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Bad Wildbad Regionales Saatgut für Bienenschutz wichtig

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Rund 100 Teilnehmer informierten sich im Kurhaus Bad Wildbad über den Schutz von Wildbienen und die Bienenweide. Foto: Mutschler Foto: Schwarzwälder Bote

Rund 100 Teilnehmer aus dem gesamten Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord kamen zum "Forum Bienenweide" ins Kurhaus nach Bad Wildbad. Dort gab es Vorträge und Diskussionen um die Themen "Wildbienen in Gefahr" und "Bienenweide –­ warum sind Blühflächen wichtig".

Bad Wildbad. Mit dem Projekt "Blühender Naturpark" sollen Lebensräume und Nahrungsgrundlagen für die drastisch zurückgegangenen Insekten geschaffen werden. Die Aktion läuft mittlerweile in allen sieben baden-württemberg­ischen Naturparken "und immer mehr Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen legen neue Wiesen mit heimischen Wildblumenarten an", sagt Karl-Heinz Dunker, Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord.

Beim "Forum Bienenweide" konnten sich rund 100 Teilnehmer informieren, wie groß der Nutzen für die heimische Flora und Fauna sei und welche Vorteile sich für Kommunen, aber auch für Privatpersonen und Firmen bieten. Dabei waren Bürgermeister, Bauhof-Mitarbeiter, Unternehmer, Naturschützer, Kindergarten-Leiterinnen oder interessierte Privatpersonen.

"Es kann jeder mitmachen", sagt der Biologe Hans Schwenninger. Es müsse dabei nicht einmal eine große Wiese sein, es reiche schon ein Streifen im Vorgarten oder gar ein Blumenkasten. Wichtig sei aber die richtige Wildkräutermischung. Zu beachten gilt es hier, dass die Saatmischung auf die Region abgestimmt ist. In Deutschland gebe es 22 verschiedene Vegetationszonen "und das Ursprungssaatgut muss aus der Region sein", in der das Saatgut auch wieder ausgebracht werde, erklärt Manfred Kraft, Projektkoordinator "Blühende Naturparke" und Obmann für Bienenweide beim Landesverband Badischer Imker. Der Verband kooperiert bei diesem Projekt "sehr gerne" mit dem Naturpark, denn von den speziellen Wildbienenweidemischungen profitieren auch die Honigbienen. "Geht es den Wildbienen gut, geht es den Honigbienen auch gut", so Kraft weiter.

Viele Samentüten sind "vergeudetes Geld"

Durch die Aussaat gebietsheimischer Saatmischungen werden innerörtliche Flächen optisch und ökologisch aufgewertet. Denn die heimischen Wildbienen und andere Insekten könnten mit Saatgut, das für eine andere Region, zum Beispiel Schleswig-Holstein, gar nichts anfangen. Einfach irgendeine, mittlerweile überall erhältliche, Samenmischung auszustreuen, bringe überhaupt nichts, sagt er. "Viele verschiedene Samentüten sind vergeudetes Geld", fügt Kraft an.

Wenn sich eine Gemeinde für das Programm anmelde, dann fährt ein Team hin und schaut sich an, welche Kräuter in dieser Region typisch sind und empfiehlt so die richtige Saatgutmischung.

Neben dieser Beratungstätigkeit sieht der Naturpark seine Aufgabe bei diesem Projekt vor allem im Bildungsauftrag. Deshalb werden in das Projekt Kindergärten und die Naturparkschulen eingebunden, erklärt Dunker und Kraft ergänzt: "Kinder geben die Botschaft weiter."

Auch die Stadt Bad Wildbad ist bei diesem Projekt seit drei Jahren dabei. Acht Flächen seien mit Wildblumenmischungen eingesät worden. Dabei gab es ebenfalls eine Beratung und die Bauhof-Mitarbeiter seien entsprechend geschult worden. Auch der Goßweiler-Kindergarten in Calmbach sei dabei.

Das Projekt zeigt mittlerweile großflächig Wirkung: "Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord konnte 2018 zusammen mit 40 Projektpartnern rund 100 neue Wildblumenwiesen mit 55 000 Quadratmetern Fläche anlegen. Damit sind seit Projektstart 2016 rund 200 neue Blühflächen mit heimischen Wildblumen auf insgesamt 125 000 Quadratmetern entstanden", teilt der Naturpark mit. Alle sieben baden-württembergischen Naturparke hätten zusammen bis 2018 insgesamt 549 neue Wildblumenflächen mit rund 219 000 Quadratmetern geschaffen.

Das Projekt "Blühende Naturparke" erhielt 2017 den Preis für das beste Naturschutzprojekt Deutschlands. Aus dem Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro wird das Saatgut bezahlt.

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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