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Bad Wildbad Mit höchster technischer Perfektion

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Begeisterter Applaus für das gesamte Corps de Ballett – in den Hauptrollen der Hofnarr (Aleksandr Pokotilov), Prinz Siegfried (Sergey Skvortsov), Odette (Irina Khandazhevskaja) und der Zauberer (Vadim Lolenko). Foto: Bechtle Foto: Schwarzwälder-Bote

Bad Wildbad (cht). Das Gastspiel des russischen Nationalballetts im Bad Wildbader Kulturzentrum Trinkhalle war nicht nur ein Höhepunkt im diesjährigen Weihnachtsprogramm, sondern eine absolute Premiere in diesem Gebäude. Auch wenn man dieses Gastspiel mit Großveranstaltungen in den 1970er- und 1980er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vergleicht: Eine Ballettaufführung dieser Qualität gab es bisher noch nie. Kein Wunder, dass die Vorstellung ausverkauft war.

Das von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky 1875/76 komponierte Ballett Schwanensee gehört zum Standardrepertoire größerer Ballettkompanien, wobei es im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Veränderungen gab. Und das, obwohl der Inhalt – ein Märchen, in dem eine als Schwan verzauberte Prinzessin durch die wahre Liebe eines Prinzen erlöst wird – sehr alt ist und in vielen Sagen und Geschichten der Völker vorkommt.

Interessant ist, dass bis 1895 das 1877 in Moskau uraufgeführte Ballett wenig Anklang beim Publikum fand, da ständige Änderungen in der Musik vorgenommen wurden, um dem Publikumsgeschmack und den Wünschen der Primaballerina zu entsprechen.

Die jetzige Fassung basiert auf der Inszenierung und Choreografie durch Marius Pepita und Lew Iwanov 1895 im Mariinski-Theater in St. Petersburg, welche die Grundlage für alle späteren Aufführungen bildete – auch der in der Trinkhalle.

Das russische Nationalballett gastiert seit Anfang Dezember bis Ende Februar 2014 auf den Bühnen zahlreicher Länder mit verschiedenen bekannten Ballettwerken und begeistert überall sein Publikum. Nicht anders in der Trinkhalle. Wobei die Bühne durch ihre Maße gewisse Einschränkungen für Ballettkünstler setzt, was jedoch den Genuss der Darbietung kaum einschränkte.

Der Hofnarr (Aleksandr Pokotilov) führte die Zuschauer tänzerisch sozusagen durch das Märchen, in dem das Schwanenmädchen Prinzessin Odette beziehungsweise deren Gegenspielerin Odile, beide getanzt von Irina Khandazhevskaja, durch Prinz Siegfried (Sergej Skvortsov) vom bösen Zauberer (Vadim Lolenko) befreit und erlöst wird. Anmutig und fast schwerelos bewegten sich die weiblichen Mitglieder des Corps de Ballett in den unterschiedlichen Szenen, wobei das Allegro Moderato der Schwanentänze im zweiten Akt zu den Höhepunkten dieser Inszenierung gehörte.

Der Pas de Deux, die Begegnung von Siegfried und Odette, entzückte durch die anscheinende Leichtig- und Schwerelosigkeit der Tänzer. Schließlich, im dritten Akt, begeisterte Irina Khandazhevskaja als Odile mit zahlreichen Fouettés en tournant (rasche peitschenhiebartige Drehungen) das Publikum. Großartig im gleichen Akt der große Ball am Hofe des Prinzen mit der Vorstellung der Bräute aus verschiedenen Ländern, untermalt mit Musik, in die Tschaikowsky landestypische Klänge einfließen ließ.

Dramatisch getanzt wurde im vierten Akt, als Prinz Siegfried erkennt, dass der böse Zauberer ihn betrogen hat. Im Kampf mit dem Bösen siegt der Prinz und erlöst Odette.

Der Bad Wildbader Auftritt des russischen Nationalballetts bot eine zauberhafte Kostprobe des Balletts Schwanensee mit einer einfallsreichen Inszenierung (Hofnarr!) mit höchster technischer Perfektion, virtuosen Tanzeinlagen mit hoher Körperbeherrschung sowie Grazie, Kraft, Anmut und Eleganz – kurz: ein Höhepunkt des klassischen Balletts, das immer wieder Szenenapplaus und frenetischen Schlussbeifall erhielt.

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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