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Bad Wildbad Kleinere Wohnungen sind gefragt

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Verbandsvorsitzender Klaus Mack (rechts) und Verbandsdirektor Matthias Proske präsentieren die Überlegungen für den neuen Regionalplan des Regionalverband Nordschwarzwald. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Wie sieht der Bedarf an Wohnraum in den nächsten 20 Jahren aus und wie entwickelt sich künftig die Nutzung von Windkraftenergie? Antworten soll der neue Regionalplan liefern.

Bad Wildbad. Bis der neue Regionalplan fertiggestellt ist, gelten die Regelungen des bisherigen Regionalplanes weiter, sagte Matthias Proske, Verbandsdirektor des Regionalverbandes Nordschwarzwald beim Pressegespräch im Sitzungssaal des Rathauses Bad Wildbad. Gemeinsam mit Verbandsdirektor Klaus Mack, Bürgermeister von Wildbad, beleuchtete er zwei zentrale Themen: die Wohnsituation mit dem Bedarf an Wohnraum bis 2040 und die Nutzung von Windenergie im ländlichen Raum.

Im Bereich des Mittelzentrums Bad Wildbad mit den Gemeinden Enzklösterle, Höfen, Dobel und Schömberg stagnierte in den Jahren 2000 bis 2010 die Bevölkerungsentwicklung. Ab 2011 kam es zu einer Trendumkehr und dieser Mittelbereich erlebte die größten relativen Bevölkerungsgewinne in der Region Nordschwarzwald, vor Pforzheim, Calw, Nagold, Horb und Freudenstadt. Dabei liegen die Haushaltsgrößen mit 2,07 Personen in Bad Wildbad vergleichsweise dort, wo sie auch schon 2011 waren (2,06 Personen). Der Trend, so Proske, gehe aber eindeutig in Richtung", also vermehrt leben Einzelpersonen oder auch Paare in kleineren Wohnungen, worauf die Wohnraumversorgung und das Wohnungsangebot künftig reagieren müsse. Die Wohnraumbedarfsanalyse des Regionalverbandes bis 2040 ermittelte für Bad Wildbad im Jahr 2017 eine Wohnraumversorgungsquote von 1046 Wohneinheiten je 1000 Haushalte und damit sogar einen Angebotsüberhang auf dem Wohnungsmarkt. Während momentan noch großer Bedarf an Einfamilienhäusern bestehe, sei bereits ein Trend in Richtung der kleineren Wohnungen zu erkennen.

Der Regionalverband hat darüber hinaus das Wohnraumpotenzial ermittelt und bewertet sowie einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen herausgegeben. Großes Potenzial sei dabei in dem bereits bestehenden Angebot zu erkennen, in Siedlungsflächen ließen sich Baulücken schließen. Aufstockungspotenzial ergibt sich bei Gebäuden, die sich durch Aufbauten vergrößern ließen. Angesprochen wurden Leerstände ebenso wie die Möglichkeit der Nachverdichtung, also das Bauen in zweiter Reihe. Hierbei müssten die Grundstückseigentümer jedoch mitspielen, was sich momentan, aufgrund der Niedrigzinsphase, meist als uninteressant erweise. "Ohne Neuausweisungen ist hier nichts machbar", bedauerte Proske.

Der Verbandsdirektor tauschte sich nicht nur mit Mack und dem Oberbürgermeister von Horb, Peter Rosenberger, sondern auch mit weiteren Rathauschefs aus. Dabei dienten die Diskussionen primär der Kommunikation sowie der Vorstellungen darüber, wie sich die Regionen in den nächsten 20 Jahren räumlich entwickeln.

Druck aus Ballungsgebieten

Mack ist es wichtig, wie man die Region bezüglich der Wohnbauentwicklung, aber auch touristisch in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren voranbringen könne, nicht zuletzt aufgrund des Drucks aus den Ballungsgebieten Karlsruhe oder Stuttgart. Von hier drängten Menschen durch Umzug in die ländliche Region, um sich hier sesshaft zu machen. Das treffe auch auf Gewerbeansiedlungen zu, die künftig aus den Großräumen in die ländlichen Regionen wollen. Die Gespräche dienten dabei der gemeinsamen Suche nach Strategien und Wegen zur Realisierung, nicht nur im Bereich günstiger Bauplatzangebote, sondern auch mit Kindergärten am Wohnort, ausreichend Arbeitsplätzen in der Nähe und der Möglichkeit, sicher zu leben. Der neue Regionalplan soll den realistischen Vorstellungen Rechnung tragen sowie Fragen nach dem benötigten Wohnraum und den dazugehörenden Flächen beantworten.

Proske erläuterte, dass die Wohnraumbedarfsanalyse in der Region Nordschwarzwald bis zum Jahr 2040 von einem Anstieg der Haushalte um 22 650 ausgehe, das entspricht 8,5 Prozent. Mit dem Löwenanteil werde bereits in den kommenden zehn Jahren gerechnet. Bereits in diesem Zeitraum würden verstärkt Wohnungen – primär Drei-Zimmer-Wohnungen – benötigt. Für Bad Wildbad weist die Analyse einen Anstieg um 840 Haushalte aus.

Ein weiteres Thema war die Energiegewinnung aus Windkraft als Teil des neuen Regionalplanes. Bad Wildbad zeigt sich mit dem neuen Windatlas zufrieden und glücklich, da zum einen bisher schon die im neuen Plan fixierten Abstände zur Wohnbebauung mit 1000 Metern eingehalten wurden, aber jetzt mehr Potenziale nutzbar seien, so Mack. Bisher waren es gerade mal neun Prozent, jetzt seien es 70 Prozent (abzüglich Restriktionen, beispielsweise durch den Artenschutz, aber auch durch einzuhaltende Abstände). Für die Kommunen erhöhten sich so die Handlungsspielräume. Die Windkraft nehme einen Teil des neuen Regionalplanes ein, während der Windatlas das Verfahren "kalt erwischt und damit auf Eis gelegt hat", so Proske. Ein Neustart soll erst erfolgen, wenn die Abstandsregelung geklärt sei. Zu rechnen sei damit nicht vor Herbst dieses Jahres. Proske weiter: "Der Teil-Regionalplan wird vom Gesamtprozess getrennt. Die Fortschreibung erlaube keine weiteren Verzögerungen und werde sukzessive weitergeführt", sagte der Verbandsdirektor.

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