Markus Dörr (vorne) legt beim Bau der Fischtreppe in der Großen Enz selbst mit Hand an. Foto: Schabert

Energie: Derzeit Arbeiten bei Bismarckinsel. Stromerzeugung durch Wasser. Auflagen der Behörden.

Bad Wildbad - Bei der Stromerzeugung durch Wasser in Bad Wildbad kommen auch ökologische Aspekte nicht zu kurz.

Bei der Anstauung der Großen Enz in Bad Wildbad liegt die Bismarckinsel – auch wenn es hier längst keine Insel mehr gibt. Mit dem über einen Kanal abgezapften Wasser wird in dem kleinen Kraftwerk dort Strom mit Wasserkraft erzeugt. Damit der Fluss für Fische durchgängig bleibt, besteht neben dem Stauwehr eine Fischtreppe, die gegenwärtig verlängert wird.

Der bisher steile Aufstieg gelingt zwar den meisten Fischen, aber Kleinlebewesen im Wasser schaffen diesen laut den Erkenntnissen des Naturschutzes nicht. Deshalb kommt der Triebwerksbesitzer den behördlichen Wünschen und Auflagen nach, hier Abhilfe zu schaffen. Auch ein Rohr als Fisch-Abstieg wird auf Höhe des Gitters am Einlauf ins Gebäude verlegt.

Selbst anpacken

An dieser Stelle produziert Markus Dörr aus Möckmühl "grünen Strom". Er hat das Kraftwerk nach einer öffentlichen Ausschreibung vor elf Jahren von der Stadt übernommen. Froh zeigt er sich im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, dass er nicht alle Arbeiten vergeben muss.

Denn sonst hätten diese laut Kostenvoranschlag 85 000 Euro verschlungen. Da er aber neben vier über Württemberg verteilten kleinen Elektrizitätswerken auch einen Forst- und Landschaftsbau-Betrieb besitzt, kann er durch Einsatz seiner Mitarbeiter die Maßnahme im Zusammenwirken mit einer örtlichen Firma und selbst kräftig mit anpackend günstiger umsetzen.

Die Stadt Bad Wildbad hat die Wasserkraftanlage neben der König-Karl-Straße im Jahr 1906 an der Stelle erbaut, wo zuvor eine Sägemühle das Flusswasser nutzte. Planverfasser war Oberbaurat Leibbrand, der den kleinen Maschinensaal als Fachwerkgebäude gestaltete.

Die Generatoren wurden zunächst von zwei Turbinen des Heidenheimer Unternehmens Voith angetrieben. Durch leistungsstärkere gleicher Bauart ausgetauscht wurden diese 1935.

Im Jahr 1997 wurden die beiden Turbinen überholt und die Generatoren durch neue Technik ersetzt. Der Fachwerkaufbau von 1906 wich einem Neubau.

An die Bismarckinsel in Bad Wildbad erinnert heute nur noch deren Name. Der einst offene Kanal zum kleinen Wasserkraftwerk verläuft heute überdeckt.

Als dies noch nicht der Fall war, bestand zwischen Kanal und Großer Enz, dort wo heute der Verkehrskreisel die Fahrzeuge auf die Nebenstraßen der König-Karl-Straße verteilt, tatsächlich eine Insel. Der kleine Park auf dieser hatte den Namen Bismarckpark.

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