Ob es im Nordschwarzwald einen Nationalpark geben soll, darüber scheiden sich die Geister in der Region. Foto: Deck

Gutachten zum Nationalpark Nordschwarzwald wird am 9. April vorgestellt. Kretschmann kommt.

Stuttgart/Bad Wildbad - Für die weitere Bürgerbeteiligung zum möglichen Nationalpark Nordschwarzwald gibt es jetzt einen konkreten Fahrplan. Dies gab die Landesregierung in Stuttgart bekannt.

Der für Naturschutz zuständige Minister Alexander Bonde erklärte laut Veröffentlichung auf der Homepage des Landes Baden-Württemberg www.baden-wuerttemberg.de, der Lenkungskreis Nationalpark habe sich auf eine genaue Zeitschiene geeinigt. Das Gutachten zum Nationalpark werde unmittelbar nach den Osterferien am 8. April der Öffentlichkeit vorgestellt und zeitgleich online unter www.nordschwarzwald-nationalpark.de abrufbar sein. Direkt im Anschluss würden die Gutachter dann ihre Ergebnisse in mehreren öffentlichen Veranstaltungen in der Region präsentieren. Am 9. April wird diese zentrale Veranstaltung des Landkreises Calw in Bad Wildbad stattfinden.

"In jedem der Land- und Stadtkreise des Suchraums Nationalpark Nordschwarzwald wird es eine zentrale Veranstaltung geben, in denen die Bürger nach der Vorstellung der Ergebnisse auch die Möglichkeit haben, die Ergebnisse breit zu diskutieren", kündigte Bonde an. Auf diesen Fahrplan habe sich der Lenkungskreis Nationalpark einmütig verständigt. Dem Lenkungskreis gehören neben dem Ministerium auch die Regierungspräsidentinnen von Freiburg und Karlsruhe sowie die Landräte von Calw, Freudenstadt, Rastatt und der Ortenau sowie der Oberbürgermeister von Baden-Baden an.

"Der Landesregierung liegt es sehr am Herzen, dass sich möglichst viele Bürger an diesem Dialog beteiligen und die von uns gebotenen Beteiligungsmöglichkeiten nutzen", sagte Bonde. "An der ersten Veranstaltung am 9. April in Bad Wildbad wird deshalb auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilnehmen und sich den Fragen der Menschen vor Ort stellen."

Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack begrüßt die Ankündigung des Ministers, dass die Gutachter selbst vor Ort kommen: "Das war uns ein wichtiges Anliegen, dass die Bürger die Informationen aus erster Hand erhalten." Besonders erfreut zeigt sich das Stadtoberhaupt, dass Ministerpräsident Kretschmann persönlich nach Bad Wildbad kommt und sich den Fragen stellt. "Gerade in unserer Region wird ein Nationalpark Nordschwarzwald sehr kontrovers diskutiert." Ihm sei es deshalb wichtig, dass man die Gegner ernst nehme, aber auch die Chancen eines Nationalparks fair und unvoreingenommen bewerte. Er erhoffe sich dazu vom Gutachten einige wichtige Antworten. Das Anliegen der Stadt sei stets gewesen, dass der Bereich "Tourismus" von ausgewiesenen Tourismusexperten begutachtet werde. Diesen Vorschlag hatte das Land aufgenommen und die Agentur Kohl&Partner beauftragt.

Die Agentur kenne die Region. Bereits das Touristische Aktionsbündnis Nordschwarzwald (TANS), dessen Vorsitzender Mack ist, wurde von Kohl&Partner begleitet. Der Bürgermeister ist deshalb gespannt darauf, ob die Experten einen Mehrwert für den Tourismus feststellen können. "Ich persönlich sehe für den Sommerberg große Chancen." Durch die perfekte ÖPNV-Anbindung sei der Sommerberg ein natürliches Portal.

Sorge mache ihm besonders die Frage, ob man die Borkenkäferproblematik in den Griff bekomme. Im Arbeitskreis "Borkenkäfer" hieß es von Expertenseite, dass ein Restrisiko bleibe, so Mack. Damit stelle sich die Frage, ob und wie der Stadtwald geschützt werden kann. Schließlich sei man auf die Einnahmen aus dem Holzerlös angewiesen. Es gebe daher viele offenen Fragen, die man sorgfältig abwägen müsse.

Die Stadt Bad Wildbad wird heute über die Eckpunkte ihrer Bürgerbefragung im Gemeinderat öffentlich beraten. Diese Befragung soll Mitte Mai stattfinden, sofern bis dahin die wichtigen Eckpunkte eines Gesetzentwurfes vorliegen.