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Bad Wildbad/Pfalzgrafenweiler Wolf unterwegs: Test bringt Klarheit

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Im Umweltministerium geht man von einem Einzelwolf aus. Klarheit soll es am Mittwoch geben. (Symbolfoto) Foto: dpa

Bad Wildbad/Pfalzgrafenweiler - Wer in diesen Tagen mit Mitarbeitern der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg telefoniert, kann den Stress bei den Gesprächspartnern förmlich spüren. Freundlich sind sie, auskunftswillig auch noch beim Rückruf am fortgeschrittenen Abend  – und angespannt.

Das liegt am Wolf, der zurück im Schwarzwald ist – und von vielen gesehen worden sein will. Alleine in diesem Jahr gingen in Freiburg bereits mehr als 300 Meldungen zu angeblichen Wolfssichtungen ein. Sie werden ausgewertet, kategorisiert – und oftmals ist am Ende nichts dran. Was den Nordschwarzwald angeht, war dies zuletzt anders.

Am Montag wurde bekannt, dass ein Wolf sich in den Abendstunden des 2. Mai in Edelweiler, ein Ortsteil der Gemeinde Pfalzgrafenweiler im Kreis Freudenstadt, aufgehalten hat. Ein Jäger hatte das Tier an einem Hochbehälter, wenige hundert Meter vom Ort entfernt, gesichtet, fotografiert und gefilmt. Der zuständige Wildtierbeauftragte sandte die Dokumente nach Freiburg. Die FVA kam zu dem Ergebnis eines gesicherten Wolfnachweises.

Rund 25 Kilometer Luftlinie trennen Pfalzgrafenweiler von Bad Wildbad im Nachbarkreis Calw. Für Menschen ein Fußmarsch von etwa sechseinhalb Stunden. Kein Zweifel: Ein Wolf könnte die Strecke in drei Tagen zurücklegen. Hat er das vorige Woche getan? Ein und dasselbe Tier? Mit hoher Wahrscheinlichkeit war es ein Wolf, dessen Angriff in der Nacht zum 30. April in Bad Wildbad mehr als 40 Schafe zum Opfer fielen.

Test bringt Klarheit

Klarheit dazu gibt es voraussichtlich an diesem Mittwoch vom Umweltministerium in Stuttgart. Dort wartet man auf das Ergebnis der genetischen Untersuchung des Senckenberg-Instituts, für die die FVA Proben an den Bissstellen der Schafe entnommen und nach Frankfurt geschickt hatte.

War es überhaupt ein Wolf? Wenn ja: War es "nur" ein Wolf? Von dem Untersuchungsergebnis hängt vieles ab. Mehrere Tiere würden auf ein Rudel hinweisen. Und sollte sich herausstellen, dass die genetischen Spuren mit denen von Rotwildrissen vom November und Dezember in Simmersfeld (Kreis Calw) sowie dem benachbarten Seewald und – an der gegenüberliegenden Grenze  des Landkreises Freudenstadt – in Bad Rippoldsau-Schapbach übereinstimmen, müsste man langsam, aber sicher von einem sesshaften Wolf im Nordschwarzwald sprechen.

Im Umweltministerium geht man von einem Einzelwolf, einem "einsamen Wolf" aus, so Sprecher Ralf Heineken. Er baut vor: "Wir bereiten uns darauf vor, dass es ein sesshafter Wolf ist."
Auch das Ministerium kommt  mit Anfragen zu Wölfen kaum noch hinterher. In Pfalzgrafenweiler wurde am Montag die Frage laut, warum die Öffentlichkeit angesichts eines gesicherten Wolfsnachweises nicht informiert wurde.

Selbst das Landratsamt und die Gemeindeverwaltung wussten von nichts. Ob das Ministerium per Pressemitteilung informiere, hänge auch davon ab, wo das Tier aufgetaucht sei, erklärt  Heineken. Im Falle von Nutztierrissen und besonderen Vorkommnissen werde in jedem Fall informiert. Dies sei in Edelweiler jedoch nicht der Fall gewesen. Und Heineken spricht von einer – aus wildbiologischer Sicht – "normalen Sichtung in Waldrandnähe", die deshalb nicht kommuniziert worden sei. "Mit so was muss man momentan einfach rechnen."

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

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