Schönheit oder Matilde di Shabran" sowie "Romilda e Costanza". Bei diesen großen Stücken sind in diesem Jahr Werke von zwei deutschen Komponisten dabei: Giacomo Meyerbeer und Johann Simon Mayr. Irgendwann sei ein Komponist erschöpft, also alle wichtigen Stücke gespielt und auch auf CD eingespielt, sagt Schönleber zu der Stückauswahl. Deshalb sei es wichtig, einen Schritt weiter zu gehen und "Rossini in Wildbad" habe eine große Kompetenz, unbekannte Stücke zu spielen. Es gebe in der Musikgeschichte viele unbekannt Stücke und so könne man auch mal Dingen eine Chance geben, die – vielleicht aus kleinsten Gründen – einmal durchgefallen seien. Bei der Auswahl sei aber immer wichtig, dass die Werke zu Rossini passen.

Bei dem Programm außerhalb der großen Opern dürfe neben dem Belcanto-Treff auf dem Kurplatz und dem Konzert mit dem Trio Zedda auf keinen Fall das "Match mit Rossini" fehlen – bei dem sich die "Heroen des Festivals" miteinander auf dem Fußballplatz messen. "Das war eine Gaudi, die haben wir eigentlich für uns gemacht, aber jeder ist willkommen", sagt der Intendant, der aber "jedes Mal froh ist, wenn es ohne Verletzung ausgeht". Dieses Thema könnte in diesem Jahr noch aktueller werden, denn der Landrat trug sich als "ehemaliger Bezirksligaspieler" und Libero für einen Stammplatz in der Mannschaft an – seine gefürchtete Grätsche inklusive, wie er schmunzelnd anmerkte.

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