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Bad Wildbad Pflegewohnungen noch nicht ausgelastet

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Vor einem Jahr wurde die Ludwig-Uhland-Residenz mit "WohnenPLUS" in Bad Wildbad eröffnet. Foto: Bechtle Foto: Schwarzwälder Bote

"WohnenPLUS" nennt sich das neue Wohn- und Betreuungsangebot in der Ludwig-Uhland-Residenz der Evangelischen Heimstiftung GmbH in Bad Wildbad, die im Oktober 2018, also vor gut einem Jahr, eröffnet und Mitte November 2018 offiziell eingeweiht wurde.

Bad Wildbad. Die Evangelische Heimstiftung GmbH (EHS) weist darauf hin, dass diese erste "WohnenPLUS"-Residenz eine innovative Wohnform ist, die Menschen mit Pflegebedarf eine ambulante Alternative zum klassischen stationären Pflegeheim bietet.

"WohnenPLUS", so die EHS, sei ein eigens entwickeltes Wohn-, Betreuungs- und Pflegekonzept, in dem verschiedene Wohn- und Pflege-Arrangements angeboten werden, die je nach Bedarf und Neigung miteinander kombiniert werden können.

In den beiden obersten Geschossen der neuen Ludwig-Uhland-Residenz gibt es 26 Pflegewohnungen mit einer Größe zwischen 37 und 58 Quadratmetern, die mit modernen technischen Assistenzsystemen ausgestattet sind, womit sie eine zusätzliche Versorgungssicherheit bieten.

Eine Etage tiefer sind die Räumlichkeiten der ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit einem geräumigen Wohnzimmer, einem Essbereich mit offener Küche sowie insgesamt zwölf teilmöblierten Einzelzimmern für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Hier sind Alltagsbegleiter rund um die Uhr anwesend. Eventuell notwendige pflegerische Leistungen werden durch den Mobilen Dienst erbracht.

Die Tagespflege im ersten Obergeschoss ermöglicht im Verbund mit anderen Dienstleistungen, dass ältere pflegebedürftige Menschen in einer selbst bestimmten Lebensführung unterstützt werden. Die Tagespflege für bis zu 15 Kunden fördert soziale Teilhabe und bietet eine sinnvolle Tagesstruktur. Auch bietet die Tagespflege Menschen mit Unterstützungsbedarf die Möglichkeit, ihren Tag in der Gemeinschaft und mit professioneller Pflege und Betreuung zu verbringen.

Die Tagespflege ist jeden Tag von 8 bis 18 Uhr geöffnet, wobei je nach Bedarf auch kürzere Aufenthaltszeiten möglich sind – entsprechend den Wünschen der Kunden oder deren Angehörigen, die dadurch entlastet werden. Seit Januar 2017 gibt es einen 100-prozentigen Zuschuss zur Tagespflege, der von 689 Euro bei Pflegegrad zwei bis zu 1995 Euro bei Pflegegrad fünf reicht.

Im Erdgeschoss der Ludwig-Uhland-Residenz befindet sich außer der Verwaltung auch der Mobile Dienst, der sowohl den Bewohnern der Residenz zur Verfügung steht, als auch außerhalb des Hauses im Oberen Enztal im Einsatz ist.

Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erzählen Regionaldirektorin Susanne Maier-Koltschak und Waltraud Hagen-Verling, Leiterin für die Alltagsbegleitung, wie sich die neue Einrichtung bewährt hat. Beide sind schon seit vielen Jahren mit den Einrichtungen der EHS in Bad Wildbad (König-Karl-Stift, früheres Ludwig-Uhland-Stift sowie Übergangslösung in der früheren Sana-Klinik) vertraut.

Einrichtungen im Bau

Derzeit baue die EHS weitere "WohnenPLUS"-Einrichtungen in Baden-Württemberg, also habe sich diese Einrichtung mit den verschiedenen Angeboten durchaus bewährt. Während die Wohngruppe und die Tagespflege regen Zuspruch haben, seien die Pflegewohnungen in den beiden obersten Stockwerken noch nicht ausgebucht, das heißt, man wartet hier noch auf weitere Mieter von zehn Pflegewohnungen in der zentral gelegenen und trotzdem ruhigen Ludwig-Uhland-Residenz.

