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Bad Wildbad Helikopter-Landeplatz: SPD-Räte dagegen

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Ein Helikopterflug sorgt derzeit für viel Wirbel in Bad Wildbad. Foto: Mutschler

Bad Wildbad - Die Idee, in Bad Wildbad einen Helikopter-Landeplatz für einschwebende Touristen einzurichten und Rundflüge anzubieten, sorgt derzeit für einigen Wirbel in der Stadt. Anwohner, SPD-Gemeinderäte und Enzklösterles Bürgermeister Sascha Dengler melden sich zu Wort.

"Klare Ablehnung eines Hubschrauber-Landeplatzes" heißt es in der Stellungnahme der SPD-Gemeinderäte Dieter Gischer, Bruno Knöller, Lena Knöller, Ursula Jahn-Zöhrens, Hans-Henning Saß und Jürgen Schrumpf. "Überrascht und verwundert" hätten die Mitglieder der SPD-Gemeinderatsfraktion in der Presse von der Idee eines Bad Wildbader Geschäftsmannes erfahren, der zusammen mit Bürgermeister Klaus Mack und dem Ersten Stellvertreter Jochen Borg offensichtlich Überlegungen anstellt, in Bad Wildbad einen Hubschrauber-Landeplatz zu suchen und zu errichten. "Dies lehnen wir entschieden ab", schreiben die SPD-Stadträte. Sie sehen sich dazu veranlasst, mit dieser Presseerklärung in die Öffentlichkeit zu gehen, "nachdem dies Mack und Borg öffentlich thematisiert haben und der Gemeinderat davon bisher keine Kenntnis hatte und sich mit diesen Gedanken hoffentlich auch nicht befassen muss".

Anzumerken sei an dieser Stelle noch, dass selbst die Gemeinde Baiersbronn - die schwerpunktmäßig auf gut betuchte Touristen setze - keinen Helikopter-Landeplatz vorhalte. Für die sechs Ratsmitglieder der Sozialdemokraten würde dies allen bisherigen Aktivitäten und Zielen der Stadt zuwider laufen, heißt es weiter. "Wir sind ein Heilbad, eine Kurstadt und eine Kommune im Naturpark Nordschwarzwald, am Rande zum Nationalpark, in dem die Bürger dieser Stadt sich nach Erholung, Ruhe und Frische und gewiss nicht nach Fluglärm und kerosingeschwängerter Luft sehnen", schreibt die SPD-Fraktion weiter. Erschwerend komme hinzu, dass der Flugverkehr aufgrund der Umweltbelastung immer mehr in die öffentliche Kritik gerate. In einer Stunde komme man mit dem Auto oder noch besser mit dem Zug von Stuttgart nach Bad Wildbad. Von Karlsruhe, Baden-Baden oder Böblingen aus sei die Zeitspanne noch viel kürzer. "Wenn aber tatsächlich einmal der unwahrscheinliche, aber durchaus wünschenswerte Fall eintreten sollte, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Schauspieler Brad Pitt oder gar Papst Franziskus per Hubschrauber nach Wildbad kommen wollten, sind wir sehr für eine Ausnahmegenehmigung, so wie es jetzt für diesen Probeflug eine Ausnahmegenehmigung gab", heißt es weiter.

In ärztlichen Notfällen seien bislang Hubschrauber auf den Sportplätzen oder anderswo in der Stadt gelandet, daran werde sich auch nichts ändern".

Auch Enzklösterles Bürgermeister Sascha Dengler zeigt sich eher skeptisch: Er bezweifelt, " dass diese Idee mit unserer Zielsetzung von nachhaltigem, umweltbewusstem Tourismus vereinbar ist. Das Obere Enztal ist eine der wenigen Regionen, die von einer wunderbaren und Ruhe spendenden Landschaft geprägt ist. Dies gilt es zu bewahren". Zudem werde es immer wichtiger sein, ressourcenschonende, emissionsarme Transportmöglichkeiten zu entwickeln. Die Etablierung von Rundflügen im und über das Tal oder die Einrichtung einer Direktflugverbindung zu Ballungszentren hält er unter diesen Gesichtspunkten für kritisch, auch wenn er "eine Begeisterung für das Thema Fliegen, nicht verhehlen kann".

Ziemlich erschreckende Nachrichten

Ein Anwohner, gleichzeitig Vorsitzender des Verwaltungsbeirates einer größeren Wohnanlage, meldet sich gar aus dem Urlaub, nachdem ihn dort "ziemlich erschreckende Nachrichten aus Bad Wildbad" erreicht hätten. Daraufhin stellte er eine Anfrage an das Referat 46, beim Regierungspräsidium (RP) Stuttgart zuständig für den Luftverkehr. "Vor wenigen Tagen hat ganz offensichtlich ein Hubschrauber, zunächst wohl ›angeheuert‹ für Luftaufnahmen von Bad Wildbad für die Touristikinformation die ›Situation‹ genutzt, um in Eigenwerbung für eine Idee für regelmäßige Hubschrauber-Rundflüge zu werben. Mit ›Tamtam‹ haben der hiesige Bürgermeister und dessen Erster Stellvertreter dabei einen Rundflug absolviert mit Start und Landung auf einer Wiese im hiesigen Kurpark, unmittelbar vor unserer Wohnanlage. Anschließend ging dann auch noch die Kur-Geschäftsführerin in die Rundflugluft", heißt es in dem Schreiben an das RP, das unserer Zeitung vorliegt. Darin fragt er, ob dieser anschließende Rundflug so von der zuständigen Luftfahrtbehörde überhaupt genehmigt worden sei. Schließlich werde der Kurpark von Gästen, zahlreichen Bewohnern von Bad Wildbad und auch Kindern des nahe gelegenen Kinderspielplatz stark frequentiert. Außerdem gebe es auch eine Immissionsschutzverordnung und "die Lärmbelästigung soll unerträglich gewesen sein", schreibt er weiter und will wissen, ob ein solcher Rundflugstart und Landung in unmittelbarer Nähe einer Wohnanlage und Hotels überhaupt genehmigungsfähig sei. Weiter fragt er, welche Voraussetzungen an einen Hubschrauberstart- und Landeplatz zwingend zu beachten seien und ob ein solcher Platz überhaupt im Kurpark in Bad Wildbad genehmigt werden könne?

"Fragen über Fragen" seien hier vorab zu klären, bevor der "Bad Wildbader Schultes" seine Vision verwirklichen könne, schreibt er weiter und fügt an: "In unserer Wohnanlage ist durch diesen Vorgang der Teufel losgetreten, die Bewohner und Eigentümer sind völlig verunsichert."

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