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Bad Wildbad Großes Engagement für die Enztalbahn

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Dass die S-Bahn bis zum Bad Wildbader Kurpark fährt, ist der Verdienst des ehemaligen AVG-Chefs Dieter Ludwig, der kürzlich gestorben ist.Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Wildbad/Karlsruhe. Ohne Dieter Ludwig gäbe es die Enztalbahn wahrscheinlich nicht mehr, ohne ihn wäre die Strecke Pforzheim-Wildbad in den 1990er-Jahren vermutlich stillgelegt worden. So verdankt Bad Wildbad dem einstigen AVG-Geschäftsführer, der vor kurzem gestorben ist, die gute Anbindung der Stadt an die Region und den Ballungsraum Karlsruhe/Pforzheim. Am Dienstag fand eine Gedenkveranstaltung für den "Vater des Karlsruher Modells" in Karlsruhe statt. Auch Bad Wildbad habe Ludwig einiges zu verdanken, sagt Marina Lahmann von der Bad Wildbader Stadtverwaltung.

"Das Engagement von Dieter Ludwig für die Stadtbahnstrecke nach Bad Wildbad war groß, seine Verdienste daran sind unbestritten", schreibt sie. 1995 stellte der damalige AVG-Chef Ludwig im Wildbader Kurhaus das Ergebnis einer Untersuchung zur Enztalbahn vor und erklärte, dass der Ausbau möglich und sinnvoll sei.

Zu dieser Zeit entwickelte er für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) das vielbeachtete Karlsruher Straßenbahnmodell. Mit Zügen, die auf den innerstädtischen Strecken der Straßenbahnen und auch auf den Gleisen der Bahn in die Region hinausfuhren. Um diese Kombination technisch zu bewältigen, wurden Zweisystem-Fahrzeuge entwickelt, die sowohl mit Gleich- als auch mit Wechselstrom fahren können.

So wurde auch die Strecke durch das Enztal von Pforzheim nach Bad Wildbad angelegt. Um eine wirtschaftlich erforderliche Fahrgastzahl zu erreichen, war Ludwig klar, dass die Endhaltestelle nicht wie bisher der Bahnhof in Wildbad sein könne, sondern die Bahn bis zum Kurpark fahren müsse. Das würde die Strecke noch attraktiver machen und mehr Fahrgäste bringen.

Auch viele Gegner

"Alle freuten sich, als die AVG sich für den Umbau der Enztalbahn entschied. Sehr umstritten war jedoch von Anfang an die geplante Weiterführung bis zum Kurpark", so Lahmann weiter. In Bad Wildbad erhob eine Gruppe von Gegnern eine starke Stimme. Als Argumente führte sie unter anderem an: Die König-Karl-Straße sei zu eng, die Fußgänger würden gefährdet, es werde zu negativen Auswirkungen auf Geschäfte und Gastronomie kommen, das Stadtbild würde leiden.

Ludwig sei nicht müde geworden, in Podiumsdiskussionen, bei Bürgerversammlungen und im direkten Gespräch die Verlängerung bis zum Kurpark zu erläutern und zu verteidigen. Immer wieder habe er betont, dass Straßenbahnen sich gut auch mit engen Straßen vertragen, dass die erforderlichen Strommasten filigran ausfallen würden, dass Gastronomie und Handel von der Stadtbahn letztlich profitieren werden.

2002 und 2003 wurde die neue Enztalbahn gebaut – Gleise wurden neu verlegt, die Strecke elektrifiziert, viele neue Haltepunkte gebaut, die Verlängerungsstrecke bis zum Kurpark schließlich im Oktober 2003 eingeweiht. AVG-Chef Ludwig und der damalige Bürgermeister Walter Jocher luden die Anlieger der König-Karl-Straße zu einer exklusiven Vorab-Fahrt zum Kurpark und zu einem Essen ein. Ludwig bedankte sich persönlich bei den am meisten von der Baustelle Betroffenen: "Wir verneigen uns vor Ihnen, weil Sie alles so mitgemacht haben."

Heute wird die innerstädtische Strecke voll akzeptiert. Zumal sie die von Ludwig erwartete Erhöhung der Fahrgastzahlen tatsächlich brachte, ist Lahmann sicher: Fuhren früher an Werktagen täglich etwa 1200 Gäste mit der Enztalbahn, waren es ein paar Monate nach Eröffnung der neuen Enztalbahn schon 2400 und nach der Verlängerung zum Kurpark werktags täglich sogar 3300 Fahrgäste.

Dieser Zuwachs erfüllte Ludwig mit Stolz, der immer betonte, dass die Bahn nur dann erfolgreich sein werde, wenn sie die Menschen dahin bringe, wo sie hinwollen - zu den Bädern, in den Kurpark, in die City. Und heute auch zu den neuen touristischen Attraktionen in der Stadt, so Lahmann weiter.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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