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Bad Wildbad Es wuselt im Königlichen Kurtheater

Von

Von Markus Kugel

Bad Wildbad. Auf der Bühne wird gehämmert und gebohrt. Und im Nebenraum proben stimmgewaltig Sängerinnen und Sänger. Doch die rund 15 Besucher des Königlichen Kurtheaters lassen sich nicht stören. Sie hören gebannt Reto Müller zu. Der ist enger Mitarbeiter des Intendanten der Rossini-Festspiele in Bad Wildbad und erzählt ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Danach geht es im ehrwürdigen Theatergebäude zur Kostümschneiderei, wo die Mitarbeiterinnen partout nicht fotografiert werden wollen. Ein Blick in die kleinen und ganz engen Verwaltungsräume – "Acht Leute auf zehn Quadratmeter!" – folgt. Der Abschluss findet in der Trinkhalle statt, hier probt zum ersten Mal das Orchester mit den Sängern. Wobei die Teilnehmer der VHS-Veranstaltung Glück haben und Intendant Jochen Schönleber persönlich ein paar Fragen stellen können. Dieser opferte seine kurze Pause und schaute bei den Interessierten vorbei.

Es dauert nicht mehr lange, bis das jährliche Opernfestival "Rossini in Wildbad" losgeht – am 7. Juli hebt sich bereits zum 23. Mal der Vorhang. In wenigen Jahren hat es sich einen internationalen Ruf erarbeitet, deshalb wollte die VHS Calw einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Nebenbei: Das Motto lautet dieses Jahr "Alte Männer – junge Frauen".

Reto Müller erinnerte daran, dass der berühmte italienische Komponist Gioacchino Rossini 1856 in Wildbad zur Badekur weilte. Und niemand daran geglaubt habe, dass das 1989 gegründete Festival in der Kurstadt einen solchen Erfolg haben würde.

Im Königlichen Kurtheater gebe es viel Atmosphäre. Da im Saal aber nur 200 Zuschauer Platz hätten, würden in der Regel gerne kleine Opern aufgeführt, stellte der Schweizer Rossini-Kenner fest. Dieses Jahr stehen "Il noce di Benevento" (Der Hexenbaum von Benevent und "Ser Marcantonio" (Don Pasquale) auf dem Programm.

In der nur ein paar Meter entfernten Trinkhalle können Rossini-Freunde die Komödie "Il turco in Italia" (Der Türke in Italien) genießen. Hier stehen 400 Plätze zur Verfügung. Akustikplatten sorgen dieses Jahr für besseren Hörgenuss.

Die Proben laufen auf Hochtouren. Müller stellte deshalb fest, dass es immer und überall wuselt: Weit mehr als 100 Personen sind bei der 23. Auflage im Einsatz – vom Bühnentechniker bis zum Sänger. Der Schweizer ist übrigens auch für die Übertitel verantwortlich. So wie gesungen wird, soll der Text vom Publikum diesmal mitgelesen werden können. Auf Italienisch samt Übersetzung.

Jochen Schönleber erzählte von den großen Schwierigkeiten eines Disponenten. Das stelle sich beispielsweise die Frage, was tun, wenn der Dekorateur ausfällt, weil er zwei Weisheitszähne gezogen bekommen hat. Nicht unerwähnt blieb freilich sein schmaler Etat. Wobei der Intendant auf die Zukunft des Festivals angesprochen von positiven Zeichen des Landes und Kreises berichtete. Man habe wohl erkannt, dass es sich um kein Provinz-Festival handle, die Stadt sich aber in der Provinz befinde. Deshalb sei eine Sonderstellung wichtig. "Rossini in Wildbad" tue dem Nordschwarzwald insgesamt gut.

Nochmals zum Etat: Schönleber erwähnte abschließend ein spezielles Bühnenbild der Metropolitan Opera in New York – die Kosten hierfür würden den Fortbestand von "Rossini in Wildbad" für die nächsten 80 Jahre sichern.

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 130891

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