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Bad Wildbad Körperliche Einschränkungen und Armut

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Im roten "Altersanzug" fühlt sich der Träger, als ob er hochbetagt ist. Nathalie war die Erste, die das beim Projekttag am Enztalgymnasium ausprobierte. Sie hat auch Gehörschutz und eine Brille auf, die das Sehfeld einschränkt. Ihre Mitschülerinnen Lea und Janina leisten Hilfestellung, denn die Schüler merkten schnell: Eine Treppe mit steifen Knien zu steigen ist nicht einfach. Foto: Helbig Foto: Schwarzwälder Bote

Wie fühlt sich "Hochbetagt-Sein" an? Diese Erfahrung machten rund 75 Schüler der Klassenstufe 10 des Enztalgymnasiums beim Projekttag zum Thema "Älter werden", bei dem sich die Jugendlichen mit diesem Lebensabschnitt auseinandersetzten.

Bad Wildbad. Schulpastoral Anja Krax organisierte die Veranstaltung als Vorbereitung für das Sozialpraktikum, das die Schüler kommenden Februar in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern machen werden. Etwa 60 Praktikumsplätze hat Krax für ihre Schüler schon gefunden, mit dabei sind auch Kinderklinik Schömberg und die Werkstatt für Behinderte in Calw.

Beim Projekttag gab es verschiedene Workshops, so sprach Monika Volaric vom Altenpflegeheim "Haus auf dem Wimberg" über körperliche, soziale und psychologische Aspekte des Alterns und warum es sich lohne, sich schon als junger Mensch Gedanken darüber zu machen.

Einschränkungen und Gebrechen simuliert

Tera Achache und Barbara Schittenhelm vom Pflegestützpunkt beim Landratsamt Calw hatten zwei "Altersanzüge" dabei mit denen altersbedingte Einschränkungen und Gebrechen simuliert werden können. So konnten die jungen Menschen unmittelbar erfahren, wie es sich anfühlt, steife Gelenke, ein eingeschränktes Sehfeld und verminderte Hörfähigkeit zu besitzen. Die Jugendlichen stiegen abwechselnd in die Anzüge und gingen treppauf, treppab, eine Runde durchs Haus. Dabei zeigte sich, dass die gehandicapten Träger an vielen Stellen auf Hilfe angewiesen waren. Als erste traute sich Nathalie in den Anzug, ihre Mitschülerinnen Janina und Lea halfen ihr dabei, denn schon beim Schuhe binden brauchte sie Hilfe. Schittenhelm und Achache informierten darüber hinaus auch über das Krankheitsbild der Demenz und Möglichkeiten der Unterstützung Betroffener.

Aber es ging nicht nur um körperliche Einschränkungen und Gebrechen im Alter, sondern im Workshop mit Bratislav Bozovic von der Caritas Schwarzwald-Gäu, kamen auch die Themen Altersarmut, Rente, Mindestlohn und Tafelläden zur Sprache. Die Jugendlichen waren an diesen Themen sehr interessiert und aus der Schülerrunde wurde auch die Kinderarmut angesprochen. Jedes fünfte Kind lebe in Baden-Württemberg in Armut, erfuhren die Schüler. Das neue Teilhabegesetz biete Kindern die Teilnahme an Sport und Kultur, die Hilfen würden aber vielfach wegen zu hoher bürokratischer Hürden nicht in Anspruch genommen. Hier helfe die Caritas auch mit dem Kinderförderfonds "Aktion ­Goldmund".

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