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Bad Wildbad Nach Feuer: Polizei geht von Brandstiftung aus

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Durch einen Großbrand im brachliegenden "Kuratrium"-Areal waren in der vergangenen Nacht 26 Feuerwehrleute im Einsatz. Obwohl die Flammen nach rund einer Stunde unter Kontrolle waren, war der Einsatz erst nach vier Stunden beendet. Foto: FW/Jänsch

Bad Wildbad - In der Nacht zum 25. April brannte ein seit Jahren leer stehendes Gebäude in der Wildbader Olgastraße aus. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle bringen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

In der Nacht vom 24. auf den 25. April ist ein jahrelang unbewohntes Haus in der Olgastraße in Brand geraten. Eine Augenzeugin hatte das Feuer bemerkt und gegen 4.45 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Als die Wildbader Feuerwehrleute wenige Minuten später an dem Gebäude, das zum umzäunten "Kuratrium"-Areal gehört, ankamen, hätten sich die Flammen bereits ihren Weg durch das Dach gebahnt, heißt es in einer Pressemitteilung der Wildbader Feuerwehr. Um das Feuer zu bekämpfen, seien erste Löschtrupps mit Atemschutz ins Gebäudeinnere vorgedrungen, während die Brandherde von außen mit Unterstützung der Drehleiter bekämpft wurden. Als sich im Laufe der Löscharbeiten im Gebäude Teile der Decke lösten, mussten die Trupps aus dem Inneren abgezogen werden.

Etwa gegen 5.30 Uhr war der Brand zwar gelöscht, doch erst gegen 8.45 Uhr sei der Einsatz für die Feuerwehr beendet gewesen, nachdem die letzten Glutnester von Atemschutztrupps bekämpft worden waren. Die Wildbader Feuerwehr war unter der Einsatzleitung von Stadtbrandmeister Tido Lüdtke mit 26 Feuerwehrleuten und sieben Fahrzeugen vor Ort, ebenso wie Helfer des DRK-Ortsverbandes Oberes Enztal. Verletzt wurde niemand.

Nun ermittle die Polizei wegen Brandstiftung, erklärte Polizeisprecherin Sabine Doll. Die Kollegen hätten das Haus so kurz nach dem Brand zwar noch nicht betreten können, so Doll weiter, doch deute nach derzeitigem Kenntnisstand vieles auf Brandstiftung hin. "Es muss sich jemand in dem Haus aufgehalten haben", berichtet die Polizeisprecherin. Anders könne man sich nicht erklären, wie mehrere Brandherde zustande kommen sollten. Auch Lüdtke schließe einen technischen Defekt eher aus, da das leer stehende Gebäude "stromlos und eigentlich zum Abriss bestimmt" sei.

Derzeit lägen der Polizei noch keine Informationen zur Schadenshöhe vor, doch Doll gehe von einem "geringfügigen Sachschaden" an dem ohnehin maroden Gebäude aus. Auch Lüdtke unterstreicht, dass ein Teil des Gebäudes bereits eingestürzt war und es seit Jahren hinein regnete: "Durch den Brand ist das Gebäude in seiner Substanz noch mehr in Mitleidenschaft gezogen worden", berichtet der Stadtbrandmeister. Dennoch reiche die Sicherung durch den Bauzaun, der das gesamte Areal umgibt, aus. Lüdtke denke aber, dass die Stadtverwaltung hier noch mal tätig werde.

Bereits 2015 hatte es auf dem Gelände gebrannt

Bereits 2015 hatte es auf dem Gelände des "Kuratriums" gebrannt. Damals mussten die Flammen im ebenfalls unbewohnten "Hotel am Kurgarten" gelöscht werden. Die Ermittlungen führten die Polizei zu drei Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren, die sich Zugang zu dem Gebäude verschafft und dort mit offenem Feuer hantiert hatten. Dieses hatten die Jugendlichen vor dem Verlassen nur unzureichend gelöscht. Die drei gestanden und wurden später wegen fahrlässiger Brandstiftung angezeigt.

Das gesamte rund 1,2 Hektar große "Kuratrium"-Areal, zu dem, neben den beiden Häusern, die 2015 und in der vergangenen Nacht in Brand geraten waren, auch weitere verwaiste Immobilien gehören, liegt seit Jahren brach und soll abgerissen werden.

Vor rund 13 Jahren hatte die "Urbanbau-Gruppe" aus Renningen die Grundstücke dem Land abgekauft, doch seitdem tut sich optisch nichts. Geschäftsführer Dieter Lange, der von dem Brand selbst erst am Nachmittag erfahren habe und sich zunächst sachkundig machen wollte, erklärte aber, dass man in der Planung stecke. "Es ist ein sehr komplexes Projekt. Es ist gar nicht so einfach solche Dinge mit allen Beteiligten in die richtigen Bahnen zu bringen." Die "Urbanbau-Gruppe" plant dort ein Seniorendomizil mit Vier-Sterne-Service sowie einer rund um die Uhr besetzten Ambulanz. 50 Millionen Euro solle das Projekt kosten.

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten dazu bereits 2017 beginnen, später hieß es, dass man bis Ende 2018 mit der Genehmigung des Bebauungsplanes durch die Stadtverwaltung rechne. Nun erklärte Lange, dass man im Januar in einer nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung einen ersten Bauabschnitt vorgestellt habe, auf dessen Grundlage nun weiter entwickelt werde. Lange selbst sei alle zwei bis drei Wochen in Bad Wildbad. Doch geschehen war auf dem Areal bislang nichts – außer den beiden Bränden binnen vier Jahren.

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Markus Kugel

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