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Bad Wildbad Nicht alle werden Corona-Krise überstehen

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Beinahe gespenstisch: die fast komplett leere Wilhelmstraße mit geschlossenen Cafés und Geschäften am Freitagvormittag. Foto: Mutschler

Bad Wildbad - Wie kaum eine andere Kommune im Nordschwarzwald ist Bad Wildbad vom Tourismus abhängig. Das bedeutet in der aktuellen Situation der Corona-Pandemie aber auch für einen Großteil der Stadt: Nichts geht mehr! Tourismus-Geschäftsführerin Stefanie Dickgiesser erklärt, wie Tourismus GmbH und Betriebe mit der Situation umgehen.

"Seit Samstag ist nichts mehr normal", erzählt Stefanie Dickgiesser, Geschäftsführerin der Tourismus Bad Wildbad GmbH, im Telefongespräch mit dem Schwarzwälder Boten aus dem Homeoffice. "Baumwipfelpfad, Hängebrücke, Bäder, Hotels, Cafés, Bars und Eisdielen – alles zu. Schlimmer geht es eigentlich nicht mehr."

Es gebe viele Restaurants und Einzelhandelsgeschäft, die mittlerweile auf einen Lieferservice umgestellt hätten. Derzeit sei man dabei, eine Liste dieser Geschäfte zu erstellen und zu kommunizieren.

Viel beschäftigt mit Sperrungen und Richtlinien

Im Moment sei es wichtig, dass sich alle an die Vorgaben halten. Nur so könne man verhindern, dass es zu einem kompletten "Shut down" mit Ausgangssperre komme, sagt sie. Um diese Vorgaben zu unterstützen, habe man bereits am vergangenen Samstag beschlossen, alle öffentlichen Einrichtungen zu schließen. So wurde zum Beispiel das Forum König-Karls-Bad geschlossen, inklusive Kino und Volkshochschule, und alle Veranstaltungen bis zum 19. April abgesagt.

"Wir waren fast nur damit beschäftigt, Sachen zu sperren und Richtlinien zu verbreiten", erzählt sie. Ein weiterer großer Schwerpunkt sei die Rückabwicklung der abgesagten Veranstaltungen, etwa mit den Mietern. Außerdem sei man gerade dabei, alle Pauschalreisen abzusagen, die inklusive der Pakete wie Übernachtungen oder Eintritte in die Attraktionen oder die Bäder von der Touristik vermarktet werden. "Wir sind da sehr kulant", versichert Dickgiesser. Für Fragen sind die Mitarbeiter der Tourist Info nach wie vor montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr telefonisch und per E-Mail zur Verfügung und beantworten Gästeanfragen.

Flexibilität von Mitarbeitern erwartet

Und auch sonst haben die Mitarbeiter noch genügend Arbeit. Die Kurgärtnerei im Kurpark sowieso – und die Mitarbeiter des Hausservice kümmern sich um regelmäßig notwendige Wartungs- und Reinigungsarbeiten und Dinge, "zu denen man sonst nicht kommt", so Dickgiesser. Aber natürlich würden auch Überstunden abgebaut.

Man habe viel Verständnis für Eltern, die sich derzeit um ihre Kinder kümmern müssten. Auch da sei man sehr kulant und versuche mit allen, individuelle Regelungen zu treffen. Auf der anderen Seite erwarte man von den Mitarbeitern aber auch Flexibilität und ein großes Maß an Verantwortung, auch dem Arbeitgeber gegenüber. So könne es beispielsweise sein, dass man abteilungsübergreifend aushelfen müsse, etwa bei Tätigkeiten im Kurpark, für die keine sicherheitsrelevante Ausbildung nötig sei oder Ähnliches.

Enger Austausch mit Gastronomen

Neben allen Anstrengungen, die aktuelle Situation zu meistern, blickt Dickgiesser aber bereits voraus auf die Zeit nach den einschneidenden Maßnahmen, die den Tourismus (nicht nur) in Bad Wildbad zum Erliegen gebracht haben. "Für die Hotels ist die Situation unglaublich dramatisch", sagt sie. Es sei für den "touristischen Bereich ein einschneidendes Ereignis, wie wir es noch nie hatten". So sind touristische Übernachtungen verboten, die Hotels und auch der Wohnmobilstellplatz geschlossen. Deshalb sei sie ständig in engem Austausch mit dem Stadtverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) und den Attraktionen der Stadt. "Wir versuchen, durch viel Kommunikation zu unterstützen", sagt sie. Zudem seien sie immer ansprechbar, "wissen aber natürlich auch nicht, wie es weitergeht". Man versuche, das Bestmögliche für die Stadt zu tun und von Tag zu Tag auf die neue Situation zu reagieren. Und sie sorgt sich um die Betriebe: "Die müssen sich erst einmal davon erholen. Und das werden vielleicht nicht alle schaffen."

Deshalb mache sie sich auch bereits Gedanken über die Zeit danach und "wie wir die Betriebe unterstützen können". Denn wenn die Reiseeinschränkungen aufgehoben seien, werde jede Region vom Bodensee bis zu Nord- und Ostsee ihr Marketingbudget erhöhen, ist sie sich sicher. Deshalb sei es wahrscheinlich sinnvoll, ein gemeinsames Konzept mit der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald zu entwickeln und gemeinsam aufzutreten.

(boom). Bis auf Weiteres bleibt der Bad Wildbader Kurpark für Besucher geöffnet. Das teilte Tourismus-Geschäftsführerin Stefanie Dickgiesser im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten mit. Wenn die Besucher mit genügend Rücksicht und Abstand aneinander vorbeigehen, dann habe ein Spaziergang an der frischen Luft ja etwas Gutes. Dickgiesser weist außerdem darauf hin, dass alle öffentlichen Toiletten mit Ausnahme der im Forum König-Karls-Bad ebenfalls geöffnet seien.

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 130891

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