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Bad Wildbad Ort von Telefon und Internet abgeschnitten

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Im Ortsteil Aichelberg gibt es massive Probleme mit Internet- und Telefonnetz. (Symbolbild) Foto: pixabay

Bad Wildbad - Das 21. Jahrhundert ist das Zeitalter der globalen Vernetzung. Funktionierenden Telefon- und Internetanschluss gibt es quasi überall, sogar auf dem Meer – Nur eben nicht um die Ecke in Aichelberg.

"Gestern musste eine Mutter mit einem ihrer Kinder ins Krankenhaus und konnte deswegen das andere nicht vom Kindergarten abholen", erinnert sich Patrick Breil, der selbst zwei Kinder in der Aichelberger Einrichtung hat. "Diese Mutter konnte nicht im Kindergarten anrufen, um Bescheid zu geben. Seit drei Wochen ist die Einrichtung nämlich nicht mehr erreichbar. Weder über das Telefon, noch per Internet." Und nicht nur die Kinderbetreuungsstätte sei betroffen. "Seit Jahren haben Aichelberg und die umliegenden Ortschaften immer wieder mit Funkstörungen zu kämpfen", erklärt Breil mit Bedauern. Der Anbieter Vodafone habe in der Gegend die Monopolstellung. Kein anderer Anbieter stelle auch nur annähernd befriedigende Internetverbindung zur Verfügung und auch Vodafone habe nur einen Funkmasten in Aichelberg. "In den letzten Monaten geht die LTE-Verbindung ganz passabel", meint der Mann. "Aber wenn es zum Beispiel schneit, zu kalt oder zu warm ist, dann funktioniert die Verbindung nicht.   Die Aussetzer dauern manchmal tage- oder wochenlang." Dann sei die Bevölkerung von der digitalen Außenwelt abgeschnitten. Breil erinnert eine Situation, als er unterwegs und seine Frau hoch schwanger gewesen sei. "Es war eine Zitterpartie, weil ich sie zu Hause nicht erreichen konnte. Sie hätte mir nicht einmal mitteilen können, wenn es los gegangen wäre." Außerdem gebe es viele öffentliche Einrichtungen, die auf das Telefon angewiesen seien. "Der Kindergarten muss erreichbar sein", stellt Breil klar. Und auch Privathäuser brauchen zumindest einen funktionierenden Telefonanschluss.

Auf Nachfrage beim Vodafone-Kundenservice sei einer Mitarbeiterin des Kindergartens gesagt worden, die Kapazität des Anbieters sei ausgeschöpft und daher bekomme die Einrichtung keinen Zugang mehr. Es sei ihr geraten worden, sich einen anderen Anbieter zu suchen, erklärt Breil. "In den Ortsteilen Aichelberg, Meistern und Hünerberg ist Vodafone LTE aber leider alternativlos.". Es handle sich um einen laufenden, nicht billigen Vertrag, für den man auch eine Gegenleistung erwarten könne. Warum Vodafone es nicht schaffe, den angeblich überlasteten Funkmast nachzurüsten, sei ihm unbegreiflich.

Funkmasten wurde von Vodafone nachgerüstet

"In der Tat sind wir gerade dabei, den Mobilfunkstandort zu mobilisieren", erklärt Volker Petendorf, Pressesprecher von Vodafone. "Die Arbeiten am Funkmast liefen zwischen dem 28. Februar und dem 7. März. Er wurde auf den technisch neusten Stand gebracht, weil die Nachfrage nach schnellen, mobilen Daten immer größer wird." Aus diesem Grund habe das Netzt hin und wieder stundenweise abgeschaltet werden müssen. Die Störungen sollten nun jedoch vorbei sein. Der Grund für die Nachrüstung sei außerdem, einem Engpass vorzubeugen.

Seiner Information nach sei der Funkmasten aktuell nicht überlastet und auch zuvor nicht gewesen. "Da muss eine Fehlinformation an den Kindergarten weitergegeben worden sein", lautet seine Einschätzung. Mit der Nachrüstung sei nun rechtzeitig auf die wachsende Nachfrage nach schnellem mobilem Internet reagiert worden.

Wenn jedoch keine Netz-Überlastung vorliegt, wie kommt es dann, dass die Bewohner von Aichelberg dennoch oft Probleme mit der Verbindung haben? "Wir bieten Mobilfunk an", erklärt Petendorf weiter. "Und das ist, wie der Name sagt, für die mobile Nutzung gedacht. Wir können keine Garantie geben, dass die Funkstrahlen auch durch dicke Hauswände kommen." Wer eine LTE-Verbindung auch zu Hause zuverlässig nutzen möchte, brauche eine eigene Außenantenne, die das Signal weiterleite. Dennoch sei ein Funkmasten physikalischen Gesetzen unterworfen, gegen die auch der Anbieter machtlos sei. Bei schlechter Witterung sei auch der Empfang beeinträchtigt.

Dass die Aichelberger wenige Alternativen zum LTE-Funkmast haben, sei in der Tat ein Problem. Da Vodafone aber keine Lizenz für die Verlegung von Glasfaserkabeln habe, die das Problem beseitigen könnten, seien dem Anbieter jedoch auch hier die Hände gebunden.

Glasfaserausbau soll das Problem lösen

"Jetzt funktioniert das Telefon in Kindergarten wieder", freut sich Breil am 7. März. "Die Internet-Verbindung über LTE wird mit einem Internet-Kasten hergestellt. Eltern haben nun einen anderen mitgebracht und mit diesem geht es wieder." Ob das Problem nun bei einem kaputten Router oder bei den Mast-Bauarbeiten des Anbieters lag, wisse man nicht genau. Der Kindergarten habe bei Vodafone jedenfalls ein neues Gerät bestellt.

Vorerst scheint die Aufregung bei der Betreuungseinrichtung vorbei zu sein. Die Unsicherheit, wann es zum nächsten witterungsbedingten Netzausfall kommt, bleibt jedoch auf dem ganzen Aichelberg und in den Nachbarorten bestehen.

"Für den Aichelberg haben wir vor ein paar Jahren die Vodafone-Lösung gefunden", erinnert sich Bürgermeister Klaus Mack. "Das sollte jedoch nur übergangsweise eine Zwischenlösung sein, bevor auf Glasfaser umgestiegen wird." Ein großes Thema ist seit einigen Monaten der geplante Aufbau eines Glasfasernetzes, der vom Landkreis vorgenommen werden soll. "Jeder Ort soll zwei Anschlüsse an diese flächendeckende Datenautobahn bekommen", erklärt Mack. "Damit sollte sich auch in Aichelberg das Internet-Problem lösen." In den nächsten fünf Jahren wolle man mehr als fünf Millionen Euro in den Ausbau investieren. Es sei jedoch noch viel Arbeit nötig. "Die Stadt darf nur da Anschlüsse verlegen, wo ein Marktversagen nachgewiesen ist, weil sie nicht wirtschaftlich tätig sein darf." Erst müsse der Nachweis erbracht und die Zuschüsse beim Land beantragt werden. Wenn alles laufe wie geplant, werde die Verlegung der Rohre zusammen mit der Erneuerung der Ortsdurchfahrt Aichelberg vorgenommen.

Bis es so weit ist, brauchen die Aichelberger weiterhin Geduld und gute Nerven.

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

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