Der Meisterntunnel wurde 1997 eingeweiht. Seit der umfangreichen Sanierung erfolgt in Sachen Geschwindigkeitsbegrenzung die Steuerung automatisch. Foto: Kugel

Fahrzeug in Nothaltebucht: runter vom Gas. Geschwindigkeitsbegrenzung wird seit Sanierung automatisch geregelt.

Bad Wildbad -. Der Bad Wildbader Meisterntunnel ist mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 beziehungsweise 70 Kilometern pro Stunde versehen. Steht ein Fahrzeug in der Nothaltebucht, hat das Auswirkungen.

Der 1684 Meter lange Tunnel ist seit 25. November wieder befahrbar. Genauer: Nachdem schon ab 10 Uhr einige Fahrzeuge vor den noch durch Schranken gesperrten Tunnelzufahrten gewartet und dann doch wieder abgedreht hatten, war es um 11.02 Uhr so weit. Auf Knopfdruck von Gerhard Schechinger, Teamleiter Betrieb und Verkehr beim Calwer Landratsamt, hoben sich die Schranken und erloschen die auf Rot gestellten Ampeln zur Freude der Autofahrer. Tags zuvor gab es nach mehr als einjähriger Schließung zur Generalsanierung und sicherheitstechnischen Nachrüstung der Röhre einen Tag des offenen Tunnles. Immerhin investierte das Land für den ersten Abschnitt rund 14 Millionen Euro – mit dem noch anstehenden Bau eines Rettungsstollens kommen etwa 27 Millionen Euro zusammen.

Manche Autofahrer gehen fälschlicherweise von Haltebucht aus

Wer seitdem häufiger durch den Tunnel fährt, wird sich schon gefragt haben, wieso in der Röhre statt 70 manchmal nur 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. Auf Nachfrage beim Landratsamt Calw, das für die verkehrsrechtliche Anordnung zuständig ist, war zu erfahren: Die Steuerung erfolgt seit der Sanierung mithilfe des Kamerasystems automatisch. Befindet sich ein Fahrzeug in der Nothaltebucht, wird die Höchstgeschwindigkeit vorsichtshalber auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert. Wobei mancher Autofahrer von einer Haltebucht ausgeht – und es gar keinen triftigen Grund gibt, anzuhalten.

Zur Erinnerung: Der Start für die Nachrüstung war am 8. Oktober 2012 – Regierungspräsidentin Nicolette Kressl stellte mit Bürgermeister Klaus Mack und Dezernatsleiter Reinhold Rau vom Landratsamt Calw eine Absperrung auf.

Im ersten Bauabschnitt wurde im Wesentlichen die Technik erneuert. Der zweite Teil – Beginn ist voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2014 – beinhaltet den Bau eines neuen Fluchtstollens neben der bisherigen Röhre. Da man diesen, insbesondere die Querschläge, von Seiten des bestehenden Tunnels vorbereitete, ist zum Glück für die Autofahrer eine längere Sperrung nicht mehr erforderlich.

Die baulichen Arbeiten wie Verlängerung der Zwischendecke, Herstellung der fünf Querschlagansätze zum späteren Fluchtstollen, die Verlegung von rund 140 Kilometern Leitungen sowie der Einbau weiterer Ausrüstungsteile wie Lautsprecher, Videokamera, Lüftungsklappen und anderes wurden bekanntlich planmäßig abgeschlossen.

Gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Zeitplan mit Fertigstellung und Freigabe des Tunnels für den Verkehr Ende August kam es aber dennoch unplanmäßig zu Verzögerungen.

Maßgeblich hierfür waren, wie das Regierungspräsidium ausführte, neben den nachträglich vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg genehmigten zusätzlichen Beschichtungsmaßnahmen an den Tunnelwänden, die der Aufhellung des Verkehrsraums dienten, Lieferschwierigkeiten der beauftragten Firmen für Bauteile der zentralen Leittechnik.

Bereits der Einbau der speziell angefertigten Axiallüftungsventilatoren führte zu Verzögerungen, da hierzu erforderliche Brandtests im vorgesehenen Zeitfenster nicht erfolgreich durchgeführt und die Anforderungskriterien im vorgesehenen Zeitfenster nicht umfassen erfüllt werden konnten.