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Bad Wildbad "Jetzt sollten doch alle zufrieden sein"

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Zumindest eine der geplanten Windkraftanlagen ist aus dem Bereich des Calmbacher Schwimmbads deutlich zu sehen. Foto: Mutschler

Bad Wildbad - Nur noch zwei statt drei Windkraftanlagen sollen auf dem Kälbling entstehen. Dennoch soll der Windpark sogar mehr Strom produzieren. Und die veränderten Planungen haben laut EnBW noch weitere Vorteile. Das war in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause zu hören.

"Wir halten weiter an dem Projekt fest", sagte Matthias Trenkel von der EnBW in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend, als er seinen Sachstandsbericht zum Thema Windpark auf dem Kälbling abgab. Das Projekt habe mittlerweile eine lange Historie, erinnerte Trenkel. 2016 habe die EnBW nach der gewonnenen Ausschreibung den Pachtvertrag unterschrieben. 2017 hätten dann die Artenschutzuntersuchungen begonnen. Hierbei hätten vor allem Probleme mit dem Wespenbussard die Antragstellung verzögert. Als Lösung wurde gefunden, die Anlagen temporär abzuschalten. 2019 habe man dann den Genehmigungsantrag für die ursprünglich geplanten drei Windenergieanlagen (WEA) gestellt.

Hersteller meldete Insolvenz an

In diesem Verfahren, das seit Januar 2019 läuft, habe es erneut intensive Diskussionen zum Artenschutz gegeben, erläuterte Trenkel. so ging es nun vorrangig um Rotmilan, Waldschnepfe, das Braune Langohr und weitere Arten. Zusätzlich hätte eine "chaotische Informationspolitik" der oberen Forstbehörde die Genehmigung weiter verzögert. Unter anderem habe der Gemeinderat einen Waldumwandlungsbeschluss fassen müssen.

Und ein weiteres Problem traf die EnBW: Der Hersteller Senvion, der die drei WEA für den Kälbling hätte liefern sollen, meldete Insolvenz an – somit war der beantragte WEA-Typ nicht mehr verfügbar und eine Änderung des Anlagentyps wurde erforderlich.

Die Planer entschieden sich für den Typ V162 des Herstellers Vestas. Die Anlagen sind mit 247 zu 230 Metern deutlich höher, auch der Rotordurchmesser ist mit 162 statt bislang geplanten 140 Metern deutlich größer. Deshalb brauchen die Anlagen größere Abstände und so passen nun nur noch zwei WEA in den geplanten Windpark. Dennoch soll der Windpark durch die zwei größeren Anlagen mit 23 500 Megawattstunden pro Jahr mehr Strom produzieren als die zunächst geplanten drei WEA. Auch der Parkwirkungsgrad werde besser, da sich zwei WEA weniger gegenseitig beeinträchtigen als drei. Durch die veränderte Lageplanung sei man zudem außerhalb des kritischen Bereiches, in dem das Braune Langohr vorkomme.

Belastung bleibt etwa gleich

Die Schallbelastung bleibe etwa gleich, ebenso der Schattenwurf, der durch die Abschaltzeiten wegen des Wespenbussards aber sowieso keine Rolle spiele, da der nur im April/Mai und August/September zu bestimmten Zeiten vorkomme, an denen die Anlagen wegen des Wespenbussards sowieso temporär abgeschaltet würden. Auch Schömberg sei durch die neuen Anlagen nicht von Schattenwurf betroffen.

Aktuell bringe man, so Trenkel weiter, die Unterlagen auf den neuesten Stand. Damit will die EnBW bis Herbst fertig sein. Dann soll das Genehmigungsverfahren fortgesetzt werden. Trenkel hofft darauf, die Genehmigung im Frühjahr 2021 zu erhalten, "wenn wir die Probleme mit dem Naturschutz in den Griff kriegen", fügt er allerdings einschränkend hinzu.

Baubeginn könnte dann im Herbst 2021, die Inbetriebnahme dann im Idealfall irgendwann 2022 sein. Das sei "eine lange Zeit", gibt er zu. Aber Bad Wildbad sei da kein Einzelfall, die EnBW hätte "in fast allen Projekten damit zu kämpfen". Dennoch sei er "zuversichtlich, dass wir die Anlage auf dem Kälbling noch gemeinsam erleben werden".

"Weniger Anlagen, mehr Stromausbeute, glückliche Fledermäuse, jetzt sollten doch alle zufrieden sein", kommentierte Bürgermeister Klaus die veränderten Planungen, die dem Gremium vorgestellt wurden.

Lena Knöller (SPD) sieht in dem Windpark auf dem Kälbling die "Ideallösung für Bad Wildbad" auf dem Weg zur energieautonomen Kommune. Der Grundstein dafür sei gelegt.

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