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Bad Wildbad Hotels können wieder Gäste empfangen

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Wolfgang Richter (von links), Stefan Dickgiesser und Mohamed Mokni freuen sich über den Neustart für Hotels und Gasthäuser. Foto: Mutschler

Bad Wildbad - Der 29. Mai ist für die Hotellerie, Gasthäuser und Pensionen ein besonderer Tag: Nach rund zehn Wochen Corona-Lockdown dürfen sie ihre Pforten endlich wieder für Gäste öffnen. Darüber freuen sich neben Touristik-Chefin Stefanie Dickgiesser auch die Vertreter des Dehoga-Stadtverbandes, Wolfgang Richter und Mohamed Mokni.

"Am 29. Mai darf die Hotellerie wieder öffnen", freut sich Stefanie Dickgiesser, die Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad GmbH. Mittlerweile befinde man sich in der zweiten Woche der Lockerungen. Und nachdem Wohnmobilstell- und Campingplätze, Ferienwohnungen, die Tourist Info und die Freiluftattraktionen wie etwa der Baumwipfelpfad oder die Wildline bereits in der vergangenen Woche wieder öffnen durften, folge nun die zweite Stufe mit der Öffnung der Hotels, Gasthöfe und Pensionen.

Zuschüsse nahezu aufgebraucht

"Neun Wochen – das war eine lange Zeit", sagt Wolfgang Richter, der Bad Wildbader Stadtverbandsvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Er ist froh, "dass wir die Sache eingegrenzt bekommen haben". Mit der Sache meint er natürlich das Coronavirus. Es sei betriebswirtschaftlich enorm wichtig, dass die Betriebe wieder öffnen dürfen, denn die Eigenmittel und Zuschüsse seien nahezu aufgebraucht.

Zwar habe die Landesregierung ein zweites Hilfspaket angekündigt, aber hier zeigt er sich noch etwas skeptisch, vor allem wegen der kleineren (Familien-)Betriebe mit zwei oder drei Mitarbeitern, "die würden in Proportion weniger kriegen", da die Mittel in Höhe von 330 Millionen Euro nach der Anzahl der Mitarbeiter verteilt werden sollen. Dennoch gibt es auch Lob für die Landesregierung. "Die Soforthilfe ist sehr schnell ausgezahlt worden", sagt Mohamed Mokni.

Richter vergleicht die Zeit des Lockdowns mit dem Jahr 2001, als nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York auch das Leben für einige Zeit stillzustehen schien. Aus Sorge, ob sich die angespannte Situation gar zu einem Krieg entwickeln könnte, "hatten wir zwei Wochen gar keine Nachfrage", danach sei es wieder langsam angelaufen, erinnert er sich.

So ähnlich sei es auch jetzt, wobei die zögerliche Nachfrage derzeit natürlich andere Gründe hat. "Die Gäste sind sehr gut informiert", weiß Richter zu erzählen. So stehe bei den Anfragen im Mittelpunkt, ob und wann die Wellness-Bereiche wieder öffnen dürfen. Dabei sei die Sauna weniger ein Thema. Aber das Hallenbad und der Whirlpool im Freien auf der Terrasse würden stark nachgefragt. Und viele potenzielle Gäste würden dann sagen, dass sie lieber noch zwei Wochen warten wollen, bis es möglicherweise weitere Lockerungen geben wird. Diese Hoffnung hat auch Richter: "Wir warten noch 14 Tage und hoffen, dass sich nichts Dramatisches ereignet und dass sich die Leute an die Vorgaben halten." Das Schwimmbad sei bereit und könne jederzeit geöffnet werden, sobald es erlaubt werde.

So hat Richters Hotel Rothfuß zwar ab Freitag geöffnet, mit viel Nachfrage rechnet der Hotelier aber zu Beginn nicht: "Wenn fünf oder zehn Gäste kommen, sind wir schon zufrieden."

Einen anderen Weg beschreitet deshalb auch Mokni mit seinen beiden Häusern Rossini und Badhotel, in denen er insgesamt 25 Mitarbeiter beschäftigt. Da die Gäste seiner Häuser alleine schon durch die räumliche Nähe oder gar direkte Verbindung zum Palais Thermal eine starke Bindung zu den Thermen hätten, lässt er seine Hotels vorerst noch zu. "Wir starten am 29. Mai nicht sondern warten, bis die Thermen offen sind", sagt er.

Dickgiesser bezeichnet die Situation als "Neustart mit angezogener Handbremse. Wir können noch nicht so, wie wir wollen würden". Denn neben den geschlossenen Wellnessbereichen müssen die Hotels auch noch mit anderen Einschränkungen kämpfen. So müssen die Gäste an der Rezeption und auf den Treppen und Gängen Masken tragen. Lediglich im Restaurant sei die – aus logischen Gründen – nicht nötig. Außerdem, so erzählt Richter, dürfe man den Gästen zum Beispiel keine gedruckten Prospekte für Ausflugsziele und ähnliches geben und die Bar sei noch geschlossen.

Trotz alledem sei es jetzt gut, dass es endlich wieder losgehe. Ob die heimische Hotellerie von der Situation profitieren kann und die Leute auch wirklich in Deutschland Urlaub machen, hängt für Richter auch davon ab, wie sich die Situation im Ausland entwickle und wie etwa die 1000-Betten-Hotels im Süden Herr der Lage werden können. Als Beispiel nennt er etwa Büffets und sehr volle Restaurants, die bereits vor Corona teilweise im Mehrschichtbetrieb gearbeitet hätten.

Trotzdem sieht er die Chance, heimische Urlauber in den Schwarzwald zu locken. Wichtig sei dabei aber, und da sind sich alle drei einig, dass die Qualität stimme. "Wir können die Situation als Chance nehmen und auf den Schwarzwald aufmerksam machen und stolz auf uns sein", ist Dickgiesser überzeugt. Die Region habe für Wellness- und Outdoor-Fans "unglaublich viel zu bieten. Wir brauchen uns nicht zu verstecken", sagt sie und sieht die Chance, das jetzt zu vermarkten und auch längerfristig davon zu profitieren.

Dickgiesser ist froh, dass sich alle Betriebe geschlossen dafür ausgesprochen hätten, nicht auf Rabattierungen zu gehen sondern herauszustellen, dass Qualität wichtig ist. Es sei wichtig, nicht in einen Preiskampf zu gehen, den man am Ende nicht gewinnen kann, sondern Produkte an den Markt zu bringen, die qualitativ hochwertig seien. Trümpfe dabei seien etwa Regionalität und Nachhaltigkeit, aber auch der Service, der in der aktuellen Situation besonders wichtig sei. Fast jede Woche habe man in Videokonferenzen an die Kollegen appelliert: "bitte Qualität!", sagt Mokni. Denn die Betreiber hätten durch die aktuellen Verordnungen deutlich höhere Kosten für Hygienemaßnahmen. Es gehe dabei auch darum, Stärke zu zeigen. Zu zeigen, "wir sind für sie da" und gezwungen so zu reagieren, um die Gesundheit der Gäste und Mitarbeiter zu schützen. Das Ziel müsse es sein, "dass man den Gast so gut betreut, dass er die Corona-Zeit hinterher fast vergisst".

Auch Dickgiesser ist sich sicher, dass das Urlaubserlebnis für die Gäste anders sein wird. "Das müssen wir kommunizieren. Aber wenn wir das mit Herz machen und Bindung zum Gast, dann können wir ganz viel wettmachen", ist sie überzeugt.

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