Gerade in den Pflegewohnungen, so Maier-Koltschak, hätten die Mieter alle Möglichkeiten, ihr Leben völlig unabhängig zu gestalten. Sie könnten selbst ihre Mahlzeiten zubereiten oder auch am angebotenen gemeinsamen Mittagstisch teilnehmen und nach eigenem Ermessen spazieren oder einkaufen gehen, Besuche machen oder sich mit Bekannten treffen. Eine kleine Einschränkung gebe es jedoch: Zur eigenen Sicherheit müssen die Bewohner mitteilen, wenn sie das Haus verlassen. Dies hänge auch damit zusammen, dass die Pflegewohnungen mit "Aladien" ausgestattet seien. "Aladien" ist die Abkürzung für "Alltagsunterstützende Assistenzsysteme mit Dienstleistungen", ein speziell für die EHS entwickeltes System, das die Bewohner im Alltag unterstützen und schützen soll, etwa durch Sturzsensoren, Licht- und Rollladensteuerung, automatischer Herdabschaltung, Hausnotruf und mehr. Aladien ist außerdem ein bedienerfreundliches und für Senioren optimiertes Tablet, das zur Grundausstattung jeder Pflegewohnung gehört. Hagen-Verling erzählt, sie habe es selbst erlebt, dass Bewohner, die bisher keine Computerkenntnisse hatten, sich nach entsprechenden Einführungen durchaus mit dem Tablet beschäftigen und stolz ihren Umgang mit dem für sie neuen Medium beim "Googeln" gerne zeigen. Je nach Bedarf könnten Leistungen hinzugefügt oder abgewählt werden.

Die Personalsituation, so Maier-Koltschak, sei zufriedenstellend, zumal die ambulant betreute Wohngemeinschaft keine Pflegefachkräfte benötig, sondern Alltagsbegleiterinnen. Diese leben und wohnen hier und begleiten die anderen Bewohner "auf angenehme Art". Maier-Koltschak: "Man nimmt gegenseitig Rücksicht, hat untereinander viel Verständnis und es herrscht ein heiteres fast fröhliches Miteinander", obwohl in der ambulant betreuten Wohngemeinschaft auch Menschen mit Pflegegrad vier wohnen und leben könnten. Bei Bedarf werde der ambulante Pflegedienst eingeschaltet, der von Pflegedienstleiter Waleri Schulz geführt wird. Pflegerische Leistungen seien auch über andere mobile Dienste möglich.

Reine Pflegeplätze gibt es in der Residenz keine, dafür jedoch im König-Karl-Stift (Nähe Bahnhof) der EHS, das vor acht Jahren in Betrieb genommen wurde. Dort ist auch Kurzzeitpflege möglich. Chefin beider Einrichtungen ist Hausdirektorin Helene Zipf.

Der "WohnenPLUS"-Pilotstandort Bad Wildbad wird bald Nachfolger haben, denn die EHS baut und plant derzeit weitere Einrichtungen dieser Art in Ingersheim bei Bietigheim, in Hochdorf bei Esslingen, in Stuttgart sowie in Weikersheim.

141 Einrichtungen in Baden-Württemberg gehören derzeit zur Evangelischen Heimstiftung: 87 Pflegeheime, 57 Betreute Wohnanlagen, 16 Tagespflegeeinrichtungen, 33 Mobile Dienste, drei "WohnenPLUS"-Residenzen, ein Behindertenzentrum mit Werkstätten in Isny sowie eine Rehaklinik in Bad Sebastiansweiler bei Mössingen.

Insgesamt betreuen 8400 Mitarbeiter, davon 830 Auszubildende, in diesen Einrichtungen 11 400 Menschen mit Pflegebedarf.

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