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Bad Wildbad Mahnmal erinnert an Flugzeugabsturz

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Zwischen dem Wiesenweg nahe der Enz und dem Hochwasserdamm neben dem befestigten Weg am Calmbacher Gewerbegebiet entlang erinnert das Mahnmal seit 30 Jahren an die Beinah-Katastrophe. Foto: Schabert

Bad Wildbad-Calmbach - Das Unglück, das im September 1988 mit einem Flugzeugabsturz und toten Piloten neben der Bundesstraße 294 nahe Calmbach tragisch endete, hätte zu einer gewaltigen Katastrophe führen können.

Für die "Bürgerinitiative gegen Tiefflüge Wildbad" war dies Anlass, am 10. September des Folgejahres, also vor jetzt 30 Jahren, ein Mahnmal auf der Grünfläche an der Enz zwischen Fluss und Hochwasserdamm am Sträßchen hinter dem Gewerbegebiet des Stadtteils zu errichten.

Das Horrorszenario, dem der Ort knapp entging, liest sich auf einer Informationstafel beim "Schweif des Kometen", wie das Monument heißt, folgendermaßen: "Zur Erinnerung an den Flugzeugabsturz einer britischen Militärmaschine am 7. September 1988. Bei dem Unglück verlor der Pilot sein Leben. Auf dem Sportgelände unweit der Absturzstelle befanden sich alle Realschulklassen bei den Bundesjugendspielen – nur eine Flugsekunde von einer Katastrophe entfernt."

Das Mahnmal wurde von der Calmbacher Firma Tubach aufgestellt. Der Künstler Michael Zauner symbolisiert im Absturzwinkel Masse und Energie und versinnbildlicht die Bedrohung, wie der Text des Schildes am Wegrand weiter beschreibt. "Ein zweiter, akustischer Teil ist eine Hör-Collage, die sich gegen Aufrüstung, Krieg und somit auch gegen Tiefflüge wendet", erläutert die erklärende Tafel weiter. Verständlich ist, dass vielen Calmbacher Familien und Schülern der Realschule wohl lange Zeit der Schreck in den Gliedern steckt, teils bis heute, wenn sie an die Situation denken.

Stromleitung übersehen

Die abgestürzte Jaguar-Maschine der Royal Air Force war in Hahn gestartet. Pilot Sheridan Paul Nelson sah die das Enztal zwischen Höfen und Calmbach querende, später deutlicher gekennzeichnete Hochspannungsleitung nicht oder bemerkte sie zu spät. Er und sein amerikanischer Co-Pilot konnten sich noch mit dem Schleudersitz aus dem abstürzenden Flieger katapultieren. Der Amerikaner überlebte mit verhältnismäßig geringen Blessuren. Nelson starb allerdings dennoch an Ort und Stelle. Er schoss sich mit dem Schleudersitz in einem so ungünstigen Winkel in den Hang neben der B 294, dass er nicht überleben konnte.

Spekulationen, ob dies damit zusammenhing, dass er die Maschine nicht über bewohntem Gebiet niedergehen lassen wollte, oder ob einfach unglückliche Umstände die Ursache waren, ließen sich nie klären. Dies nahm der tödlich Verunglückte wohl für immer mit ins Grab. Schon kurz nach dem Absturz war das Gebiet weiträumig abgesperrt. "Am Unglücksort war Kompaniefeldwebel Peter Liebig vom damals noch existierenden Wildbader Bundeswehrkrankenhaus als einer der ersten in die Organisation an der Unglücksstelle involviert", erinnerte sich vor längerer Zeit im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten Jochen Borg.

Im Radio hatte er auf der Heimfahrt von außerhalb von dem Unglück gehört. Sorge um die beiden damals kleinen Kinder und Frau Andrea trieb ihn, und so ging es wohl vielen, nach den groben Informationen über das Geschehen auf Umwegen – die Bundesstraße war gesperrt – nach Hause. Ihm und vielen anderen in Calmbach Lebenden, besonders auch den damaligen Realschülern, steckt der Schrecken wohl dauernd in den Gliedern, wenn sie sich an das Geschehen und die riesige Gefahr erinnern, der sie oder ihre Angehörigen ausgesetzt waren.

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