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Bad Wildbad Letzter Betrieb im Enztal

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Bruno Kappler (links) und sein Sohn Joshua in der großen Halle des Sägewerks. Foto: Schabert Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Hans Schabert

Mindestens fünf Sägewerke gab es in alten Zeiten oberhalb des Calmbacher Bearbeitungsbetriebs Kappler an der Kleinen Enz.

Bad Wildbad-Calmbach. Flussabwärts und in den Seitentälern des Flusses kam in den Hochzeiten der Holzverarbeitung mit Wasserkraft noch mehr als ein Dutzend dazu, darunter der ehemalige Branchenriese Krauth und Co.. Allein in Calmbach existierten um 1850 sieben Sägewerke. Heute betreibt Bruno Kappler mit zehn Mitarbeitern den letzten derartigen Holz-Produktionsbetrieb im Enztal.

Trockenkammer

Das 1930 vom Großvater erworbene Familienunternehmen führt er seit 40 Jahren. Den Blick optimistisch in die Zukunft gerichtet arbeitet sein Nachfolger, Sohn Joshua, mit. Seinen Master of Arts hat er als Betriebswirtschaftler – den Bereich Holzhandel vertiefend studierend – abgelegt. Er ist seit 2014 im Betrieb.

Der Vater hat ihm auch die Errichtung der im Werksgelände silbern glitzernden, gerade fertiggestellten Trockenkammer überlassen. "Er wollte in den Betrieb, seine beiden Brüder und die Schwester habe ich davon abhalten können", meint Kappler scherzhaft. Seine Frau Jutta ist mit im Büro tätig.

Unter zehn langjährigen Mitarbeitern sind vier ausgebildete Facharbeiter. "Früher nannte man sie Säger, dann Sägewerker und heute sind es Rundholzbearbeitungsmechaniker", erläutert Kappler. Im Herbst werden zwei Auszubildende eingestellt.

Die gesägte Jahresmenge des Werks liegt bei 15 000 Festmetern. Es handelt sich überwiegend um Nadelhölzer, die in der Gegend gewachsen sind. Stämme von Kiefer, Fichte, Tanne, auch etwas Lärche und zunehmend Douglasie bilden das Rohmaterial. Ins Schwärmen kommt Senior Kappler, wenn er von der hochqualitativen Enztalkiefer mit ihren engen Jahresringen spricht.

Gefertigt wird alles, was am Bau oder sonst in der Holzindustrie an Balken und Brettern benötigt wird. Auch Verpackungsmaterial steht auf der Warenliste.

Bestand um 1998 der Abnehmerkreis noch zu 90 Prozent aus Handwerkern, sind diese auf fünf Prozent geschrumpft. Der Großteil der Kunden sind heute Händler.

Für den Handel wird auch die Trockenkammer benötigt. Denn im Export, etwa nach China oder in die USA, muss die Hitzebehandlung zur Abtötung etwaiger Schädlinge erfolgen und dokumentiert werden. Die Anlage fasst 50 Kubikmeter zu trocknendes Holz. Der Trocknung dient die Abwärme eines Blockheizkraftwerks. Der erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist.

Abfälle gibt es bei der Holzproduktion nicht. Das Sägemehl wird verkauft. Daran sind die Landwirte der Umgebung interessiert. Weiter wird es in der Produktion von Schuhabsätzen oder Linoleum genauso verwendet wie in manchem Lebensmittel, etwa Joghurt, erläutern die beiden Holzfachleute. Erzeugte Hackschnitzel sind als Brennmaterial und bei der Spanplattenindustrie begehrt.

Keine große Verwaltung

Auf der Kippe stand das Unternehmen 1972. Ein später ermittelter Pyromane, der als Hoteldiener in Bad Wildbad arbeitete, hatte das Werk an verschiedenen Stellen angezündet. Aber der Brand brachte auch die grundlegende Modernisierung mit sich, die sich in der Folgezeit positiv auswirkte.

Als Vorteil sieht Joshua Kappler bei der gegebenen Betriebsgröße, dass keine große Verwaltung benötigt wird, sondern er oder der Senior mit den Geschäftspartnern gleich alles direkt klären können. Dies und die gute Ausstattung des Betriebs führen auch dazu, dass eilige Kundenwünsche meist rasch erfüllbar sind.

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Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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