Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Bad Wildbad Prozess: 60 Kilogramm Marihuana sichergestellt

Von
Die Ermittler stellten im April jede Mende Drogen und Bargeld sicher. Foto: Polizei

Bad Wildbad/Tübingen - Drei Männer haben über Monate und Jahre hinweg im großen Stil Cannabispflanzen angebaut und mit Marihuana gehandelt – teilweise auch in Bad Wildbad. Im April flog der Drogenhandel auf. Rund 60 Kilogramm des Rauschgifts wurden sichergestellt.

Am Dienstag begann der Prozess gegen die drei Angeklagten vor der 10. Großen Strafkammer des Tübinger Landgerichts, wo sie sich unter anderem wegen unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten müssen.

An verschiedenen Orten im Kreis Calw und dem Ortenaukreis stellten die Polizei nach monatelangen Ermittlungen im April diesen Jahres kiloweise Drogen sicher.

Einer der Angeklagten, ein 66-jähriger Mann, soll laut Anklage auf einem Hof im Ortenaukreis ab November 2016 eine Cannabisplantage mit 600 Pflanzen betrieben haben und insgesamt mehr als 100 Kilogramm Marihuana geerntet sowie Teile davon an verschiedene Abnehmer verkauft haben. Die Ermittler fanden auch rund 45 000 Euro Bargeld. Der 66-Jährige sitzt seit seiner Festnahme in Haft.

14 Kilogramm Marihuana soll der 66-Jährige im Dezember 2018 und Januar 2019 an den zweiten Angeklagten, einen 38-Jährigen aus Bad Wildbad, verkauft haben, der die Drogen dann zumindest in Teilen in den Geschäftsräumen des dritten Angeklagten, einem 48-jährigen Mann, in Calmbach gebunkert haben soll.

Verkauf an verdeckte Ermittler

Dort fanden die Ermittler weitere Cannabispflanzen, die die beiden wohl gemeinsam gezüchtet hatten. Der jüngere Mann soll zudem auch selbst zehn Cannabispflanzen in seiner Wohnung in Bad Wildbad gezüchtet haben – jeweils mit einem Ertrag von mehreren Kilogramm. Der 48-Jährige soll ebenfalls in seiner Wohnung in Bad Wildbad Cannabis angebaut haben.

Die Machenschaften flogen endgültig auf, als er insgesamt drei Kilogramm an einen verdeckten Ermittler des Landeskriminalamts verkaufte. Mit dem Ermittler hatte er zudem ein weiteres Geschäft mit mehr als 20 Kilogramm vereinbart.

Noch vor Beginn der Verhandlung ging das Gericht von einer komplizierten und langwierigen Beweisaufnahme aus. Es waren neun Verhandlungstage angesetzt worden. Direkt am Anfang der Verhandlung kam es aber zu einem Verständigungsvorschlag.

Das Gericht schlug einen Strafrahmen vor, nach dem die drei Angeklagten verurteilt werden könnten – unter der Voraussetzung, dass sie alle ein Geständnis ablegen. Dadurch könne man sich die Anhörung einiger Zeugen sparen und die Dauer der Verhandlung deutlich abzukürzen, erklärte der Vorsitzende Richter Armin Ernst.

Das Strafmaß für den 66-Jährige sollte dem Vorschlag entsprechend eine Gesamtfreiheitsstrafe zwischen fünf Jahren und drei Monaten sowie fünf Jahren und neun Monaten enthalten.

Verständigungsvorschlag abgelehnt

Für die beiden weiteren Angeklagten sah der Vorschlag einen Rahmen zwischen zwei Jahren und neun Monaten sowie drei Jahren und drei Monaten vor – eine Strafaussetzung auf Bewährung wäre so für keinen der Angeklagten möglich.

Die beiden jüngeren erteilten dem Vorschlag deshalb auch eine Absage. Sie hoffen darauf, im weiteren Verlauf der Verhandlung mit ihrer Kooperationsbereitschaft und ihren Aussagen, das Gericht milde zu stimmen und möglicherweise doch mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen, erklärte einer der Verteidiger.

Der 66-Jährige hingegen werde dem Vorschlag vermutlich zustimmen, erklärte dessen Verteidiger, bat sich aber bis zum nächsten Verhandlungstag Bedenkzeit aus. Bei diesem stehen am Freitag, 20. September, ab 9 Uhr neben den Entscheidnungen und Aussagen der Angeklagten auch die Aussagen der ermittelnden Polizisten auf der Tagesordnung.

Artikel bewerten
20
loading

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.