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Bad Wildbad Ernst zu nehmende Schwierigkeiten

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Intendant Jochen Schönleber sprach davon, dass "das Jubiläum 2018 nicht selbstverständlich" gewesen sei. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Das Rossini-Festival 2019 ist bereits Geschichte und dennoch beschäftigte sich der Bad Wildbader Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung noch einmal mit dem Festival aus dem Jubiläumsjahr 2018. Die Endabrechnung stand auf der Tagesordnung. Auch wenn die ganz gut aussieht, malte Intendant Jochen Schönleber ein düsteres Bild für die Zukunft.

Bad Wildbad. Vor allem wegen den Kommunalwahlen sei die Endabrechnung des Festivals "Rossini in Wildbad" etwas später fertig geworden, sagte Bürgermeister Klaus Mack.

Intendant Jochen Schönleber sprach davon, dass "das Jubiläum 2018 nicht selbstverständlich" gewesen sei. So habe man etwa Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Schirmherrn gewonnen. Außerdem habe man zum ersten Mal eine Veranstaltung live im Internet gestreamt. Der hohe Sprung bei den Karteneinnahmen sei ein erfreuliches Ergebnis des Programms gewesen. Sie stiegen laut Schönleber um fast 13 Prozent "auf sensationelle 330 000 Euro". Dies habe man nur durch einen extrem dichten Spielplan erreichen können.

Dennoch seien auch die Kosten für die komplizierten und zahlreichen Projekte hoch gewesen, sodass die Deckung der Unkosten "nur unter maximalen Anstrengungen" und durch viele geglückte CD- und DVD-Aufnahmen erreicht werden konnte, so Schönleber weiter. Er schreibt in seinem Bericht: "Es muss also klar betont werden, dass das finanzielle Ergebnis positiver aussieht als es ist. Das Festival ist permanent stark unterfinanziert." Dennoch habe man 2018 "so halbwegs positiv abgeschlossen" und das Minus aus dem Vorjahr beinahe abgedeckt.

Aber, so stellte Schönleber klar: "Das geht so nicht weiter." Man habe mittlerweile Probleme mit den Spielstätten. Das Kurtheater werde zwar sehr gern angenommen, aber es sei zu klein, um mehr Vorstellung in dem "Schuhschachteltheater" realisieren zu können. Aus rechtlichen Gründen sei man bei mehr Veranstaltungen auf Gastspiele angewiesen. Und die für jeweils nur 200 Zuschauer zu finden, sei schwierig bis unmöglich. Zudem sei der Umbau bei den geringen Raumverhältnissen eine Quälerei.

Große Bedrohung

Noch mehr Sorgen bereite die Trinkhalle. Gerade das ältere Publikum habe Probleme mit der Haupttreppe und den im Untergeschoss befindlichen Toiletten. Die Trinkhalle werde "geradezu gemieden", stellt Schönleber fest. Sie sei einfach keine Opernspielstätte, auch wenn man jedes Jahr 60 000 Euro investiere, um sie spielbereit zu machen. "Das ist ein ernstes Problem. Ich weiß nicht, wie lange man sie noch nutzen kann", so Schönleber. Es sei nicht so, dass "wir die Trinkhalle nicht mögen", aber man müsse die Probleme benennen. Denn zusätzlich kämen noch deutlich gestiegene Mieten dazu. Das alles seien Schwierigkeiten, die ernst zu nehmen seien, so Schönleber, der noch einmal darauf hinwies, dass die Finanzierung bei Weitem zu gering sei. Der geringste Knick stelle eine große Bedrohung dar. Wenn etwa eine tragende Stimme ausfalle, sei die Festivalexistenz bedroht: "Es gibt kein Netz, keinen doppelten Boden."

Konzentriertes Programm

Schönleber gab auch einen kurzen Ausblick auf das kommende Jahr. 2020 gebe es ein stark konzentriertes Programm. Auch eine Open-Air-Veranstaltung sei geplant, hier hoffe man auf gutes Wetter. Schließlich habe man auf dem Baumwipfelpfad eine "bessere Akustik als in der Elbphilharmonie".

Viel Lob gab es vonseiten des Gemeinderats. Bruno Knöller (SPD) fand es erfreulich, dass das Defizit abgebaut wurde. Dennoch befürchtet er, dass die Zahlen für 2019 oder 2020 deutlich schlechter werden. Schönleber antwortete, dass die Produktionskosten deutlich geringer seien.

Uwe Göbel (CDU) sagte, dass Schönleber die finanziellen Umstände auch als Alleinstellungsmerkmal sehen könne: "Mit viel Geld kann jeder was aufstellen."

Rita Locher (FWV/FDP) lobte das Gemeinschaftswerk "Rossini", das nur mit viel Enagement gestemmt werden könne. "Es ist ein Kraftakt, den sie immer wieder hinbekommen", sagte sie.

Einstimmig billigten die Stadträte anschließend die Endabrechnung des Festivals 2018.

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