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Bad Wildbad Hittech Prontor: Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung

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Die Calmbacher Hittech Prontor GmbH hat Antrag auf Insolvenz im Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Foto: Kugel

Bad Wildbad-Calmbach - Volker Kiefer, Geschäftsführer der Hittech Prontor GmbH in Calmbach, will das Traditionsunternehmen durch ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren und wieder wettbewerbsfähig aufstellen. Das teilte das Unternehmen in einer Pressemeldung mit.

Einem entsprechenden Antrag des Unternehmens habe das Amtsgericht Tübingen zugestimmt, heißt es weiter. "Mit der Eigenverwaltung verfolgen wir das Ziel, Hittech Prontor fortzuführen und nachhaltig zu sanieren. Deshalb läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter wie bisher", sagt Kiefer. Die mehr als 300 Mitarbeiter seien bereits über die aktuelle Entwicklung informiert worden, Löhne und Gehälter in den ersten drei Monaten des Verfahrens über das Insolvenzgeld abgesichert.

Mit dem Verfahren nutze das Unternehmen nun eine Chance, die der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) vor acht Jahren geschaffen habe. Durch die Eigenverwaltung könnten sich Unternehmen in schwierigen Situationen wieder neu aufstellen. Die Unternehmensleitung bleibt dabei in der Eigenverwaltung weiterhin im Amt und will die Sanierung unter Aufsicht des Gerichts und eines Sachwalters selbstständig durchführen. Als vorläufigen Sachwalter bestellte das Tübinger Amtsgericht Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli von der Pluta Rechtsanwalts GmbH in Stuttgart.

In dem Verfahren wird Hittech Prontor von der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf begleitet, mit deren Unterstützung in den nächsten Wochen ein Sanierungskonzept erarbeitet werden soll. Dieses Konzept soll in einem Insolvenzplan münden, in dem die Entschuldung und nachhaltige Fortführung des Unternehmens aufgezeigt wird.

Während des Verfahrens laufe der Betrieb unvermindert weiter, versichert das Unternehmen, das 1902 von den Brüdern Alfred und Gustav Gauthier gegründet wurde und sich im Laufe der Jahre vom Produzenten für Kameraverschlüsse zum Hersteller von Optoelektronik und Präzisionsmechanik entwickelte. Das Leistungsportfolio umfasst unter anderem die mechanische Fertigung von Bauteilen, die Oberflächenbehandlung und Montage der Mechatronik- und Optikprodukte, die Entwicklung medizinischer Produkte sowie die Mess- und Analysetechnik. Seit rund sechs Jahren gehört das Unternehmen zu der niederländischen Hittech Gruppe, zu der laut Pressemitteilung "acht weitere Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zählen".

Corona-Krise spürbar

Der Umsatz der deutschen Industrie für optische, medizinische und mechatronische Technologien – und damit auch der Umsatz der Hittech Prontor – habe sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. So sei das Umsatzniveau der Hittech Prontor bis einschließlich 2019 nahezu konstant gewesen, seit Februar 2020 seien jedoch die Auswirkungen der Corona-Krise spürbar. Durch den damit einhergehenden deutlicher Rückgang der Bestellungen sowie geringere Abrufe durch die Kunden sei Hittech Prontor in wirtschaftliche Schieflage geraten. Kurzfristig eingeleitete Gegensteuerungsmaßnahmen hätten diese Entwicklung nicht abfangen können, sodass die Geschäftsleitung sich deshalb zu einer Sanierung des Unternehmens im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung entschloss.

"Durch die Anpassung der Produktpalette, eine verbesserte Steuerung des Working Capitals und eine stärkere Ausrichtung auf die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens soll Hittech Prontor wieder wirtschaftlich sicher aufgestellt werden", blickt Kiefer zuversichtlich in die Zukunft. Andreas Schmieg von Buchalik Brömmekamp, der die Geschäftsleitung für die Zeit des Eigenverwaltungsverfahrens als Generalbevollmächtigter unterstützt, ergänzt: "Im Rahmen des Verfahrens wird das Unternehmen ertrags- und liquiditätsmäßig wieder gestärkt." Auf Basis des nun zu entwickelnden Sanierungskonzeptes bekomme Hittech Prontor die Möglichkeit, "sich neu aufzustellen und die Chancen des Marktes zu nutzen".

Sachwalter Bananyarli ergänzt: "Das Eigenverwaltungsverfahren ist ein geeignetes Instrument für Unternehmen, die frühzeitig handeln. Ziel ist es, dem Unternehmen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Zugleich ist es meine Aufgabe, die Interessen der Gläubiger zu wahren."

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